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Fichtelgebirge

"Die Tracht gehört einfach dazu"

Ab dem heutigen Freitag feiert die Landjugend Reicholdsgrün Kirwa. Zu dem Megafest fahren einige Besucher 750 Kilometer weit.



Gut 90 Mitglieder zählt die Landjugend Reicholdsgrün. Um Nachwuchs muss sich hier niemand Sorgen machen. Foto: pr.
Gut 90 Mitglieder zählt die Landjugend Reicholdsgrün. Um Nachwuchs muss sich hier niemand Sorgen machen. Foto: pr.   » zu den Bildern

Reicholdsgrün - Ausnahmezustand in Reicholdsgrün: Von heute bis Montag ist der kleine Kirchenlamitzer Ortsteil das Feier-Zentrum im Landkreis. Wir sprachen mit Michael Petzold über den Reiz der Landjugend und des Landlebens.

Großes Kirwa-Programm

Die Reicholdsgrüner Kirwa beginnt am heutigen Freitag mit einem Auftritt von "Effi & Konsorten".

Am Samstag steht Kirwa-Gaudi mit "Lipstick" und DJ Chris Levels auf dem Programm.

Um 11 Uhr mit einem Zeltgottesdienst, den Pfarrer Markus Rausch zelebriert, beginnt der Sonntag . Ab 12.30 Uhr gibt es Mittagessen mit Sau vom Spieß und Wild-Spezialitäten. Auch Kaffee und Kuchen ist am Nachmittag reichlich vorhanden. Ein Höhepunkt ist sicherlich das Lebendkicker-Turnier auf dem Festplatz, das ab 14 Uhr beginnt. Hier können sich noch Interessierte zum Mitspielen anmelden, und zwar unter der Telefonnummer 016096650750. Am Abend sorgt Hansi Reithmeier für Unterhaltung.

Am Montag klingt die Kirwa mit der Band "des is sua" aus.


Reicholdsgrün hat gerade mal um die 90 Einwohner...

... ja, und in der Landjugend sind 90 Mitglieder engagiert. Das liegt daran, dass unsere Leute im gesamten Landkreis wohnen. Aus Reicholdsgrün selbst stammen die wenigsten.

Sie selbst wohnen in Schönbrunn.

Ich bin über die Landwirtschaft dazugekommen. Man lernt da viele Leute kennen und irgendwann ist es einfach der Freundeskreis.

Gehören Landwirtschaft und Landjugend zusammen? -

Unsere Landjugend ist Teil der Jungbauernschaft. Die zweite Landjugend im Landkreis gibt es in Thiersheim, aber dabei handelt es sich um eine evangelische. Wir sind sicherlich alle der Landwirtschaft verbunden, allerdings muss niemand wirklich Bauer sein. Unsere Mitglieder arbeiten auch bei der Polizei, im Büro oder - viele sogar - im Handwerk. Das hat den Vorteil, dass es immer jemanden gibt, der sich auskennt, wenn man ein Problem hat.

Zum Beispiel beim Zeltaufbau für die Kirwa.

Hier hat sich unser klasse Zusammenhalt wieder einmal ausgezahlt. Als wir am Montag zum Aufbau unseres 500-Mann-Zeltes gerufen haben, waren mehr als 50 Mitglieder dabei. Die einen wissen, wie man den Strom verlegt, andere kümmern sich um den Wasseranschluss...

Apropos Kirwa, warum ist sie für viele schlicht Kult?

Weil sich hier alle treffen, wir ein Programm für jeden bieten und Jung und Alt völlig ungezwungen zusammen feiern. Bei uns Landjugenden ist es Brauch, dass wir uns gegenseitig besuchen. Auch diesmal erwarten wir daher wieder mehrere Busse mit Mitgliedern aus den Landkreisen Hof und Bayreuth. Auch unsere Partner-Landjugend aus Bargum in Nordfriesland ist wieder mit von der Partie. Die Mädels und Jungs fahren 750 Kilometer, um mit uns zu feiern.

Feiern Friesen anders Kirwa als Franken?

Natürlich! Bei uns ist es einfach zünftig. Wir haben ein Festzelt und richtige Partybands auf der Bühne. Auch gibt es am Sonntag einen Zeltgottesdienst und danach ein richtiges Mittagessen. In Friesland feiern sie eine riesige Party mit DJs, aber nicht im Bierzelt.

Bevölkerungswissenschaftler singen seit Jahren einen Abgesang auf das Land. Tatsächlich drängt es immer mehr Menschen in die Großstädte. Haben Sie auch schon mal daran gedacht, ihre Zelte in München oder Nürnberg aufzuschlagen?

Das kommt für mich nicht in Frage. Ich fühle mich hier auf dem Land einfach nur wohl. Ich kenne übrigens bei uns in der Landjugend niemanden, der wegziehen will. Hier bei uns kennt man sich, hat alle Freiheiten und findet immer jemanden, wenn man mal Hilfe benötigt. Ich glaube, das gibt es in der Großstadt so nicht. Auch haben wir im Fichtelgebirge noch richtig viel Platz und auch unsere Ruhe, wenn uns danach ist.

Ruhig wird es am Wochenende in Reicholdsgrün nicht gerade sein.

Die Kirwa ist zweifellos der Höhepunkt im Landjugendjahr, wenngleich bei uns immer etwas los ist. Wir treffen uns sicher einmal im Monat, zum Beispiel zum Grillen oder um gemeinsam im Bus Feste anderer Landjugenden zu besuchen.

Seit Jahren geht bei jungen Leuten der Trend zur Tracht. Auch bei der Landjugend in Reicholdsgrün?

Bei uns wird am Wochenende jeder in Tracht oder Dirndl erscheinen, das ist klar. Auch die anderen Landjugenden feiern in Tracht - und sicherlich auch die meisten übrigen Besucher.

Wie lange gehört man eigentlich der Landjugend an?

Bis man heiratet. Die Verheirateten sind zwar nach wie vor bei den meisten Aktionen dabei und helfen, wo sie können, aber sie müssen keinen Beitrag mehr bezahlen.

Viele Vereine haben Nachwuchssorgen. Die Reicholdsgrüner Landjugend offenbar nicht.

Wir haben sehr viele junge Mitglieder um die 15, 16 Jahre. Unser Altersdurchschnitt dürfte etwa bei 20 Jahren liegen. Nein, Nachwuchssorgen haben wir gewiss nicht.

Die Fragen stellte Matthias Bäumler

Die Gaasmoaß-Frage:

Was alles in eine Gaasmoas gehört, ist ein ewiges Rätsel. Auch bei der Kirwa in Reichholdsgrün werden sicherlich etliche Gaasmoassen ausgeschenkt. Wie Michael Petzold erklärt, schenken die Reicholdsgrüner die Hofer Variante der Gaasmoas aus: Diese besteht aus dunklem Bier, Cola, Kirschlikör und Asbach. In der Wunsiedler Variante wird auf Asbach verzichtet.

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Veröffentlicht am:
22. 08. 2019
17:06 Uhr

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22. 08. 2019
17:06 Uhr



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