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Neue Ideen verändern betreutes Wohnen

Nach Tekturanträgen im Wunsiedler Bauausschuss hofft Bürgermeister Karl-Willi Beck, dass es mit dem Neubau in Wunsiedel nun zügig weitergeht. Einiges muss neu geplant werden.



Wunsiedel - Der Bau der Wohnanlage "Betreutes Wohnen" mit Tagespflege, Praxis- und Therapieräumen in der Markgrafenstraße ist vom Landratsamt längst genehmigt. Jetzt aber hat der Betreiber eine ganze Reihe von Tekturanträgen bei der Stadtverwaltung eingereicht. Vieles wird umgeplant.

Luisenburg-App in Vorbereitung

In der Fragestunde des Bauausschusses erkundigte sich Professor Rainer K. Schöffel bei der Tourist-Info nach den Planungsstand einer zeitgemäßen App für Smartphones, die über das Programm und die Historie der Luisenburg informiert. Laut Auskunft der Tourist-Info sei hier eine Kosten-Nutzen-Analyse geplant. Die derzeitige Lösung mit Audio-Geräten sei veraltet, stimmte Roland Schöffel zu. Bürgermeister Beck erwiderte, dass eine App für das Handy bereits in Vorbereitung sei. Allerdings versuche man, dazu auch eine Förderung im Rahmen der Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen zu bekommen. In diesem Zusammenhang freue er sich über gute Einnahmen aus den Vorstellungen dieser Saison. Weiter kritisierte Rainer Schöffel die Pflege des Landschaftsgartens bei der Luisenburg. Dort seien sogar Grotten mit Baustoffresten vermüllt. Beck versprach, der Sache nachzugehen.


Die Umplanungen beginnen im Kellerraum. Hier waren ursprünglich drei Lagerräume, die Haustechnik und ein Haushaltsraum vorgesehen. Jetzt sollen an die Stelle von zwei Lagerräumen 50 kleine Abstellräume entstehen. De Tagespflege wird zugunsten der Haustechnik verkleinert. Zusätzlich ist ein Raum für den Hausmeister eingeplant.

Im Erdgeschoss der Seniorenresidenz sind die Tagespflege, getrennt für somatische und demente Männer und Frauen, die Verwaltungs-, und die Praxis- und Therapieräume vorgesehen. Dazu eine Küche mit Gastraum. Jetzt sollen die Positionen der Küche und des ambulanten Dienstes getauscht werden.

Das erste Obergeschoss besteht nach den ursprünglichen Plänen aus 17 Appartements mit Bad zu je 31 Quadratmetern sowie einem Gemeinschaftsraum mit 25 Quadratmetern und Abstellräumen. Nun
sollen die Abstellräume nach
unten verlegt werden und Platz für ein weiteres, größeres Appartement mit Balkon schaffen, der
Flur wird etwas weiter.

18 Appartements mit 31 Quadratmetern und ein Gemeinschaftsraum sind es im zweiten Obergeschoss. Auch dort ist an Stelle der nach unten verlegten Abstellräume ein weiteres Appartement eingeplant. Weitere 18 Appartements und ein Gemeinschaftsraum sind hingegen im Dachgeschoss vorgesehen. Und auch dort entsteht anstelle der Abstellräume ein weiteres Appartement. Bedenken gegen die Verlegung der Abstellräume nach unten beantwortete Stadtbaumeister Klaus Brunner mit der Wirtschaftlichkeit und dem Platz für weitere Appartements.

"Wichtig ist, dass es endlich weitergeht," kommentierte Bürgermeister Karl-Willi Beck die Tekturpläne. Das Projekt sei notwendig und werde schon erwartet. Ohne Gegenstimme wurden die Tekturpläne befürwortet. Genehmigungsbehörde ist erneut das Landratsamt.

In seinem Bericht über aktuelle Bauarbeiten in der Stadt verwies der Stadtbaumeister auf die Innenarbeiten in den beiden Kindergärten in Holenbrunn und Schönbrunn. In Schönbrunn werde das Untergeschoss erweitert, womit man etwa zehn neue Kindergartenplätze schaffe. Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Sanierungsarbeiten im BRK-Heim "Luisenburg" seien abgeschlossen. Bei der Grundschule werden noch die Außenanlagen saniert. Einige Einrichtungen wie die 100-Meter-Bahn oder die Weitsprunganlage allerdings erhalten keine Neuerung, weil sie in der Sportanlage nebenan ohnehin vorhanden sind.

Keine Einwände hatten die Mitglieder des Bauausschusses gegen ein in Göpfersgrün geplantes Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage und einer Wohnfläche von 353 Quadratmetern. Das Haus ist im modernen Wohnstil mit Flachdach und einer 66 Quadratmeter großen Doppelgarage geplant.

Auch für eine sogenannte "Hälterung" in Breitenbrunn erklärte der Bauausschuss sein Einverständnis. In dieser Einrichtung wird der Fischbestand aus den angrenzenden Teichen vor dem Schlachten untergebracht. Dazu brauche es keine EU-Bestimmung, kommentierte Beck den Hinweis auf eine Vorschrift aus Brüssel. Das wisse der kundige Fischzüchter ohnehin, dass das notwendig sei.

Zwei weitere Bauanträge waren Bauvorhaben der städtischen Tochterunternehmen WUN Bioenergie GmbH und WUN Inftrastruktur KU. Die Bioenergie baut am Energiepark eine Verladeüberdachung für das Pelletwerk mit 75 Metern Länge, 36 Metern Breite und 8,5 Metern Höhe in der Rot Kreuz-Straße. Die WUN Infrastruktur hat eine Erweiterung der Hallen, den Neubau eines 24 Meter hohen Salzsilos und eine Kehrgutablage mit 128 Quadratmetern beantragt. Dazu kommen sechs Fertiggaragen und fünf Unterstellplätze aus Holz. Auch dazu wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Schon mehrfach war der Neubau der Geh- und Radwegbrücke beim Eisweiher über die Röslau Thema im Bauausschuss. Fünf Varianten der Planer gab es dazu. Eine Bogenbrücke, die auch einem Jahrhunderthochwasser trotzen würde, wird es nun doch nicht. Die Pläne dafür wurden aus Kostengründen ad acta gelegt. Die Brücke würde etwa viermal soviel kosten wie die kleinere Lösung. Und auch die Verkleidung des Betonbauwerks mit Granitsteinen wurde von Stadtbaumeister Brunner als "historisierend" abgetan. Damit erwecke man künstlich den Anschein, es handle sich um ein historisches Bauwerk, sagte er.

Gegen eine Stimme - von Roland Schöffel - entschied sich der Bauausschuss für "Variante 3", eine Brücke aus Stahlbeton mit Holzgeländer und einer Fahrbahn ohne pflegeintensive Eichenbretter. Schöffel hatte schon vor Jahren einmal den Vorschlag gemacht, die ehemalige Zollbrücke mit zwei Bögen nach historischem Vorbild wieder zu bauen. Die Gesamtkosten liegen bei 241 000 Euro. Nach den Zuschüssen bleiben für die Stadt 56 500 Euro übrig.

Autor

Herbert Scharf
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 09. 2019
17:26 Uhr

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Herbert Scharf

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Veröffentlicht am:
06. 09. 2019
17:26 Uhr



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