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Fichtelgebirge

20 Jahre "Helfer vor Ort" in Nagel

Weil im Notfall die ersten Minuten oft über Leben und Tod entscheiden, hat sich das System der schnellen Hilfe in der Gemeinde bewährt. Es ergänzt den Rettungsdienst.



Die "Helfer vor Ort" in Nagel freuen sich über das 20-jährige Jubiläum: Reiner Reithmeier, Matthias Prechtl, Harald Hecht und Dominic Schreyer (hinten von links), Patrick Süttner, Annalena Pöllath, Nina Ruckdäschel, Dennis Hauptfleisch und Simon Schindler (vorne von links). Foto: Peter Pirner
Die "Helfer vor Ort" in Nagel freuen sich über das 20-jährige Jubiläum: Reiner Reithmeier, Matthias Prechtl, Harald Hecht und Dominic Schreyer (hinten von links), Patrick Süttner, Annalena Pöllath, Nina Ruckdäschel, Dennis Hauptfleisch und Simon Schindler (vorne von links). Foto: Peter Pirner  

Nagel - Mit großer Freude kann das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in Nagel auf 20 Jahre des Systems "Helfer vor Ort" zurückschauen. Die Mitglieder der BRK-Bereitschaft und des Fördervereins, die aktiven "Helfer vor Ort" und viele Gäste feierten das Jubiläum gemeinsam im Rathaus. Dabei ließen sie die Geschichte Revue passieren, blickten aber auch auf die aktuelle Situation.

Im Jahr 1999 entstand die System-Idee auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe für die Gemeinschaft, heute sind die "Helfer vor Ort" als effizientes Rettungsinstrument in der Bereitschaft allgegenwärtig. "Helfer vor Ort" sind für ihren Einsatz gut ausgebildete, erfahrene Mitglieder der BRK-Bereitschaften, die bei Notfällen von der Integrierten Leitstelle zusätzlich zum Notarzt beziehungsweise Rettungswagen gerufen werden.

Die ehrenamtlichen Helfer sind im Durchschnitt sieben bis acht Minuten schneller vor Ort und übernehmen die Primärversorgung des Patienten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Sie führen lebenserhaltende Sofortmaßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch und betreuen die Patienten. Dabei steht jedem Helfer vor Ort eine Notfallausrüstung zur Verfügung. Der Helfer vor Ort könne den Rettungsdienst nicht ersetzen, ihn jedoch sinnvoll ergänzen, sind sich die Verantwortlichen einig.

Die Anfänge vor zwei Jahrzehnten waren schwierig. Aber die Gründungsmitglieder konnten auf Bernd Weinmeyer, damals bei der Integrierten Leitstelle, heute erster stellvertretender Vorsitzender des BRK-Kreisverbands, und Bürgermeister Theo Bauer vertrauen, sie unterstützten die gute Sache. Auch später fanden sie immer wieder Förderer, zum Beispiel beim Kauf und bei der Wartung von Fahrzeugen. Während der Festveranstaltung übergab Siegfried Wunderlich eine Spende der Kunden seiner Edeka-Märkte: Sie verzichteten auf die Erstattung von Pfandbons in Höhe von 242 Euro, er verdoppelte die Spende auf 500 Euro.

Allerdings waren die Ehrenamtlichen oft genug auch ihre eigenen "Helfer vor Ort": Zunächst fuhren sie mit ihren Privatautos und telefonierten mit ihren eigenen Handys, später bauten sie die gebrauchten Einsatzfahrzeuge selbst um. Insbesondere ins Projekt Bereitschaftsheim, das im Jahr 2016 eingeweiht wurde, investierten sie eine Menge an Eigenleistung.

Gründungsmitglied Matthias Prechtl, der erste Vorsitzende des Fördervereins BRK-Bereitschaft-Nagel, Patrick Süttner, und Dennis Hauptfleisch, der aktuell die Helfer vor Ort in Nagel leitet, gaben amüsante Rückblicke über Teammitglieder und Anschaffungen, über besondere Situationen und Einsätze, unter anderem in einem Hühnerstall. Manches, was sich heute wie eine lustige Anekdote anhört, war damals eine Schwierigkeit, die es erstmal zu meistern galt.

Das umfassende Engagement trägt jetzt schon 20 Jahre lang Früchte und erfährt von den Verantwortlichen des BRK große Wertschätzung. Bernd Weinmeyer nannte die Helfer vor Ort eine gute und sinnvolle Ergänzung im BRK. Kreisbereitschaftsleiterin Petra Drewello hob in ihrem Grußwort den langjährigen ehrenamtlichen Einsatz hervor. Simon Schindler als Bereitschaftsleiter in Nagel schätzt hoch, dass die Helfer vor Ort der BRK-Bereitschaft zu neuem Schwung verhalfen. Er sprach auch über das aktuelle Fahrzeug, einen Skoda. Mit der in Eigenleistung erfolgten tollen Beklebung seien die "Helfer vor Ort" deutlich erkennbar. Und BRK-Geschäftsführer Thomas Ulbrich betonte, dass schon etwa 5000 Menschen bei Unfällen oder plötzlichen Erkrankungen von den Helfern vor Ort profitiert hätten.

Seine öffentliche "Weltpremiere" hatte dann der Imagefilm der Nageler Helfer vor Ort, der über Youtube abgerufen werden kann. Er zeigt, wie die quälende Zeit nach einem Herzanfall bis zum Eintreffen des Notarztes um wichtige Minuten verringert wird, wenn schnell ein Helfer vor Ort ist.

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Veröffentlicht am:
08. 09. 2019
18:36 Uhr

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Veröffentlicht am:
08. 09. 2019
18:36 Uhr



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