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Für das Bürgermeisteramt sechs Jahre zu alt

Die Grünen reaktivieren ihren Ortsverband in Wunsiedel. Die Mitglieder haben in der Festspielstadt große Pläne.



Am Wochenende hoben die Mitglieder den Ortsverband Wunsiedel aus der Taufe (von links): Brigitte Artmann, Wilfried Kukla, Dr. Sabine Weigand, Herbert Deyerling und Peter Oberle. Foto: Michael Meier
Am Wochenende hoben die Mitglieder den Ortsverband Wunsiedel aus der Taufe (von links): Brigitte Artmann, Wilfried Kukla, Dr. Sabine Weigand, Herbert Deyerling und Peter Oberle. Foto: Michael Meier  

Wunsiedel - Die Stadtratsliste dürfte kein Problem sein. "In den kommenden zwei Wochen werde ich die Kandidaten zusammenhaben", sagt Wilfried Kukla, dritter Bürgermeister und neu gewählter Vorsitzender des Ortsverbandes Wunsiedel der Grünen. Eigentlich hat es schon einmal einen Ortsverband gegeben, "doch der ist irgendwann eingeschlafen, nachdem wir zunehmend alles über den Kreisverband geregelt haben". Mit dem reaktivierten in der Festspielstadt und den bestehenden in Marktredwitz und Selb gibt es im Landkreis Wunsiedel mittlerweile drei Ortsverbände.

Bei der Wahl am Wochenende haben die derzeit sechs Mitglieder Wilfried Kukla zum Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreter sind Herbert Deyerling und Peter Oberle.

Kukla geht davon aus, dass sich der enorme Aufwind für die Grünen im Bund und im Freistaat auch im Ergebnis der Stadtratswahlen im kommendem Jahr in Wunsiedel niederschlagen werde. Er habe Kontakt zu etlichen engagierten jungen Wunsiedlern, die er ansprechen wolle. Daher werde es voraussichtlich viele "frische Gesichter" auf der Kandidatenliste geben.

Im Gegensatz zur Stadtratsliste, die Kukla wohl ohne große Probleme füllen kann, fällt die Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten weitaus schwerer. Da er schon einige "Körbe" erhalten hat, geht der Vorsitzende davon aus, dass die Grünen ohne eigenen Kandidaten bleiben werden. Auf die Frage, ob er nicht selbst antreten will, antwortet Kukla mit einem Lächeln. "Vielleicht würde ich sogar gewählt werden, aber leider bin ich zu alt. Wäre ich zehn oder auch nur sieben Jahre jünger, hätte ich mir eine Kandidatur ernsthaft überlegt", sagt der 67-Jährige.

Ob die Grünen die Fraktionsgemeinschaft mit der Bunten Liste in der kommenden Wahlperiode aufrechterhalten, kann Kukla noch nicht sagen. Die Entscheidung hänge vom Ergebnis ab. "Ich bin mit unserer bisherigen Zusammenarbeit aber sehr zufrieden." Zum allergrößten Teil seien sie politisch auf einer Linie. "Und wenn ich mal nicht der gleichen Meinung bin, dann sehe ich mich als freien Grünen und stimme, wie ich es für richtig halte." Auch privat verstehe er sich mit den Bunte-Liste-Stadträten German Schlaug und Professor Rainer Schöffel prächtig.

Seit längerer Zeit feilt Kukla an einem Programm für die Stadtpolitik der kommenden sechs Jahre. Ganz vorne auf seiner Agenda hat der frühere Bundesbahn-Beamte den Öffentlichen Nahverkehr gesetzt. "Es ist zum Beispiel ein Unding, dass der letzte Bus vom Marktredwitzer Bahnhof nach Wunsiedel um 18.20 Uhr fährt. Hier müssen wir eine Lösung finden, damit wieder mehr Bürger überhaupt eine Fahrt mit dem Bus in Betracht ziehen." Ob der Landkreis Wunsiedel hier das Baxi-System aus dem Landkreis Tirschenreuth (eine Art Anrufbus) übernehmen oder eine eigene Lösung finden solle, sei zweitrangig.

Die Bezeichnung "Energiestadt" sieht Kukla mittlerweile als den eigentlichen Markenkern von Wunsiedel an. Damit sei die Stadt sogar international Vorreiter. "Wir müssen hier aber konsequent weitermachen und auf die Produktion und den Einsatz von regenerativen Energien setzen."

Weniger ist mehr für den Grünen-Vorsitzenden, wenn es um Plastik geht. Ob Wunsiedel einmal eine komplett plastikfreie Stadt wird, wagt er zwar zu bezweifeln, aber zumindest dürfe es bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum keine Bestecke, Teller oder Strohhalme aus Plastik geben. Grüne Themen seien zwar in aller Munde, aber gerade im Lokalen gebe es hier noch viel Arbeit. "Wir müssen zum Beispiel unbedingt einen weiteren Flächenverbrauch verhindern."

Keine Kompromisse gibt es für Kukla, wenn es um die Marktplatz-Kastanien geht. "Ich werde alles, was in meiner Macht steht, unternehmen, um hier einen Kahlschlag zu verhindern." Derzeit sei dies zwar kein Thema mehr, aber sicher sei man nie. Überhaupt hält es der Grünen-Vorsitzende für vordringlich, sich nach den Dörfern jetzt verstärkt der Wunsiedler Innenstadt zu widmen. "Mit dem integrierten Stadtentwicklungskonzept haben wir den theoretischen Überbau, jetzt geht es an die Umsetzung."

An der Gründungsversammlung des Ortsverbandes nahmen auch die Kreisvorsitzende Brigitte Artmann sowie die Landtagsabgeordnete und Denkmalschutz-politische Sprecherin der Grünen, Dr. Sabine Weigand, teil. "Ich bin der Meinung, dass sich bei der Kommunalwahl die Verhältnisse für uns Grüne sehr zum Guten verändern werden, weil wir die politische Partei sind, die auf die relevanten Fragen der Zukunft die richtigen Antworten liefert", sagte die Abgeordnete.

Brigitte Artmann berichtete über die vielen Neumitglieder, die sich bereits in den Kreisverband integriert haben. Ähnliches erwartet Kukla für den Ortsverband Wunsiedel.

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Matthias Bäumler, ier
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Veröffentlicht am:
19. 08. 2019
17:00 Uhr

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Matthias Bäumler, ier

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Veröffentlicht am:
19. 08. 2019
17:00 Uhr



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