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Fichtelgebirge

Oase der Erholung statt Sportgelände

Der Fußballplatz des ehemaligen SV Bad Alexandersbad liegt brach. Die Gemeinde plant hier nun ein Feriendorf.



Noch liegen das Betriebsgebäude und das Sportgelände des ehemaligen SV Bad Alexandersbad im Dornröschenschlaf. Nach dem Willen der Gemeinde soll dort ein Feriendorf entstehen. Foto: Christian Schilling
Noch liegen das Betriebsgebäude und das Sportgelände des ehemaligen SV Bad Alexandersbad im Dornröschenschlaf. Nach dem Willen der Gemeinde soll dort ein Feriendorf entstehen. Foto: Christian Schilling  

Bad Alexandersbad - Die kleinste Kurgemeinde Bayerns rüstet touristisch weiter auf. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat von Bad Alexandersbad die Einleitung eines Verfahrens und die Aufstellung eines Bauplans für ein "Ferienresort Bad Alexandersbad" auf dem bisherigen Sportplatzgelände eingeleitet.

Seit sich der Sportverein in der Liquidation befindet, habe sich der Gemeinderat mit der Nachnutzung des Geländes beschäftigt, unter anderem auch in einer nichtöffentlichen Sitzung, erklärte Bürgermeister Peter Berek. Auch in der Bevölkerung sei die Nutzung des Geländes ein Thema. Als weitere Möglichkeiten habe der Gemeinderat verschiedene Varianten ausgelotet: die weitere Nutzung als Sportgelände, als Standort für einen Waldkindergarten, als Baugebiet, Campingplatz, Wohnmobilstellplatz oder Feriendorf.

Eine Fortsetzung des Gebrauchs als Sportgelände sei daran gescheitert, dass es keinen aktiven Verein gebe, der sich um das Gelände kümmern könne. Und dies trotz anfangs vielversprechender Gespräche mit dem Skiclub Wunsiedel. "Für den Verein war die Aufgabe einfach zu groß", sagte Berek.

Für einen Standort als Waldkindergarten sei das Gelände nicht optimal geeignet. Überlegenswert sei die Anlage eines Baugebiets gewesen, da Bauplätze in der Kurgemeinde rar sind. Allerdings gebe es berechtigte Zweifel, ob das Gelände wegen der Lage im Wald und dem feuchten Untergrund überhaupt mit einer dichten Wohnbebauung nutzbar sei. Darüber hinaus bedürfe es einer relativ hohen Versiegelung alleine durch die befestigte Straßenerschließung, so der Bürgermeister.

Letztlich würde im Moment als vernünftige und realisierbare Lösung die Anlage eines Campingplatzes oder eines Feriendorfes bleiben. Die Anlage eines Campingplatzes wäre wegen der weiteren Nutzung des Betriebsgebäudes, der relativ geringen baulichen Notwendigkeiten und der damit verbundenen geringen Versiegelung laut Berek die einfachste Variante. Allerdings grenze das Areal an ein Baugebiet. Ein Campingplatz wäre daher wegen der regelmäßigen An- und Abreisen nicht optimal. Auch sei eine geordnete bauliche Entwicklung zu favorisieren.

Die Idee eines Feriendorfes habe die Entwicklungsagentur des Landratsamtes an den Gemeinderat herangetragen und Kontakt mit der Firma Frankenhaus in Höchstädt hergestellt. In der vorhergehenden Sitzung habe sich die Firma vorgestellt und erste Ideen präsentiert. "Ein Feriendorf ist überlegenswert", sagte Berek. Das Projekt wäre auch den gesundheits-touristischen Zielen förderlich. Das Grundstück solle dabei im Besitz der Gemeinde bleiben. Nun gehe es darum, Vor- und Nachteile zu prüfen sowie ein Bauleitverfahren einzuleiten, das Bürgern, Trägern öffentlicher Belange und Einrichtungen die Möglichkeit gebe, sich aktiv zu beteiligen. Die Bürger sollen dabei bei Bürgerversammlungen Kritiken und Ideen mit einbringen. "Wir haben ein Gelände, das wir entwickeln müssen", resümierte Berek.

Einen ersten Plan dieser Entwicklung und den bisherigen Stand stellte Sven Hinne von der Firma Frankenhaus vor. Demnach soll das Betriebsgebäude des Sportvereins als öffentliches Gebäude mit einer Rezeption erhalten bleiben. Geplant sei zunächst die Errichtung von vier Vier-Parteien-Reihenhäusern - in der Mitte mit zwei Etagen - und neun Doppelhäusern, die alle über eine Ringstraße anfahrbar und im hinteren Bereich mit Terrassen ausgestattet sind.

"Wir bauen nachhaltig mit natürlichen Rohstoffen", erklärte der Experte dem Gremium und auch zahlreichen Zuhörern aus der Bürgerschaft. Die Häuser würden aus einem Holzgrundgerüst mit Mineralfaser-Dämmung auf natürlicher Basis bestehen. Verschalt würden sie mit Lärchenholz, das Dach würde mit roten Ziegeln gedeckt. Versorgt würden die Ferienhäuser durch ein Blockheizkraftwerk.

Die Grundstücksgrößen begännen bei 150 Quadratmetern pro Haus zu einem Kaufpreis ab 145 000 Euro, bislang ohne Erschließungskosten. Die Wohnflächen würden zwischen 56 und 76 Quadratmetern liegen. Für die kleinste Wohneinheit fielen 9000 Euro Pacht an. Dabei bliebe das Grundstück in Gemeindehand und würde im Erbbaurecht verpachtet. Geplant seien zudem ein Spielplatz und zwei Gemeinschaftsflächen. Pro Wohneinheit sei ein Pkw-Stellplatz außerhalb des Areals geplant. Zum Be- und Entladen würde die Ringstraße dienen, die nicht geteert, sondern mit Rasenpflastersteinen befestigt werden solle.

Als nächster Schritt stehe nun das Planungsbauverfahren an, ergänzte Bürgermeister Berek. Dazu sollen auch die Bürger bei Bürgerversammlungen mit ins Boot geholt werden.

Eine gute Nachricht hatte das Gemeindeoberhaupt noch für die Feldgeschworenen der Gemeinde. Die Gebühr für die Erledigung der Dienstleistung werde für Feldgeschworene von 10,50 auf 13 Euro pro angefangene Stunde erhöht. Der Feldgeschworenen-Obmann erhalte nun 14 statt elf Euro.

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab Stefan Walberer von der Verwaltung bekannt, dass der Gemeinderat zwei Nachträge für die Gestaltung der Ortsmitte Kurplatz in Höhe von über 9600 Euro freigegeben hat.

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Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
17:50 Uhr

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Christian Schilling

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Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
17:50 Uhr



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