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Fichtelgebirge

Verbale Attacken im Kirchenlamitzer Stadtrat

Das Gremium diskutiert die Errichtung von PV- Anlagen. Zwei Standorte sollen nun verwirklicht werden.



Kirchenlamitz - Die Stadt will ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Zur Debatte stand in der jüngsten Sitzung drei von der Firma Primus Solar geplante Photovoltaik-Anlagen (PV) bei Raumetengrün und Niederlamitz. In der Diskussion kam es zum verbalen Schlagabtausch.

Einführend erklärte Bürgermeister Thomas Schwarz, dass das angedachte Vorhaben der Firma Primus Solar aus Regensburg bereits im Juli in einer nichtöffentlichen Sitzung auf der Tagesordnung gestanden habe. Anschließend habe der Bauausschuss das Thema behandelt und die vorgesehenen Flächen in Augenschein genommen. Der Ausschuss empfahl daraufhin, die Gespräche mit dem Investor zu intensivieren. Als PV-Flächen kämen demnach "Raumetengrün 1" und "Niederlamitz" in Betracht. Auf der Fläche "Raumetengrün 2" sollten keine PV-Flächen entstehen. Inzwischen lägen drei Anträge auf Einleitung entsprechender Bebauungsplanverfahren vor. Den Plänen zufolge hat das Areal "Raumetengrün 1" am Umspannwerk eine Fläche von zehn Hektar und eine Nennleistung von sieben Megawatt Peak (MWp), "Raumetengrün 2" 10,4 Hektar und 8,5 MWp sowie "Niederlamitz" 2,2 Hektar und 1,2 MWp. Jeweils 90 Prozent seien Anlagenflächen, erklärte das Stadtoberhaupt.

Schwarz vertrat zunächst seine Meinung. Die Stadt sei zwar am regionalen Gemeinschaftsprojekt Zukunfts Energie Fichtelgebirge (ZEF) beteiligt, "unser Klimaschutzkonzept sieht aber auch PV-Anlagen vor". Diese würden von der bayerischen Staatsregierung in dem allgemeinen Wunsch nach mehr erneuerbarer Energien massiv unterstützt. Die geplanten Anlagen würden bis zu 600 Menschen mit Strom versorgen und hätten sich nach drei Jahren amortisiert. Ein Nachteil sei der Wegfall landwirtschaftlicher Flächen, die PV-Anlagen seien aber enorm wichtig für die dezentrale Versorgung, begründete Schwarz sein Dafürhalten für die Pläne.

Friedrich Gräßel, Fraktionssprecher der CSU, sagte, er könne keine grundsätzliche Empfehlung für seine Mitstreiter geben. Die Fraktion stehe aber hinter dem Thema regenerative Energien. Jedoch sollte der Beitrag in Kirchenlamitz mit anderen regenerativen Energien, etwa mit Biogas, erreicht werden. PV-Anlagen verbrauchten in Zeiten wachsender Bevölkerung zu viele Ackerflächen. Zudem seien die Flächen als Gewerbegebiet ausgewiesen. Die würden fehlen, wenn sich Firmen ansiedeln wollen. Auch sei die SPD noch vor zwei Jahren gegen die Ansiedlung von PV-Anlagen gewesen. Er setze zwar weiterhin auf Photovoltaik. "Aber nicht auf Freiflächen, sondern auf Dächern",, erklärte Gräßel.

Ingo Schlötzer, Fraktionssprecher der SPD, erwiderte, es stimme, dass die SPD sich vor zwei Jahren noch dagegen ausgesprochen habe. Inzwischen habe sich jedoch einiges verändert. Auch Gewerbegebiete seien optisch nicht reizvoll. Kirchenlamitz müsse aber als kleiner Ort auch seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Nur über Anlagen auf den Dächern sei dies nicht möglich. Um Biogas zu generieren, würde hauptsächlich auf den umstrittenen Maisanbau gesetzt. Zudem sei die zu erwartende Gewerbesteuer nicht zu verachten.

Jeder solle die Entscheidung treffen, die er möchte, erklärte Christian Schödel für die Wählergruppe Überparteiliche Liste (WÜL). Er selbst verwies auf das Beispiel Röslau. Hier seien PV-Anlagen an exponierter Stelle abgelehnt worden. Seiner Meinung nach will die SPD vor Ende der Wahlperiode mit diesem Projekt noch ein Ziel aus dem vorigen Wahlprogramm erfüllen. "Vor diesen Karren lasse ich mich nicht spannen", sagte Schödel. Bürgermeister Schwarz erwiderte: "Ich verwahre mich dagegen, dass das Vorhaben etwas mit unserem Parteiprogramm zu tun hat."

Alfred Raithel, Rudolf Röll, Doris Lempenauer und Karin Schreier befürworteten ebenfalls, die Planungen voranzutreiben. Entsprechend stimmten neun Stadträte für die Gebiete "Raumetengrün 1" und Niederlamitz. Die Bauleitplanung für das Areal "Raumetengrün 2" lehnte der Stadtrat mit 15:1 Stimmen ab.

Autor

Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
17:12 Uhr

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Autor

Christian Schilling

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
17:12 Uhr



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