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Fichtelgebirge

Physiker testet Sonde im Bergwerk

Der Granit sorgt für eine hohe Radonkonzentration im Fichtelgebirge. Das nutzt ein Regensburger Forscher aus. Auf Häuslebauer kommt einiges zu.



Dr. Henning von Philipsborn testete seine neue Radon-Sonde in und um das ehemalige Uranbergwerk Werra in Weißenstadt. Foto: Gerd Pöhlmann
Dr. Henning von Philipsborn testete seine neue Radon-Sonde in und um das ehemalige Uranbergwerk Werra in Weißenstadt. Foto: Gerd Pöhlmann  

Weißenstadt - Schon vor rund 40 Jahren hatte der Kernforscher Professor Dr. Bruno Sansoni, ein gebürtiger Wunsiedler, auf die hohe Radonkonzentration in den Weißenstädter Kristallgängen aufmerksam gemacht. Seitdem lässt das rund um Weißenstadt vermehrt vorkommende Edelgas die Wissenschaftler nicht mehr los.

Unter anderem testete Professor Dr. Henning von Philipsborn von der Physikalischen Fakultät an der Universität Regensburg vor einiger Zeit eine neu entwickelte Sonde. Die ist handlich und braucht, weil sie mit hochempfindlichen Dioden arbeitet, keine Hochspannung. Das macht die Sonde auch brauchbar für "Screening-Messungen", also schnelle Beprobungen an unterschiedlichen Orten. Von Philipsborn suchte für seine Testläufe den Ort mit der wahrscheinlich höchsten Strahlung in der Region aus: das ehemalige Uranbergwerk Werra.

Die Radonbelastung, ist sich der Rehauer Diplom-Geologe Heiko Herold sicher, wird manchen Immobilieneigentümer und Planer in Zukunft noch wesentlich mehr beschäftigen. Hintergrund ist das neue Strahlenschutzgesetz. Seit diesem Jahr gilt in Deutschland ein neuer Richtwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft in Bestandsgebäuden. Privatgebäude, so Herold, seien im Moment noch außen vor. "Aber in öffentlichen Gebäuden oder Arbeitsstätten sollte der Richtwert eingehalten werden", sagt der Geologe. Praktische Auswirkungen werde der neue Richtwert erst dann haben, wenn die Bundesländer ihre "Radon-Vorsorgegebiete" ausgewiesen haben. Das sind Gebiete, in denen mit erhöhten Radon-Werten zu rechnen ist. "Man kann davon ausgehen, dass das gesamte Fichtelgebirge Radon-Vorsorgegebiet wird", sagt Herold und erklärt das am Beispiel des Weißenstädter-Marktleuthener Granitzuges.

In diesem Granitzug ist auch das ehemalige Uranbergwerk "Stollen Christa" bei Grosschloppen verortet. Uran, als Ausgangsnuklid für Radon, findet sich in vielen Graniten des Fichtelgebirges. Die besonders hohen Werte bei Weißenstadt sind auf diesen Granitzug zurückzuführen, der auch in Selb noch für teils hohe Radonkonzentration in Kellern sorgt. Es gibt viele Möglichkeiten, dem Radon in Gebäuden Herr zu werden, von der Schutzfolie bis zum Absaugen des Edelgases. Heiko Herold rät: "Die erste und auch anerkannte Sanierungsmaßnahme aber ist ordentliches Lüften. Das reduziert die Werte gewaltig."

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
22. 10. 2019
15:28 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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22. 10. 2019
15:28 Uhr



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