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Fichtelgebirge

Frischzellenkur für das Fichtelgebirge

Das Image der Region peppt Lena Walz visuell auf. Ihre für das Fichtelgebirgsmuseum designten Karten und Plakate taugen für eine Charme-Offensive.



Diese Liebeserklärung mit Herz hat Lena Wenz für die Schau "Typisch Fichtelgebirge" entworfen. Foto: Florian Miedl
Diese Liebeserklärung mit Herz hat Lena Wenz für die Schau "Typisch Fichtelgebirge" entworfen. Foto: Florian Miedl   » zu den Bildern

Wunsiedel - Althergebrachte Ansichtskarten präsentieren sich so: "Grüße aus dem Fichtelgebirge" prangt in dicker Schreibschrift mittendrin, drumherum sind Mini-Bilder mit bunten Rahmen platziert. Viel frischer und frecher kommen die Postkarten daher, die die junge Kommunikationsdesignerin Lena Wenz für die aktuelle Ausstellung im Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel designt hat. Die 30 Jahre alte Bayreutherin findet eine fidele Formensprache für markante Markenzeichen des Fichtelgebirges wie die Fichte, das Granit-Hufeisen oder den Ochsenkopf. Händisch fertigte Wenz Linolschnitte wie Stempel an, bevor sie ihre Arbeiten digitalisierte und kolorierte. Entstanden sind sympathische Botschaften, nahbar und modern zugleich.

Für Besucher kostenlos

Die Ausstellung "Typisch Fichtelgebirge!" läuft bis zum 2. Februar im Fichtelgebirgsmuseum, danach könnten Interessierte die transportablen Elemente ausleihen. Besucher dürfen in Wunsiedel kostenlos Karten und Aufkleber mitnehmen.

Wer sich für Lena Wenz’ Arbeit interessiert, kann ihre Homepage besuchen unter www.lenawenz.de.


Wie berichtet, trugen viele Einheimische für das Leader-Projekt REGIOident Fichtelgebirge zwei Jahre lang zusammen, was das Fichtelgebirge ausmacht, wo Stärken und Besonderheiten liegen. Die Ergebnisse hat Kuratorin Yvonne Siller in der Museumsschau "Typisch Fichtelgebirge" zusammengefasst. Aufgabe von Lena Wenz war, die inhaltlichen Vorgaben zu visualisieren. Sie polierte altbekannte Kennzeichen der Region mit persönlichen Noten so auf, dass sie in sympathischer Symbolik aufgefrischt daherkommen.

Die Zusammenarbeit mit der Ausstellungsleiterin ebenso wie mit der Museumschefin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang beschreibt die Designerin als "kreativ, offen und toll". Vieles sei in einem fließenden Prozess miteinander entstanden. "Yvonne Siller hat mich angeteasert, dann sind die Ideen auf meinem Mist weitergewachsen", sagt Wenz.

Die 30-Jährige hatte sich bei der Ausschreibung des Landratsamtes Wunsiedel um die Ausstellungs-Mitarbeit beworben und Angebote für Plakate, Postkarten und Banner eingesandt. Kuratorin Siller gefielen die Vorschläge der jungen Designerin, an einem Freitag gab es ein Bewerbungsgespräch in Wunsiedel. "Dann kam das schwierigste Kapitel: Ich musste das aufreibende Wochenende mit der Unsicherheit, ob es geklappt hat, überstehen." Als sie am Montag den Zuschlag bekam, sei das Schlimmste überstanden gewesen, erzählt Wenz, die bislang hauptsächlich von Aufträgen für kleinere Wirtschaftsunternehmen lebt. Doch auch im Landkreis Wunsiedel war sie schon aktiv: Sie begleitete die Wunsiedler Wasserspiele fotografisch und designte außerdem das Logo für das JuKu-Mobil (Jugend-Kunst-Mobil) Fichtelgebirge.

"Eine Ausstellung wie die im Fichtelgebirgsmuseum komplett zu begleiten, war für mich eine Premiere", sagt die Fotografin, die rund einen Monat gebraucht hat, bis sie für alle Ausstellungselemente von "Typisch Fichtelgebirge" eine einheitliche Formensprache gefunden hatte. Nun hofft sie, dass sich Folgeaufträge ergeben, wenn die Ausstellung ab Februar auf Wanderschaft geht.

Das Fichtelgebirgsmuseum ließ ihr bei der Gestaltung viel künstlerische Freiheit, sagt Wenz. Da sie in Bad Berneck aufgewachsen sei, kenne sie die Region gut: "Ich konnte mich auf den Feinschliff konzentrieren, inhaltlich war es nicht so schwierig." Zu den Aufgaben der Bayreutherin gehörte es, zum Thema "typisch Fichtelgebirge" sechs große Banner mit rund 15 Schlagwörtern zu gestalten - die drei wichtigsten Begriffe sollte Wenz auf jedem Banner mit einer Illustration versehen. Am längsten musste die Grafikdesignerin überlegen, um für die Waldsteinfestspiele ein geeignetes Icon zu finden. Nach längerem Grübeln kam sie darauf, einen Vorhang vor die Waldsteinkulisse zu setzen.

Schnell gefunden war hingegen das Design für den Auto-Aufkleber, das auch eine Postkarte ziert: "I love Fichtelgebirge", symbolisiert mit rotem Herz und grüner Fichte. Stolz ist Lena Wenz auf ihre Idee, drei Postkarten mit der Fichtelgebirgs-Silhouette in verschiedenen Farben zu unterlegen; sogar der Ochsenkopf und der Schneeberg-Turm sind im Miniformat darauf erkennbar.

Zufrieden mit der optischen Umsetzung ist auch Yvonne Siller. Sie erzählt, dass die neue Schau bei Besuchern sehr gut ankomme und betont, dass Lena Wenz die Ergebnisse des Heimat-Projekts künstlerisch klasse verpacke. "Ihre Postkarten gehen weg wie warme Semmeln", freut sich die Kuratorin. Möglich sei, diese Karten in größerem Umfang zu vervielfältigen und zu vermarkten. "Die Datensätze haben wir ja. Es müsste sie nur jemand drucken - der Aufwand wäre nicht allzu groß."

Autor

Brigitte Gschwendtner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
16:54 Uhr

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Brigitte Gschwendtner

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Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
16:54 Uhr



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