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Platz für Schüler aus ganz Deutschland

Das Schullandheim in Weißenstadt wird größer. Allein im vergangenen Jahr haben knapp 11 000 Jugendliche hier interessante Tage verbracht.



Bis 2021 wird das Weißenstädter Schullandheim komplett saniert sein und über einen Erweiterungsbau verfügen. Darüber freuen sich (von links): Landrat Dr. Karl Döhler, der Vorsitzende des Schullandheimwerks Stephan Doerfler, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, der zweite Bürgermeister von Weißenstadt Holger Grießhammer, Architektin Ruth Schwarzmeier und der zweite Vorsitzende des Schullandheimwerks Alexander Wunsch. Foto: Florian Miedl
Bis 2021 wird das Weißenstädter Schullandheim komplett saniert sein und über einen Erweiterungsbau verfügen. Darüber freuen sich (von links): Landrat Dr. Karl Döhler, der Vorsitzende des Schullandheimwerks Stephan Doerfler, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, der zweite Bürgermeister von Weißenstadt Holger Grießhammer, Architektin Ruth Schwarzmeier und der zweite Vorsitzende des Schullandheimwerks Alexander Wunsch. Foto: Florian Miedl  

Weißenstadt - Kaum haben die Marktredwitzer Realschüler das Haus verlassen, kommt die nächste Gruppe. Diesmal sind es keine Jugendlichen, die das Weißenstädter Schullandheim besuchen, sondern zwei Dutzend Honoratioren. Sie sind nicht zum Lernen hier, sondern zum Feiern. Nach dem ersten Hammerschlag für den Erweiterungsbau des Weißenstädter Schullandheimes gibt es ein Büfett mit Leckereien.

Der Fantasie freien Lauf

Bis vor drei Jahren hat es in Weißenstadt ein zweites Schullandheim gegeben. Doch der Verein, der das Schullandheim des Berliner Bezirks Spandau betrieb, hat sich aufgelöst. Danach hat die Stadt Weißenstadt das Gebäude gekauft. Wie zweiter Bürgermeister Holger Grießhammer auf Nachfrage der Frankenpost sagte, ist das Haus, nicht mehr im besten Zustand. "Unter anderem muss die Heizung erneuert werden." Das Schullandheim befindet sich quasi gegenüber dem oberfränkischen auf der anderen Seite der Straße zum Waldstein. "Hier kann man der Fantasie freien Lauf lassen", antwortet Grießhammer auf die Frage, was mit dem Gebäude geplant ist. "Es ist ein Filetgrundstück mit reichlich Potenzial." Da auf dem Areal Baurecht herrsche, sei im Grunde alles denkbar."

Das oberfränkische Schullandheim sieht Grießhammer als großen Gewinn für die Stadt Weißenstadt. "Es ist ein wichtiger Mosaikstein auf unserem Weg zum ,Bad Weißenstadt’."


Bis Ende 2021 soll das in die Jahre gekommene Schullandheim eine regelrechte Frischzellenkur erhalten. Zudem entsteht auf dem Außengelände ein großer Anbau mit weiteren Schlafzimmern und Seminarräumen. Auch der Brandschutz wird komplett überarbeitet, nachdem es vor einigen Jahren in dem Gebäude zu einem Brand gekommen ist, als ein Wäschetrockner in Flammen aufgegangen war. Verletzt ist seinerzeit niemand worden, doch einige seltsam platzierte Mosaike in dem Marmorboden im Eingangsbereich zeugen noch vom Brand. "Damals sind hier Löcher in den Boden gebohrt worden, damit das Löschwasser ablaufen konnte", erklärt der Vorsitzende des Schullandheimwerks Oberfranken, Stephan Doerfler. Der Brand ist lange Geschichte und an dem Tag wollen die vielen Gästen in die Zukunft blicken. Immerhin ist das Weißenstädter Schullandheim eine der wichtigen Bildungsstätten im Landkreis Wunsiedel. Allein im vergangenen Jahr haben hier 10 900 Schüler aus ganz Deutschland Unterricht fernab der Schule erlebt.

Wenn der Anbau fertig ist, steht jeder der Klassen während des Aufenthalts ein eigener Seminarraum zur Verfügung. Nicht nur Schulklassen, auch Jugendgruppen nutzen das Gebäude am Waldstein-Hang gerne für Freizeiten. "Wir sind vor allem in den wärmeren Jahreszeiten immer sehr gut belegt", sagt Sandra Böhner, Leiterin des Schullandheimwerks Oberfranken, auf Nachfrage der Frankenpost . Künftig soll auch der Winter noch stärker gebucht werden, haben sich die Verantwortlichen zum Ziel gesetzt. So gibt es unter anderem Schneeschuhe, mit denen die Schüler im Waldsteingebiet ausgiebige Wanderungen unternehmen können. "Weißenstadt bietet für jede Jahreszeit einfach alles: Der See, die Therme, die Natur oder auch die Nähe zu Wunsiedel mit der Luisenburg und dem Fichtelgebirgsmuseum sind unbestreitbare Vorteile."

Seit 1966 gibt es das Schullandheim in Weißenstadt. "Vorher war hier das ,Hotel Berlin’. Als die Betreiber aufhörten, hat das Schullandheimwerk das Haus übernommen und umgebaut", berichtet Doerfler. Noch in den 60er- und 70er-Jahren seien die Klassen bis zu 14 Tage geblieben. "Das ist heute undenkbar. In aller Regel buchen die Schulen einen dreitägigen Aufenthalt." Dies hat laut Doerfler aber zur Folge, dass die Pflege des Hauses personalintensiver sei, da nach jedem Wechsel eine Grundreinigung anstehe.

Derzeit sind im Schullandheim zehn Mitarbeiter beschäftigt - überwiegend in Teilzeit und je nach Bedarf. Außer jeweils einem Koch, Hausmeister und Heimleiter gibt es noch sieben Hauswirtschafterinnen. Wie Sandra Böhner sagt, legt das Schullandheimwerk unter anderem auf regionale Küche Wert. "Wir kochen auch mal zusammen mit den Schülern. Zum pädagogischen Konzept der Einrichtung gehört, dass die Kinder ihre Zimmer selbst aufräumen, die Tische decken und das Geschirr wieder wegbringen und den Abfall trennen."

Schullandheim-Aufenthalte wirken sich nach Ansicht vieler Lehrer positiv auf das Klima in der Klasse aus. "Es ist eine willkommene Gelegenheit, auch mal außerhalb der Schule zusammenzuleben."

Auch wer als Schüler nie in einem Schullandheim war, kommt irgendwann mit den Einrichtungen in Berührung. Einmal im Jahr gibt es in jeder Schule eine Sammlung für Schullandheim-Werke. Die nächste beginnt am 20. Oktober und dauert bis 30. November. "Das komplette in Oberfranken zusammenkommende Geld fließt in die drei Heime im Bezirk, in Pottenstein, Steinbach am Wald und eben Weißenstadt", sagt Sandra Böhner.

Die Bauarbeiter, die vor einigen Tagen mit den Erdarbeiten für den Anbau begonnen hatten, haben bereits die erste Überraschung erlebt: Mitten durch das Gelände verläuft die Hochbehälter-Füllleitung der Stadt Weißenstadt. Dies ist in keiner Karte vermerkt gewesen. So lernen auf dem Gelände nicht nur die Schüler etwas dazu, sondern auch die Verantwortlichen für den Anbau.

—————

Wenn der Erweiterungsbau steht, beginnt die Sanierung des alten Hauses. Die Bettenzahl bleibt bei 110. Die Schüler und Lehrer haben künftig allerdings mehr Platz. So werden alle Zimmer mit Dusche und WC ausgestattet. Auch ist das Haus bis Ende 2021 barrierefrei.

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
06. 10. 2019
18:16 Uhr

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Matthias Bäumler

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06. 10. 2019
18:16 Uhr



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