Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Fichtelgebirge

Röslau sucht händeringend einen Hausarzt

In der Gemeinde geht es stetig aufwärts. In der Bürgerversammlung wird aber auch das Haupt- problem angesprochen.



Gespannt lauschten die Röslauer Bürger dem Bericht von Bürgermeister Torsten Gebhardt (rechts). Foto: Schi.
Gespannt lauschten die Röslauer Bürger dem Bericht von Bürgermeister Torsten Gebhardt (rechts). Foto: Schi.  

Röslau - Ganz im Zeichen der Information ist die Bürgerversammlung der Gemeinde Röslau in der Aula der Grundschule verlaufen. Bürgermeister Torsten Gebhardt gab über 40 Besuchern einen Einblick in die aktuelle Situation der Kommune und erklärte ihnen am Ende die Möglichkeiten eines Nahwärmenetzes in Röslau.

An den Beginn seines Rückblicks stellte das Gemeindeoberhaupt die finanzielle Situation. Durch Haushaltsaufstellung und -ausführung "mit Augenmaß und Blick für das Mögliche, aber auch durch die bei der Aufstellung des Etats erwarteten anhaltend guten Gewerbesteuereinnahmen" sei die Gemeinde auf einem richtigen Weg. Zurückzuführen sei die gute Lage auch auf die örtlichen Betriebe, die dem Standort die Treue hielten und in den vergangenen Jahren viel investiert hätten. Die Geschäftsleute zeigten damit, dass sie auch in Zukunft fester Bestandteil des Ortes bleiben wollen. "Auch die Stabilisierungshilfen des Freistaates dürfen als außerordentlich wichtige Unterstützung nicht unerwähnt bleiben", betonte Gebhardt. Vier Millionen seien dies bis zum vergangenen Jahr gewesen, Anfang der Woche erhielt die Gemeinde den Bescheid über weitere 135 000 Euro. Die bisherigen Stabilisierungshilfen seien zum größten Teil für die Schuldentilgung und die Abdeckung von Fehlbeträgen, aber auch für dringend notwendige Investitionen verwendet worden. Der Schuldenstand der Gemeinde werde zum Ende des Jahres vermutlich unter 2,7 Millionen Euro betragen. Dies entspreche einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1250 Euro bei derzeit 2128 Einwohnern. 2013 hatte die Gemeinde noch 5,9 Millionen Euro Außenstände.

Die wichtigsten Punkte arbeitete der Rathauschef in alphabetischer Reihenfolge ab, und hier stand mit der Suche nach einem Arzt das dringlichste Problem an erster Stelle. Beim Breitbandausbau seien die bisherigen Maßnahmen abgeschlossen. Für das Bundesprogramm "Höfebonus", um die weißen Flecken am Kapfberg und Bahnhof sowie in Bibersbach zu tilgen, sei der Antrag gestellt. Hinzu komme der Glasfaseranschluss für die Schule. Beim Thema Egerradweg bleibe die Hoffnung auf einen Baubeginn im nächsten Jahr. Für den "reizvollen Abschnitt nah am Wasser" von Thusmühle nach Franken sei der Grunderwerb "auch mit Hilfe des Landkreises" abgeschlossen. Schwieriger gestalte sich die Strecke von der Kläranlage nach Neudes, da anschließend auf Marktleuthener Seite der Kauf von nötigen Grundstücken ins Stocken geraten sei. "Bis dahin tut sich nichts", vermutete Gebhardt.

Nach dem Brand im gKU Winterling, bei dem unter anderem die Feuerwehr Röslau Schlimmeres verhinderte, habe sich der Gemeinderat Gedanken über die Löschwasserversorgung gemacht. Im nächsten Jahr entstehe hier ein neuer Löschwasserbehälter. Im Zuge der Förderoffensive Nordostbayern habe man die Bewilligung für die Abrissarbeiten der Häuser Ebertstraße 14 und 16 erhalten. Die Abbrucharbeiten in der Lindenstraße 4 seien abgeschlossen, hier laufe aktuell die Vorplanung für die Nachnutzung des Grundstücks. Hier sei auch der Bau eines Ärztehauses vorgesehen. Gebhardt bedauerte allerdings die geringe Nachfrage beim kommunalen Förderprogramm gegen Leerstände.

Die in der vergangenen Bürgerversammlung angeregte Anschaffung eines Geschwindigkeitsmessgerätes zeige Wirkung. Die Anlage werde auch in nächster Zeit an verschiedenen Standorten zum Einsatz kommen. Spuren hinterlassen habe auch die Jugendkonferenz, die in Röslau Station gemacht hat. So sei auf dem Spielplatz am Hirtberg auf Wunsch des Röslauer Nachwuchses ein Trampolin installiert worden. Für den Zwölf-Gipfel-Blick habe die Gemeinde ein Gesamtkonzept in Auftrag gegeben. Hier wünschten sich die Jugendlichen eine Pumptrack-Anlage.

Aus dem Gemeindeleben nicht wegzudenken sei die Röslauer Kulturwoche. Der Kulturausschuss sei bereits in der Planungsphase für den April 2020. In Sachen Mobilfunkausbau habe die Gemeinde in dieser Woche einen Förderbescheid für den Bereich Woltersgrün erhalten. Ein Zuschussantrag sei für die weitere Nutzung der ehemaligen Pappenfabrik gestellt worden, nachdem der Gemeinderat einen ersten Planungsentwurf befürwortet hatte.

Ebenso liefen die Planungen für die weitere Generalsanierung der Grundschule. In den nächsten Jahren stehe die Sanierung der Straßen von Rauschensteig nach Bibersbach sowie von Röslau nach Dürnberg an. "Danach muss dann dringend mit der Sanierung der Ortsstraßen in Absprache mit dem gKU Oberes Egertal begonnen werden", sagte der Bürgermeister und fasste zusammen: "Der Gemeinschaftssinn in Röslau ist auf einem sehr hohen Niveau."

Laut Bürgermeister Gebhardt braucht sowohl die Schule als auch das Rathaus eine neue Heizung. Daher werde in den nächsten Wochen eine Erhebung zu einem möglichen Nahwärmenetz in der Gemeinde stattfinden.

Manuela Andres und Christian Stenglein informierten die Besucher schließlich über die Möglichkeiten eines Privatanschlusses. Stefan Webhofer vom gKU Oberes Egertal zeichnete abschließend den Weg nach, den die Stadt Weißenstadt bei der Nahwärmeversorgung gegangen ist.

Autor

Christian Schilling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
19:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bau Brände Bürgermeister und Oberbürgermeister Feuerwehren Hausärzte Leerstände Probleme und Krisen Sanierung und Renovierung Städte Ärztehäuser
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Intensive Workshop-Arbeit in der "Etage 4" des ehemaligen Winterling-Gebäudes war Teil der Jahreskonferenz der Kreativwirtschaft.

26.09.2019

Schöpferischer Geist spielt zentrale Rolle

Auch im Fichtelgebirge sind die Kreativen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Die Branche wächst und erhält immer mehr Aufmerksamkeit. » mehr

Noch mal Ideen sammeln, um optimale Lösungen zu finden: Für den Weißenstädter Marktplatz und die Kirchenlamitzer Straße (hinten rechts) schreibt die Stadt jetzt auf Druck der Bezirksregierung einen Wettbewerb für die Detailplanung aus. Foto: Rainer Maier

27.06.2019

Die Sanierung der Altstadt wird konkret

Weißenstadt einigt sich mit der Bezirksregierung, schreibt das ISEK aus und leitet die Detailplanungen ein. 2020 soll der Bau in der Langen Straße starten. » mehr

Die Weißenstädter Einzelhändler werden sich an der Kampagne "Ich kauf in der Region" beteiligen. Auch Optikerin Katrin Matthäus findet die Aktion gut und macht mit. Ihr Kunde Klaus Tuchbreiter sagt: "Man sollte nie auf fachmännische persönliche Beratung verzichten." Als Vorsitzender des Gewerbevereins weiß er, wovon er redet. Foto: R. M.

14.11.2019

Konkrete Hilfe für die Einzelhändler vor Ort

Die Stadt Weißenstadt macht mit bei der Kampagne "Ich kauf in der Region". Sie will ihre Geschäfte gegen die Konkurrenz aus dem Internet stärken. » mehr

Sabrina Kaestner (vorne, Mitte) ist zur CSU-Bürgermeisterkandidatin nominiert worden. Mit auf dem Bild (von links) Melanie Kurczak von der CSU Niederlamitz, Landratskandidat Peter Berek, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, die Stadträte Klaus Prell und Harald Fischer, Doris Lempenauer von der CSU Kirchenlamitz, dritter Bürgermeister Andreas Ritter und CSU-Ortsvorsitzender Christoph Haas. Foto: Hans Gräf

28.10.2019

Sabrina Kaestner will auf den Chefsessel

Die 31-jährige CSU-Frau kandidiert in Marktleuthen für das Amt des Bürgermeisters. Damit stehen drei Kandidaten zur Wahl. Sie fordert "Aufbau statt Abriss". » mehr

Mit sechs Löschfahrzeugen waren die Feuerwehren Hohenberg, Neuhaus und Schirnding bei der gemeinsamen Übung in der Porzellanmanufaktur Dibbern in Hohenberg im Einsatz.

02.10.2019

Großeinsatz bei Dibbern

Die Wehren Hohenberg, Neuhaus und Schirnding rücken zur Übung in der Porzellanmanufaktur aus. Zahlreiche Zuschauer verfolgen die Aktion. » mehr

Interview: mit Nina Ziesel, Landratsamt Wunsiedel, Gesundheitsregion plus

31.07.2019

"Der Ärztebus wird sehr gut angenommen"

Seit gut einem Jahr pendelt jede zweite Woche am Dienstag ein Kleinbus von Selb nach Marktredwitz. Er bringt Patienten zu Fachärzten, die es nur in Marktredwitz gibt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Die Turbine leuchtet in Kulmbach Kulmbach

Kulmbacher Turbinenhaus | 16.11.2019 Kulmbach
» 17 Bilder ansehen

Susis Blaulichtparty Weißenstadt

Susis Blaulichtparty | 16.11.2019 Weißenstadt
» 47 Bilder ansehen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 Garmisch-Partenkirchen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 | 17.11.2019 Garmisch-Partenkirchen
» 29 Bilder ansehen

Autor

Christian Schilling

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
19:12 Uhr



^