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Fichtelgebirge

Gemeinsam gegen Drogen

Ein Team von verschiedenen Behörden will beim Kampf gegen die Sucht im Landkreis künftig vereint vorgehen. So soll die Erfahrung vieler gebündelt werden.



Der Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen hat sich der Arbeitskreis verschrieben. Foto: Scharf
Der Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen hat sich der Arbeitskreis verschrieben. Foto: Scharf  

Wunsiedel - Der Kampf gegen die Drogensucht ist im Landkreis Wunsiedel leider nichts Neues. Von der Suchtberatung über das Jugendamt bis zur Polizei und zum Zoll - all diese Einrichtungen oder Behörden haben längst, vor allem nach der Grenzöffnung, viel zu tun mit Drogenhandel und Drogensucht.

Neue Broschüren

Mit der Gründung des neuen Arbeitskreises "Gemeinsam gegen Drogen" wurde eine neue Broschüre mit dem gleichen Titel aufgelegt, die über legale und illegale Substanzen, die Strafbarkeit, den Umgang mit Drogensüchtigen, Signale für die Sucht, aber auch die Unterstützung und Problembewältigung informiert. Zusätzlich sind darin die Adressen und Telefonnummern von Stellen aufgelistet, die Hilfe anbieten. Die Broschüre liegt im Landratsamt und bei Behörden auf.


Neu ist, dass sich die verschiedenen Einrichtungen im Landkreis Wunsiedel nun unter dem Motto "Gemeinsam gegen Drogen" zusammenschließen und den Tenor auf vorbeugende Maßnahmen durch Informationen und Gespräche legen. "Gemeinsam erreicht man mehr," sagte Landrat Dr. Karl Döhler bei der Begrüßung der Vertreter von Schulen, Betrieben und Behörden zur Vorstellung des gemeinsamen Arbeitskreises im Möbelsaal des Fichtelgebirgsmuseums. Er lobte den Zusammenschluss der Stellen, um einen aussichtsreicheren Kampf gegen die schlimmen Folgen des Drogenkonsums zu ermöglichen. Polizei, Zoll, Jugendpflege, Sozialpädagogischer Dienst, aber auch die Schulen habe man mit ins Boot geholt.

Jeder Teilnehmer bringe, so Döhler, jetzt seine Erfahrungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln ein. Damit könne man besser über den Tellerrand sehen und erfolgreicher arbeiten. "Sie haben all ihre Erfahrungen in einen Topf geworfen mit dem Ziel, dass Kinder und junge Erwachsene im Zweifelsfall wissen, wo man Unterstützung findet," lobte der Landrat.

Eine solche Zusammenarbeit sei leider nicht überall selbstverständlich. Der Landkreis Wunsiedel als kinder- und familienfreundliche Kommune stelle sich damit besser gewappnet den Herausforderungen.

Die Sozialpädagogin Kamila Härtl vom Landratsamt unterstrich: "Mit der Gründung des neuen Arbeitskreises wollen wir den Kampf gegen die Drogensucht wirkungsvoller führen. Hier können wir die Erfahrungen der verschiedenen Mitglieder bündeln und vor allem die Prävention durch eine umfangreiche Aufklärung verbessern." Drogensucht, sagte Härtl, sei ein gesamtgesellschaftliches Problem, der Kampf dagegen eine gemeinsame Aufgabe. Die Gefahr beginne bereits im Mutterleib und ziehe sich über das Elternhaus, die Grundschule und weiterführende Schulen bis zur Ausbildung.

Vorausgegangen seien der Neugründung mehrere Fachgespräche, teilte Anke Riess-Fähnrich, die Medienreferentin des Landratsamtes, mit, die das Gespräch moderierte. Die künftige Zusammenarbeit stelle sie sich so vor, dass man sich mindestens einmal im Jahr treffe und einmal eine gemeinsame Veranstaltung oder Ausstellung anbiete. Regelmäßige Treffen sollen helfen, die Prävention zu verbessern. Eingebunden seien der Zoll, die Polizei, das Jugendamt, das Landratsamt, aber auch eine Ärztin.

Annette Guth und Roland Wunderlich vom Hauptzollamt Regensburg mit Sitz in Selb unterstrichen bei ihrer Vorstellung, dass sie eng mit den Kollegen in Tschechien zusammenarbeiteten. "Das ist allerdings nicht immer einfach nach der Liberalisierung der Drogenkriminalität in Tschechien." Auch sie unterstrichen, dass man mit einer guten Prävention und Information über die Folgen der Drogensucht viel erreichen könne. "Und zwar, bevor das Problem bereits Fakt ist."

Die beiden Vertreter des Zolls sind deshalb ebenso wie ihre Kollegin von der Kriminalpolizei Hof, Stefanie Vollert, regelmäßig zu Vorträgen und Gesprächen in den Schulen des Landkreises Wunsiedel unterwegs. Die begännen in den achten Klassen. Es würden aber auch Gespräche und Veranstaltungen für Eltern und Pädagogen angeboten.

Für die kommunale Jugendpflege des Landkreises sagte Svenja Fassbinder ihre Mitarbeit zu. Weitere Mitstreiter, so Härtl, seien willkommen. Voraussetzung aber sei, dass sie auch aktiv mitarbeiteten. Nach einem Streifzug der Arbeitskreis-Mitglieder durch die Welt legaler und illegaler Drogen vertieften sie die einzelnen Themen im Gespräch.

Autor

Herbert Scharf
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
17:34 Uhr

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Herbert Scharf

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
17:34 Uhr



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