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Fichtelgebirge

Firmen suchen noch viele neue Azubis

Auch wenn das Ausbildungsjahr bald beginnt, gibt es noch genügend freie Stellen im Fichtelgebirge. Trotzdem haben viele Jugendliche bis jetzt keinen Arbeitsvertrag.



Nicht mehr die Bewerber - wie noch vor wenigen Jahren - sind in der Überzahl, sondern die angebotenen Ausbildungsstellen.
Nicht mehr die Bewerber - wie noch vor wenigen Jahren - sind in der Überzahl, sondern die angebotenen Ausbildungsstellen.  

Wunsiedel - Eigentlich hat sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt komplett gedreht. Bis zum Jahr 2012 gab es erheblich mehr Bewerber als Ausbildungsstellen im Fichtelgebirge. Seit vier Jahren ist die Lage genau umgekehrt: viele Stellen und wenig Bewerber. Trotzdem haben aktuell über hundert Jugendliche im Landkreis Wunsiedel noch keinen Job gefunden, obwohl fast die dreifache Zahl an Azubi-Stellen noch frei ist. Und das nicht nur bei Bäckern und Metzgern, sondern quer durch alle Branchen. Sogar Stellen für Industriemechaniker- und Kfz-Mechatroniker-Lehrlinge - sie gehören zu den begehrtesten Jobs - sind noch zu haben. Wie passt das zusammen?

Noch nicht zu spät

Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, können sich auch jetzt noch an die Agentur für Arbeit wenden. Und wer noch unsicher ist, was er überhaupt werden möchte, kann an einer "Beruflichen Einstiegsqualifizierung" teilnehmen. Darunter versteht man ein sechs- bis zwölfmonatiges bezahltes Praktikum bei einer Firma.

 

"Viele Jugendliche denken, ihnen wird der rote Teppich ausgerollt. Und sie bekommen mit drei Bewerbungen in ihrem Wunschberuf ganz leicht eine Ausbildungsstelle. Doch das ist falsch, die Wahrheit sieht anders aus", sagt Stefan Neumann von der Agentur für Arbeit im Gespräch mit der Frankenpost. Er berät seit über 15 Jahren Schulabgänger auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Marktredwitz.

 

Momentan führt er viele Gespräche mit jungen Menschen, die frustriert sind, weil es mit der Traumstelle beim Wunschunternehmen nicht geklappt hat. Doch Neumann kann sie trösten. "Es ist überhaupt noch nicht zu spät. Bis Ende Oktober ist ein Einstieg meist kein Problem", erklärt der Experte. Und wer ein bisschen offen sei, die "Mindesteignung" für einen Beruf mitbringe und auch ähnliche Berufe in Betracht ziehe, für den sieht der Berater gute Chancen, auch jetzt noch einen Ausbildungsvertrag zu bekommen. Generell rät Neumann den Jugendlichen, sich nicht nur für einen Ausbildungsberuf zu bewerben. Auch beim Bewerbungsschreiben wünscht er sich mehr Fleiß, damit die Schulabgänger nicht später unnötigerweise vor dem Nichts stehen.

Nach der jüngsten Statistik der Agentur für Arbeit gibt es momentan noch 269 unbesetzte Stellen im Landkreis Wunsiedel. 121 Jugendliche, 75 junge Männer und 46 junge Frauen hatten auf der anderen Seite noch keinen Erfolg bei der Jobsuche.

Die Firmen wünschen sich zum Beispiel noch Lehrlinge für folgende Berufe: 16 Bäcker, 15 Industriemechaniker, 14 Verkäufer, 13 Einzelhandelskaufleute, neun Kfz-Mechatroniker, acht Elektroniker für Betriebstechnik, acht Hotelfachleute, sieben Machinen- und Anlagenführer, sieben Köche und sieben Dachdecker. 165 Stellen verteilen sich auf andere Ausbildungsberufe.

Doch selbst wenn sich Betriebe und Schulabgänger gefunden haben, ist noch lange nicht alles gut. Denn die Quote der Abbrecher ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, wie Evelyin Kannhäuser im Gespräch mit der Frankenpost erklärt. "Rund jeder Vierte bricht ab", berichtet Stefan Neumann. Es gebe allerdings auch Berufe wie zum Beispiel Verwaltungsangestellte, bei denen die Quote deutlich niedriger liegt. In der Gastronomie hingegen gebe es wesentlich mehr Abbrecher, sagt er.

In der Statistik der Agentur für Arbeit nicht enthalten sind alle schulischen Ausbildungen zum Beispiel in der Kranken- und Altenpflege, bei Erziehern oder Kinderpflegern oder bei Physiotherapeuten. Das heißt, die Zahl der Ausbildungsstellen liegt noch etwas höher, als in der Grafik gezeigt, und Krankenschwestern und -pfleger sowie Altenpfleger fehlen.

Autor

Alexandra Hautmann
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Veröffentlicht am:
22. 08. 2019
17:38 Uhr

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Alexandra Hautmann

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Veröffentlicht am:
22. 08. 2019
17:38 Uhr



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