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Fichtelgebirge

Oma und Opa streiken für die Zukunft

Pfarrer Johannes Herolds Aufruf, globale Umweltproteste zu unterstützen, folgen wenige Schüler in Selb. Dafür warnen ältere Demonstranten vor der Zerstörung der Erde.



Alle müssten ihren Lebensstil ändern - "sonst werden wir absaufen wie Venedig", warnte Pfarrer Johannes Herold (vorne rechts), der den Klima-Streik am Freitag in Selb organisiert hatte. Mitglieder verschiedener Gruppierungen äußerten hier ihre Sorgen über die Vernichtung der Umwelt. Fotos: Florian Miedl
Alle müssten ihren Lebensstil ändern - "sonst werden wir absaufen wie Venedig", warnte Pfarrer Johannes Herold (vorne rechts), der den Klima-Streik am Freitag in Selb organisiert hatte. Mitglieder verschiedener Gruppierungen äußerten hier ihre Sorgen über die Vernichtung der Umwelt. Fotos: Florian Miedl   » zu den Bildern

Selb - Weltweit haben Kritiker am Freitag die Umweltverschmutzung angeprangert, auch in Selb haben rund 200 Klimaschützer Flagge gezeigt, zum Beispiel mit oben genannten Sprüchen auf Schildern. Die Kundgebung organisierte der evangelische Pfarrer Johannes Herold unter dem Motto Church for Future. Auch Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch mischte sich am Nachmittag unter die Demonstranten auf dem auf dem Martin-Luther-Platz.

20.09.2019 - Klima-Demo in Selb - Foto: Florian Miedl

Klima-Demo in Selb Selb
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"Ich sehe ganz viele alte Bekannte", konstatierte der langjährige Umweltaktivist Udo Benker-Wienands. Der Vorsitzende der ökologischen Bildungsstätte Hohenberg und pensionierte Schulleiter fügte hinzu: "Ich bin froh, dass viele junge Menschen uns Alte ergänzen." Fakt ist: Die Großeltern-Generation war bei der Umwelt-Kundgebung in Selb am stärksten vertreten, es folgte die Eltern-Generation sowie wenige Schüler und Kleinkinder.

Fakt ist aber auch: Nicht nur die Grauhaarigen kämpften entschieden für die Zukunft ihrer Enkel, sondern die wenigen jungen Aktiven fanden ebenfalls deutliche Worte. Auch sie benannten klipp und klar, wie lebensbedrohlich die Umweltzerstörung schon ist. "Die Klimafrage ist die fundamentale und große Frage des 21. Jahrhunderts. Hier steht die Existenz meiner und der nächsten Generation auf dem Spiel", betonte Karl Benes von der Kreisverbands-Jugend Bündnis 90/Die Grünen.

Deutlich von den anderen sieben Rednern hob sich Yvonne Meier vom Leitungskreis der evangelischen Jugend im Fichtelgebirge ab: Die 19 Jahre alte Studentin aus Selb, die Diakonin werden will, trug ihr Plädoyer für die Klimarettung als Poetry Slam vor: "Ob Aufstehen etwas bringt habe ich gefragt, große Augen gemacht, und es gewagt, das System zu hinterfragen. Seit Jahren und Jahrzehnten - ich weiß nicht, wie lange schon - sitzen wir hier und reden uns ein, wir könnten nichts tun." Die junge Frau rief in Selb dazu auf, sich einzubringen statt weiter zuzusehen, wie "Smog und Abgase die Sicht versperren".

Vom "Paradies Erde, das uns anvertraut ist, und das wir für nachfolgende Generationen bewahren müssen", sprach Dekan Dr. Volker Pröbstl in der Selber Stadtkirche. Hier gab es vor der Demo eine ökumenische Andacht. Auch der katholische Pfarrer Johann Klier hatte in dem gut gefüllten Gotteshaus mit den Gläubigen gebetet: "Oh Herr, segne unsere Augen, dass sie sehen die Kostbarkeit unserer Erde und die Schätze des Lebens."

Die Erde sei es wert, erhalten zu werden, sagte Dekan Pröbstl als Redner bei der Klima-Demo. Jeder könne kleine Schritt machen - nun gelte es, anzufangen. Pfarrer Klier rief auf dem Martin-Luther-Platz dazu auf, dass jeder seinen Beitrag leiste: "Damit die Schöpfung auch in Zukunft Freude macht."

Politikern zufolge sollten Verhaltensänderungen für die Umwelt niemandem wehtun: "Was für ein Unsinn", stellte Benker-Wienands klar. Es werde allen wehtun, weniger Auto zu fahren, weniger Fleisch zu essen und weniger Plastik zu benutzen. Dennoch sei es höchste Zeit dafür.

Deutschland brauche endlich ein Tempolimit - alle anderen Länder Europas hätten bereits eines, sagte Benker-Wienands. "Andreas Scheuer ist die Doktor-Würde schon abgenommen worden - ich hoffe, dass ihm bald auch die des Verkehrsministers abgenommen wird."

"Fast ähnlich" wie Greta Thunberg sei es Johannes Herold ergangen. Der Pfarrer bekam viel Kritik in den Medien dafür, dass er die Demo Church for Future in Selb organisiert hatte, erklärte Benker-Wienands: "Ganz vielen Dank dafür, dass du das auf die Beine gestellt hast."

Herold selbst betonte, er mache das keinesfalls, um Parteipolitik zu betreiben oder eine Jugendbewegung zu okkupieren. "Wir müssen unseren Lebensstil ändern, sonst werden wir absaufen wie Venedig."

Die Protestierenden in Selb seien Teil einer weltweiten Bewegung, sagte der Pfarrer. Über 500 Demonstrationen gab es am 20. September in Deutschland, weltweit seien es mehr als 2000 gewesen. Mit Fridays for Future solidarisierten sich viele andere Gruppen, darunter Parents for Future, Scientists for Future, Omas for Future sowie Church for Future.

Auch die SPD wolle diese Klima-Demo in Selb zu keiner Parteiveranstaltung machen, stellte Melanie Graf vom Ortsverband der Sozialdemokraten klar. Fakt sei, dass alle Politiker den Fokus stärker auf den Bereich Umweltschutz legen müssten.

"Wir verheizen unsere Lebensgrundlage", warnte Fred Terporten-Löhner vom BUND im Kreis Wunsiedel. Er forderte auf, mehr Mut und Entschlossenheit zu zeigen und bat die Jugend, sich nicht hinter dem vermeintlich angeborenen Wohlstand der Alten zu verstecken. "Wenn wir es schon nicht schaffen, sollten unsere Nachkommen es besser machen!"

Autor

Brigitte Gschwendtner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
21:12 Uhr

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Autor

Brigitte Gschwendtner

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
21:12 Uhr



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