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Fichtelgebirge

Jonas Deichmann startet zur Weltrekord-Jagd

Der Aktive des Marktredwitzer Alpenvereins radelt vom Nordkap bis Kapstadt. In 75 Tagen will er arktische Zonen, den Kaukasus, die Sahara und die Tropen durchqueren.



Immer auf Achse: Jochen Deichmann während seiner Tour durch Amerika. Foto: pr.
Immer auf Achse: Jochen Deichmann während seiner Tour durch Amerika. Foto: pr.  

Marktredwitz - Die Alpen? "Naja, irgendwie kommen mir die jetzt wie Hügel vor", sagt Jonas Deichmann im Gespräch mit der Frankenpost . Der Sportler ist Mitglied des Marktredwitzer Alpenvereins und einer der verrücktesten Radsportler, die es gibt. Nach seinen Weltrekorden für die Amerika-Durchquerung von Alaska bis Feuerland und dem Eurasien-Cross heißt es diesmal "vom Nordkap nach Kapstadt". Am morgigen Sonntag startet Deichmann am Nordkap zu der wahrscheinlich härtesten Herausforderung. In 75 Tagen will er die 18 000 Kilometer zurücklegen, das wären 30 Tage schneller als der bisherige Weltrekord.

Lange Tour auf dünnen Reifen

Jonas Deichmann und Philipp Hympendahl fahren auf sogenannten Endurance-Rennrädern mit Titan-Rahmen. Das sind Rennräder, die speziell für lange Touren auch mal in rauem Terrain konstruiert sind. Sie sind komfortabler und stabiler als herkömmlicher Renner. Deichmann hat einen 30 Millimeter breiten Tubeless-Pannenschutz-Reifen aufgezogen. Unter anderem nutzen Profis derartige Räder bei Rennen wie Paris-Roubaix mit langen Kopfsteinpflaster-Passagen.

Den Ultrasportlern Deichmann und Hympendahl stehen 18 000 Kilometer bevor - über Berge, durch Savannen, Wüsten und tropische Wälder. Sie planen für ihren Weltrekordversuch 75 Tage vom Nordkap bis Kapstadt ein. "In Skandinavien und Russland wollen wir täglich 300 Kilometer schaffen, da es später in Afrika zu gefährlich ist, nachts zu fahren, und wir so nicht so lange im Sattel sitzen können", sagt Deichmann. Im Durchschnitt planen sie mit 275 Kilometern pro Tag. Das bedeutet, dass sie ein Tempo von 29 bis 30 Stundenkilometern fahren.

 

Mit dabei ist Ultraradler und Fotograf Philipp Hympendahl aus Düsseldorf. "Wir wollen auch den Rekord für Teamfahrer", sagt Deichmann. Das bedeutet, dass beide gleichzeitig losfahren und ankommen müssen. Bei zwei derart individuellen Ultrasportlern eine weitere Herausforderung.

 

Deichmann fühlt sich topfit. Vor zwei Wochen ist er von einem Höhentrainingslager aus den Anden zurückgekehrt. "Hier habe ich auf 4000 Metern Höhe unter andrem an einem Ultra-Rennen über 4000 Kilometer und 60 Pässe teilgenommen. Da erscheinen die Alpen-Pässe nicht mehr gar so hoch." Insgesamt hat der in München lebende Sportler in diesem Jahr bereits 30 000 Kilometer in den Beinen und dank des intensiven Höhentrainings Blutwerte, von denen mancher Tour-de-France-Fahrer träumen dürfte. "Ich bin mal gespannt, wie gut mich meine roten Blutkörperchen durch die Tour bringen", sagt Deichmann und lacht.

Vor ihm und seinem Teamgefährten liegen 18 000 Kilometer. Die beiden starten nördlich des Polarkreises in der arktischen Zone, fahren durch relativ kommodes Gelände in Skandinavien und Russland und überqueren das Kaukasus-Hochgebirge. Danach schwitzen sie bei Temperaturen von bis zu 50 Grad in den Wüsten des Irans, der Sahara und in den Tropen. In Äthiopien stehen wieder Hochgebirgs-Pässe bevor. "Gut möglich, dass es da oben Schnee hat." Zermürbend werden schließlich die endlosen Savannen im südlichen Afrika.

Afrika. Von allen Kontinenten ist es der unberechenbarste. "Naja, wir kommen zumindest in Kairo, Nairobi und Kapstadt an Fahrradläden vorbei." Dies bedeutet, dass die beiden Sportler an vielen Tagen hunderte Kilometer komplett auf sich allein gestellt sind. "Deshalb haben wir fast alle Verschleißteile wie Ketten, Speichen, aber auch Reifen und Flickzeug dabei." Dank der chinesischen Milliarden-Investitionen seien viele Straßen in Ostafrika mittlerweile asphaltiert. "Man kann aber nie wissen, was einen alles unterwegs erwartet."

Nicht nur die Natur ist auf der Weltrekord-Tour eine Herausforderung, sondern auch die vielen großen, aber auch lokalen Konflikte in den Krisengebieten. Deichmann hofft, dass er und Philipp Hympendahl in keine gefährlichen Situationen verwickelt werden. Allein der Aufwand für die Visa sei unvorstellbar kompliziert gewesen. Durch Russland, Aserbaidschan, Iran und all die afrikanischen Länder könne man nicht einfach so durchradeln. Mittlerweile liegen die Visa bereit. Lediglich für den Irak haben sie keines erhalten. Daher müssen die Ultrasportler ihre Route kurzfristig etwas ändern und durch den Süd-Iran fahren. Von hier aus fliegen sie in Richtung Norden zurück nach Kairo. "Hier nehmen wir die Ostafrika-Route nach Kapstadt." Dass sich die Tour durch den unfreiwilligen Flug zurück etwas verlängert, nehmen die beiden gelassen.

Wie üblich bewältigen Deichmann und Hympendahl die 18 000 Kilometer ohne fremde Hilfe. Egal ob Pannen, Krankheiten oder endlose Grenzkontrollen - mit allem müssen sie alleine zurechtkommen. Dass die Tour im Zeichen des Weltrekordes steht, macht sie noch anspruchsvoller. Eigentlich geht es nur darum, "Kilometer zu fressen", wie es Radsportler nennen, und zwar so schnell es der Körper zulässt. Bleibt bei all dem Zeit, Land und Leute kennenzulernen? "Beim Radfahren bekommt man eine Menge mit. Außerdem haben wir immer mal wieder einige Minuten, die wir zum Essen irgendwo stehen bleiben. Da kommen wir mit den Einheimischen ins Gespräch."

Wir berichten regelmäßig über den Weltrekordversuch.

Hier kann man Jonas Deichmann auf Instagram folgen

Oder auf seiner Homepage seinem GPS-Signal per Live-Tracker folgen

 

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
06. 09. 2019
18:02 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
06. 09. 2019
18:02 Uhr



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