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Fichtelgebirge

Kult-Uhren erobern das Fichtelgebirge

Marco Lang kehrt nach 18 Jahren zurück in seine Heimat und kreiert Zeitmesser der besonderen Art. Jetzt zeigen die Gipfel der Region an, welches Stündchen geschlagen hat.



Marco Lang mit seinen selbst gestalteten Uhren, die überall im Haus in Göpfersgrün hängen. Hinter ihm sind die Kult-Uhren mit den Fichtelgebirgs-Gipfeln, rechts die mit dem Koppetentor und vorn sein Erstlings-Werk, der Stadtturm von Straubing. Foto: Peggy Biczysko
Marco Lang mit seinen selbst gestalteten Uhren, die überall im Haus in Göpfersgrün hängen. Hinter ihm sind die Kult-Uhren mit den Fichtelgebirgs-Gipfeln, rechts die mit dem Koppetentor und vorn sein Erstlings-Werk, der Stadtturm von Straubing. Foto: Peggy Biczysko  

Göpfersgrün - In dem malerischen Haus im Grünen ticken vermutlich mehr Uhren als in irgendeinem anderen Haus. Marco Lang, der nach 18 Jahren zurückgekehrt ist in seine Heimat, hat all diese Uhren selbst kreiert. Seit einem Jahr lebt der gebürtige Arzberger in Göpfersgrün und hat sich mit seiner Familie ein kuscheliges Nest gebaut. Eines, von dem aus er auch arbeitet - mit Blick in den üppig bewachsenen Garten, der ihn inspiriert, wenn er am Schreibtisch tüftelt. Der kreative 40-Jährige ist Mediengestalter, Grafiker und seit einigen Jahren auch Designer von Uhren. Nämlich der Kult-Uhren, wie er sie getauft hat.

"Aus Liebe zur Region habe ich eine neue Wanduhr kreiert, nämlich das Wahrzeichen von Wunsiedel: das Koppetentor", erzählt er beim Kaffee auf der Terrasse seines schmucken Hauses im beschaulichen Göpfersgrün. Nicht nur das Koppetentor prangt auf Acrylglas und ist obendrein noch eine Uhr. Seine neueste Kreation sind die Fichtelgebirgs-Uhren mit den berühmtesten Gipfeln der Region. So prangt auf einer Uhr der Ochsenkopf, auf den anderen Kösseine, Schneeberg, Epprechtstein, Großer Waldstein, Kornberg und auch noch der "Zuckerhut". "Der ist zwar kein richtiger Berg", sagt Marco Lang schmunzelnd, "aber das habe ich als Reminiszenz an meine Heimatstadt gemacht."

Fast 20 Jahre ist es her, seit er Arzberg den Rücken gekehrt hat. "Dann sind meine heutige Frau Sirid und ich erst einmal ein Jahr lang mit dem Camper durch ganz Südeuropa gereist." Mittlerweile haben die beiden zwei Kinder. Matti ist sechs und kommt heuer in die Schule, die vierjährige Frida hat noch ein bisschen Zeit. Bis zu seiner Rückkehr hat das Ehepaar - "meine Frau stammt aus Regensburg" - in Schwäbisch Gmünd und zuletzt in Straubing gelebt. "Ich hatte das Gefühl, es ist Zeit, wieder nach Hause zu kommen", sagt Marco Lang. "Es ist doch schöner, wenn die Kinder in solch einer wunderbaren Umgebung aufwachsen können", findet der Papa. Außerdem rücke die Familie wieder enger zusammen. Denn die Eltern Langs leben noch immer in Arzberg.

Doch wie ist der Mediengestalter auf die Idee mit den Kult-Uhren gekommen? "Mit dem Stadtturm von Straubing hat alles angefangen", blickt Marco Lang zurück. "Die Menschen in meiner vorherigen Heimatstadt lieben ihren Stadtturm. Und da dachte ich mir, man könnte doch mal etwas Besonderes daraus machen." Und so nahm er sich ein Foto des Turms zur Hand, scannte dieses ein und bearbeitete es so lange künstlerisch, "bis ich zufrieden war". Das dauere schon mal bis zu einer Woche, ehe das Resultat so ist, wie es sich der Designer vorgestellt hat. Dann ließ er einige dieser Bilder auf Acrylglas-Platten drucken. "Und damit die Bilder auch einen Sinn machen, wollte ich die Kombination mit einer gewissen Funktionalität", erzählt Lang. Mit Bohrer und Uhrwerk machte er sich dann an dem Stadtturm zu schaffen, bis eine Wanduhr herauskam. "Die Resonanz auf die Straubinger Kult-Uhren war so großartig, dass ich im Lauf der Zeit immer mehr Uhren entworfen und entwickelt habe." Inzwischen habe er nahezu 4000 Straubinger Uhren verkauft, strahlt der Künstler. "Das ist eben etwas für Lokalpatrioten", findet er.

Mittlerweile hat der Designer 25 verschiedene Motive in den verschiedensten Größen - "ich mache das auch nach den Wünschen meiner Kunden" - auf den Markt gebracht. Regensburg, München, Passau oder Hamburg sind nur einige Städte, deren Wahrzeichen er als Grundlage für seine Kult-Uhren umgesetzt hat. "Die deutsche Stiftung für Denkmalpflege, die sich um die Erhaltung des Hamburger ,Michel’ - die Hauptkirche Sankt Michaelis - kümmert, hat beispielsweise bei mir angefragt, ob ich den Kirchturm auch als Uhr verewigen könnte." Der Designer zögerte nicht lange und abstrahierte den "Michel" am Computer. "300 Uhren habe ich von dem Hamburger Wahrzeichen gemacht."

Jetzt ist Marco Lang glücklich im Fichtelgebirge gelandet. "Das Haus hat uns gefunden", versichert er. Von der ersten Minute an hätten sich seine Kinder hier gefühlt wie zu Hause. "Da war für Sirid und mich klar, das ist unseres." Seit einem Jahr leben sie nun in Göpfersgrün und fühlen sich pudelwohl in der dörflichen Idylle. Während seine Frau täglich zur Agentur für Arbeit nach Weiden pendelt, genießt Marco Lang die Vorzüge seiner Selbstständigkeit und arbeitet von zu Hause aus. "Die meisten meiner Kunden sitzen irgendwo anders. Aber die technischen Möglichkeiten sind heutzutage ja perfekt."

Mittlerweile ist der 40-Jährige auch in der Künstlerkolonie Fichtelgebirge vernetzt und engagiert sich dort künstlerisch. Marco Lang wirkt vom 14. September bis 23. Oktober in Bad Berneck mit, wo die KüKo im ehemaligen NKD-Markt im Maintal-Center einen "Souvenir"-Laden der anderen Art präsentiert. Er zählt zu den Künstlern, die neue, kreative Souvenirs für die Region Fichtelgebirge entwickelt haben und diese in dem Popup-Store zum Verkauf anbieten. "Da sind meine Uhren mit dabei, vor allem die neuen Fichtelgebirgs-Kult-Uhren und die vom Koppetentor in Wunsiedel."

Welche Kreation ihm als nächstes vorschwebt, verrät Marco Lang noch nicht. Aber sicherlich wird es wieder etwas mit Heimat zu tun haben - mit der alten, neuen Heimat im Fichtelgebirge.

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
06. 09. 2019
20:04 Uhr

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
06. 09. 2019
20:04 Uhr



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