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Fichtelgebirge

Hohenberg will hauptamtlichen Bürgermeister

Etwas mehr als die Hälfte der Bürger will einen berufsmäßigen Rathauschef. Nur in einem von vier Stimmbezirken sieht das anders aus.



Hohenberg – Die Hohenberger Bürger haben entschieden: Der nächste Bürgermeister der Stadt wird – wie bisher – ein berufmäßiger sein. Mit 52,7 zu 47,3 Prozent haben die Wähler am Sonntag für die Hauptamtlichkeit des Rathauschefs votiert.


Am Ende war der Bürgerentscheid dann doch relativ knapp ausgegangen. 40 Stimmen haben den Ausschlag gegeben. 388 Wähler hatten ihr Kreuz für den hauptamtlichen Bürgermeister gemacht, 348 waren dagegen. 1174 Wahlberechtigte waren am Sonntag in Hohenberg aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Abstimmungsbeteiligung betrug 62,8 Prozent, was 737 Wählern entspricht, eine Stimme war ungültig. 
„Ich denke, wir haben zwei Sieger mit diesem Entscheid: die Demokratie an sich, und die Stadt Hohenberg“, sagte Hans-Jürgen Wohlrab, Fraktionssprecher der SPD im Stadtrat. Es sei richtig gewesen, über das für die Stadt so wichtige Thema direkt abstimmen zu lassen. „Mit diesem Votum haben sich die Wähler dafür eingesetzt, dass die positive Entwicklung der Stadt weitergehen kann“, sagte Wohlrab. Der nächste Bürgermeister könne sich zu 100 Prozent für die Stadt einsetzen. „Der Entscheid der Hohenberger Bürger macht den ehrenamtlichen Bürgermeister vorerst zu einem Auslaufmodell.“ 


Dankbar, dass sechs Bürger das Bürgerbegehren und damit den Bürgerentscheid initiiert hatten, zeigte sich der amtierende Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD). „Die hohe Wahlbeteiligung zeigt, dass die Bürger daran interessiert sind, was in den nächsten sechs Jahren in der Stadt passiert“, stellte Hoffmann fest. Und das Ergebnis mache darüberhinaus deutlich, dass die zurückliegenden sechs Jahre nicht so schlecht gewesen sein können. „Egal, wer im März zum Bürgermeister gewählt wird, es kann so weitergehen.“ Die Bürger wollten, dass die Entwicklung mit Vollgas vorangehe und verlangten demnach nach einem engagierten Rathauschef, der genug Zeit zur Verfügung habe, interpretiert Jürgen Hoffmann das Ergebnis des Bürgerentscheids. 


Freude auf der einen, Enttäuschung auf der anderen Seite. „Leider wurde ein Mehrheitsbeschluss im Stadtrat nicht akzeptiert“, sagt Peter Fischer, Fraktionssprecher von CSU und Parteifreien. „So musste der Bürger mit relativ viel Unkenntnis an die Urne.“ Während die Befürworter des Bürgerentscheids auf den Zeitaufwand des Bürgermeisteramts verwiesen, argumentierten die Gegner mit den Kosten. Wie Fischer weiter sagte, habe die Stadt das Museum als großen Kostenfaktor an den Freistaat übergeben können, müsse jetzt aber eine lange Zeit mit „enormen Gehalts- und Pensionszahlungen“ leben. „Aber das Ergebnis ist zu akzeptieren“, sagte Peter Fischer. 


Ähnlich äußerte sich auch Christian Paulus, Bürgermeisterkandidat der CSU: „Die hohe Wahlbeteiligung hat uns gezeigt, dass die Menschen Interesse haben.“ Er sei enttäuscht, dass die Argumente seiner Fraktion wohl nicht überall gefruchtet hätten. Doch damit gelte es nun zu arbeiten. „Ich bin froh, dass der Entscheid vorbei ist“, erklärte Paulus. Das Thema habe die Menschen in der Stadt umgetrieben. „Jetzt müssen wir uns wieder auf das Wichtige konzentrieren. Es geht darum, die Leute zusammenzubringen, und nicht zu spalten.“


Die Ergebnisse im Einzelnen:
Im Stimmbezirk Rathaus wurden 183 Stimmen abgegeben, davon 101 für und 82 gegen den hauptamtlichen Bürgermeister. In der Turnhalle wurden 218 Stimmen abgegeben, eine war ungültig. 128 stimmten mit „Ja“, 89 mit „Nein“.
Auch der Briefwahlbezirk zeichnete ein ähnliches Bild: Von 190 waren 102 für und 88 gegen das Hauptamt. 
Einzig in Neuhaus sprach sich mit 89 Stimmen die Mehrheit gegen den berufsmäßigen Bürgermeister aus. Von 146 Abstimmungsberechtigten votierten nur 57 dafür.

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
19:06 Uhr

Aktualisiert am:
20. 10. 2019
22:16 Uhr

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
19:06 Uhr

Aktualisiert am:
20. 10. 2019
22:16 Uhr



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