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Milchhof öffnet seine Türen

Am 3. November können sich Interessierte im historischen Haus umsehen. Ein Hohenberger Verein hat viel Zeit und Geld in die Sanierung gesteckt.



2700 Stunden haben Arnold Reger, Karl Lippert, Walter Rädel und Gerhard Wilhelm (von links) in die Sanierung des "Milchhofs" gesteckt. Hubert Besold von der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Wunsiedel hat die Arbeiten begleitet.
2700 Stunden haben Arnold Reger, Karl Lippert, Walter Rädel und Gerhard Wilhelm (von links) in die Sanierung des "Milchhofs" gesteckt. Hubert Besold von der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Wunsiedel hat die Arbeiten begleitet.   Foto: Gerd Pöhlmann

Hohenberg - Die Gerüste sind schon lange weg, das Haus ist verputzt, gestrichen, das Dach gedeckt, die alte Steinbank vor der Haustür aufgehübscht, eine Galerie unter dem Dach eingerichtet und Stuckdecken freigelegt. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Aus dem "Milchhof" in Hohenberg - einem das Stadtbild prägenden Gebäude, das über viele Jahre dem Verfall preisgegeben war - ist ein kleines Juwel entstanden. In rund sechs Jahren hat der Förderkreis zum Erhalt historischer Baudenkmäler in Hohenberg, der Einfachheit halber "Milchhofverein" genannt, aus dem einstigen Forsthaus eine moderne Begegnungsstätte gemacht. Am Sonntag, 3. November, haben alle Interessierten die Möglichkeit, sich beim Tag der offenen Tür im neuen "Milchhof" umzusehen.

Tag der offenen Tür

Der Förderkreis lädt für Sonntag, 3. November, zum Tag der offenen Tür im Milchhof ein. Von 13 bis 17 Uhr können sich Besucher im historischen Gemäuer umsehen. Eine Fotoausstellung macht die Veränderungen und Arbeiten nachvollziehbar. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

 

Zeit wird’s, die Bevölkerung einzuladen, wo doch die baulichen Veränderungen abgeschlossen sind. "Jetzt steht die Inneneinrichtung auf dem Plan", erklären Karl Lippert und Dr. Gerhard Wilhelm, die beiden Vorsitzenden des Förderkreises. Weil der Verein auf Fördergelder angewiesen ist, müssen auch für die Einrichtung diverse Anträge ausgefüllt werden. "Wir haben uns ja keine Gedanken gemacht, was da alles auf uns zukommt", sagt Karl Lippert und schmunzelt. "Manchmal ist es gut, wenn man vorab nicht alles weiß." So aber hatten die Vereinsmitglieder schon die vom Einsturz bedrohte Westwand des Gebäudes gesichert, noch bevor der Förderkreis den Milchhof zum symbolischen Preis von einem Euro erwarb. Kurz darauf, im April 2014, begannen die Entkernungsarbeiten. "Die haben gut zwei Jahre gedauert", erinnert sich Wilhelm. "Da haben wir Konzept und Finanzierung ausgearbeitet und einen Architekten engagiert."

 

Der Durchbruch kam 2015. Kurz vor Weihnachten trafen sich Vertreter aller relevanten Stellen in Bayreuth, um die 90-Prozent-Förderung auf die Beine zu stellen. "Damit war gewährleistet, dass wir uns die Sanierung überhaupt leisten konnten", sagt Karl Wilhelm. Mit Kosten in Höhe von rund 1,1 Million Euro wurde das Vorhaben veranschlagt. "Und die werden wir auch ziemlich genau einhalten können", sind sich Lippert und Wilhelm sicher. Die zehn Prozent Eigenanteil, immerhin 110 000 Euro, die der Verein aufbringen muss, sind durch Spenden (rund 66 000 Euro) und Eigenleistung gedeckt. Gute 3000 Stunden haben die Mitglieder des Milchofvereins investiert. Den Löwenanteil, 2700 Stunden, bestritten die beiden Vorsitzenden, Walter Rädel und Arnold Reger. Sie haben entkernt und entsorgt, verputzt und gestrichen, Kunstschmiedearbeiten angefertigt, Treppenbeläge hergestellt und vieles mehr. "Weil wir mehr Eigenleistung als gedacht eingebracht haben, konnten wir uns auch einiges leisten", erklärt Gerhard Wilhelm. Darunter das mundgeblasene Glas in den Sprossenfenstern, die Steinplatten vor dem Haus und die original Eingangstür, die renoviert und ausgestellt wird - die grüne Tür an der Südseite ist ein Nachbau. Die Tür ziert ein Sturz aus dem Jahr 1768. Der wurde einst aus dem Mauerwerk geschlagen und achtlos beiseite geworfen. Den Steinblock fand Wilhelm bei Arbeiten im Hof wieder.

Doch der Weg in den neuen "Milchhof" führt durch den neuen Eingang auf der Westseite. Von dort gelangen Besucher in einen Mehrzweckraum und durch die schwarze Kuchl in den Vortragsraum. Ins Obergeschoss geht es künftig nicht mehr über die alte elliptische Holztreppe, die Fachleute als "Wendeltreppe in Eiche mit reichlich profilierter Spindel" beschreiben - sie bleibt Ausstellungsstück. "Die Treppe ist vermutlich älter als das Haus", sagt Gerhard Wilhelm. Jetzt geht es über eine moderne Wendeltreppe nach oben, wo eine historische Sammlung, Lager und Arbeitsbereich untergebracht werden sollen. Unter dem Dach befindet sich eine Galerie.

Auch wenn die Arbeiten kurz vor der Vollendung stehen, Wehmut macht sich noch nicht breit bei den Verantwortlichen. "Da fehlt nichts, wenn der ,Milchhof‘ steht", sagt Lippert. Wie auch? Er bleibt ja, und irgendjemand wird sich auch drum kümmern müssen.

Der "Milchhof" ist ein Mansardendach-Haus, dessen Grundsteine wohl schon um 1650 gelegt wurden. 1768 wurde das Anwesen neu erbaut. Rund drei Jahrzehnte diente es als Forstamt. Später lebte hier Justina Maria Henriette Reuß, die Schwiegermutter C. M. Hutschenreuthers. Die Bezeichnung "Milchhof" rührt daher, dass von September 1939 bis April 1950 im Haus gegen Lebensmittelmarken Milch an die Bevölkerung ausgegeben wurde.

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
17:48 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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25. 10. 2019
17:48 Uhr



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