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Fichtelgebirge

Ein Abschied mit Wehmut

In Hildenbach absolviert Bürgermeister Beck seine letzte Bürgerversammlung. Das Interesse ist groß.



Nach dreieinhalbstündiger Bürgerversammlung reichte Dorfsprecher Klaus Müller (links) Bürgermeister Karl-Willi Beck eine Stärkung. Foto: Christian Schilling
Nach dreieinhalbstündiger Bürgerversammlung reichte Dorfsprecher Klaus Müller (links) Bürgermeister Karl-Willi Beck eine Stärkung. Foto: Christian Schilling  

Hildenbach - Da ist schon ein wenig Wehmut mitgeschwungen, als sich Bürgermeister Karl-Willi Beck um 23 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Hildenbach an die Bürgerinnen und Bürger richtete. "Zum letzten Mal in meinem Leben sage ich die Worte ,Hiermit schließe ich die Bürgerversammlung’."

Der Kontakt zu den Außenorten ist dem Stadtoberhaupt in seiner nunmehr fast 18-jährigen Amtszeit schon immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Und so hatte Beck zu seiner allerletzten Bürgerversammlung jede Menge Statistiken sowie Informationen über die Kernstadt im Allgemeinen und die ehemalige Gemeinde Hildenbach und die Ortsteile Göringsreuth und Valetsberg im Speziellen mitgebracht.

Bereits zu Beginn verkündete Beck im fast voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus eine sehr positive Nachricht. 9281 Einwohner zähle die Festspielstadt mit ihren Eingemeindungen und damit 121 mehr als noch im Vorjahr. Und auch in anderen Bereichen gehe es aufwärts. Der Greifvogelpark verzeichnete ebenfalls ein Plus von fast 2500 Besuchern: 22 500 Besucher seien den Vorführungen gefolgt. Gar einen Rekord gab es 2018 im Felsenlabyrinth mit fast 81 000 Interessierten. "Heuer haben wir das Ergebnis mit über 82 000 Gästen noch getoppt", freute sich der Rathauschef über die Zahlen, die er erst am Vormittag erfahren hatte.

Noch immer plage die Stadt aber der sogenannte Sterbeüberschuss: 96 Geburten standen 124 Sterbefälle gegenüber. In Hildenbach erblickte im vergangenen Jahr kein Kind das Licht der Welt. "Das hat sich heuer bereits geändert", rief ein Besucher dem Bürgermeister zu. Der Zuwachs betrage demnach bereits 100 Prozent. Trotzdem habe die Stadt in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung bei den Einwohnerzahlen genommen. Grund seien 665 Zuzüge bei 532 Wegzügen. "Bei mehr Wegzügen ist ein Einwohnerschwund programmiert", sagte Beck, verhehlte aber nicht, dass dabei auch die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge eine Rolle spiele.

Der Bürgermeister wandte sich schließlich den Themen zu, die Hildenbach betrafen, allen voran der Ortsteilwehr. "Ein besseres Lob kann es nicht geben", erklärte Beck. In dieser Woche habe er das Ergebnis der Besichtigung der Brandbekämpfer erhalten. Dort sei den ehrenamtlichen Helfern ein guter Gesamteindruck bestätigt worden. Die in den vergangenen Jahren oft kritisierten Lampen im Dorf habe die SWW gereinigt. Für die 2020 geplante Umrüstung auf LED werde gerade der Förderantrag erarbeitet. Hier monierte Christian Reihl, dass die Laterne vor dem Gemeinschaftshaus zu hell sei. Man wolle nicht, dass das Dorf in Zukunft nachts im grellen Rampenlicht erstrahle.

Am Badeweiher sei der Mönch neu abgedichtet und mit einem neuen Zugang ausgestattet worden, erklärte Beck. Der Wasserstand habe im Oktober allerdings nur noch 50 Prozent der normalen Höhe betragen. Der kommissarische Ortssprecher Klaus Müller wies darauf hin, dass der Zulauf im September komplett trocken gelegen hatte. Das Problem bestehe bereits seit zehn Jahren. Beck versprach, es im Dialog mit der Dorfgemeinschaft noch während seiner Amtszeit zu lösen. In diesem Zusammenhang sprachen die Bewohner auch den Zustand des Dorfweihers an. Hier sei die Einfassung zum Teil weggebrochen. Eine Anwohnerin habe deshalb bereits Bekanntschaft mit dem Wasser gemacht. Auch hier versprach der Bürgermeister Abhilfe.

Auf Eis liege momentan die Dorferneuerung in Hildenbach sowie in Valetsberg, sagte Beck. Als Grund nannte er die enge finanzielle Lage der Stadt. Ebenso seien der Kommune bei der Sanierung der Gemeindeverbindungsstraßen zwischen Hildenbach und Schönbrunn sowie nach Leupoldsdorf die Hände gebunden. Die Sanierungen seien bisher stets von der Rechtsaufsicht abgelehnt worden. Auch die Deckenerneuerung von Göringsreuth zur Staatsstraße 2180 habe der Stadtrat zurückgestellt. Die Südeinfahrt nach Hildenbach sei jedoch im Bauprogramm der Stadt enthalten. Ein neuer Ortssprecher werde zeitnah nach der Kommunalwahl bestimmt, erklärte Beck, falls kein Hildenbacher den Sprung in den Stadtrat schafft.

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Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
19:46 Uhr

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Christian Schilling

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
19:46 Uhr



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