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Fichtelgebirge

Blühwiesen als Nahrungsquelle

Die Stadtwerke Wunsiedel lassen auf ihren Flächen der Natur freien Lauf. Unterstützung leisten Naturliebhaber und Jagdpächter der Region.



Vom Summen und Brummen auf der bunten, 23 000 Quadratmeter großen Blühwiese zwischen Schönbrunn und Hildenbach sind (von links) SWW-Geschäftsführer Marco Krasser, technischer Leiter Markus Hausmann und Jagdpächter Jürgen Fraas hellauf begeistert. Fotos: David Trott
Vom Summen und Brummen auf der bunten, 23 000 Quadratmeter großen Blühwiese zwischen Schönbrunn und Hildenbach sind (von links) SWW-Geschäftsführer Marco Krasser, technischer Leiter Markus Hausmann und Jagdpächter Jürgen Fraas hellauf begeistert. Fotos: David Trott   » zu den Bildern

Wunsiedel - In Zeiten des Klimawandels und des Artensterbens sind unbelastete Biotope als Nahrungsquelle und Lebensraum für die Tierwelt besonders wichtig. "Mit einem gesunden Pflanzenmix kommen auch die Insekten. Die sind dann neben Früchten die Nahrung für Niederwildarten und Vögel", weiß Jagdpächter Jürgen Fraas. Deshalb ist er von der neuen Blühwiese zwischen Schönbrunn und Hildenbach besonders begeistert. Rund um die engere Schutzzone am Tiefbrunnen am Bergwiesenbrunnen wurde in Zusammenarbeit mit der SWW Wunsiedel die Veitshöchheimer Bienenweide gesät. Diese Mischung aus blühfreudigen Wildkräutern, Kulturpflanzen und langlebigen Wildstauden liefern ein reiches Nektar- und Pollenangebot von April bis November. Darüber hinaus ist dieses Areal nun ein wertvoller Lebensraum für Bodenbrüter und Niederwildarten. "Seit fast 25 Jahren arbeiten die Landwirte, die SWW und ich als Jagdpächter Hand in Hand", freut sich der Naturliebhaber. Dies spiegle sich in den gestiegenen Populationen der Hasen, Singvögel und Igel wider. Durch frühere Projekte hätten sich um Wunsiedel die einzig nennenswerten Bestände von Rebhuhn und Fasan gefestigt.

Es gebe in der Region zum Glück viele Landwirte, die Flächen für natürliche Biotope zur Verfügung stellen. So kämen einige Hektar an Streuobstwiesen, Flächen mit Hecken und Sträuchern oder auch Wiesen mit natürlichem Bewuchs zusammen. "Das sind viele kleine und wichtige Trittsteine. Eine derart große Fläche mit 23 000 Quadratmetern wie hier am Tiefbrunnen ist aber besonders wertvoll", stellt Jürgen Fraas klar.

Eine sichere Wasserversorgung müsse mit dem Naturschutz Hand in Hand gehen, sind sich Geschäftsführer Marco Krasser und der technische Leiter der SWW Markus Hausmann einig. Seit 1995 wurden in Wunsiedel zahlreiche Naturschutzprojekte auf Grundstücken der SWW durchgeführt. So entstehen an Flächen um die Wasserhochbehälter wie in Leupoldsdorf oder an Tiefbrunnen wie an der Denglerquelle Bodenverhältnisse, die für selten gewordene blühende Pflanzen optimal sind.

"Hier an der engeren Schutzzone um den Tiefbrunnen am Bergwiesenbrunnen wirkt die Blühwiese wie ein natürlicher Filter", weiß SWW-Geschäftsführer Marco Krasser. Die Pflanzen würden Nitrat aufnehmen und somit die Wasserqualität steigern. "Nicht umsonst hat unser Trinkwasser Mineralwasserqualität. Aus meiner Sicht hat Wasser keinen Preis, sondern nur einen Wert", betont Krasser. Die Wassergebühren seien daher Kosten für das Überwachen und Sicherstellen der Qualität sowie das zur Verfügungstellen in optimaler Qualität. Neben einem Paradies für Insekten, Wild und Vögel seien die SWW-Flächen mit Streuobstwiesen, Blühwiesen und Heckenabschnitten auch ein wunderschöner Anblick für die Menschen.
"Die Bevölkerung steht klar hinter diesen Projekten", stimmt Fraas zu. Es habe sich in den vergangenen Jahren ein tolles Wirgefühl entwickelt. "Diese riesige Fläche hier kommt jetzt sechs bis sieben Jahre ohne Bewirtschaftung aus", freut sich der Naturliebhaber. Über das Jahr und abhängig vom Klima würde sich das Aussehen verändern. Im trockenen Jahr 2019 hätten sich die Sonnenblumen gut durchgesetzt.

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David Trott
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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
17:14 Uhr

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David Trott

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
17:14 Uhr



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