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Fichtelgebirge

Stefan Frank will es wissen

Die SPD schickt den Leiter des Juko-Mobils in das Rennen um das Bürgermeisteramt in Wunsiedel. Der Kandidat will alle Bürger für die Stadt begeistern.



Stefan Frank (Mitte) will auf den Chefsessel im Rathaus. Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach und Fraktions-Chef Konrad Scharnagl wollen ihren Kandidaten voll unterstützen. Foto: Matthias Bäumler
Stefan Frank (Mitte) will auf den Chefsessel im Rathaus. Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach und Fraktions-Chef Konrad Scharnagl wollen ihren Kandidaten voll unterstützen. Foto: Matthias Bäumler  

Wunsiedel - Auf einmal sind es drei. Nach Nicolas Lahovnik für die CSU und Manuela Menkhoff für die Aktiven Bürger steigt nun auch Stefan Frank für die SPD ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters ein. Am Montagabend präsentierten die Sozialdemokraten ihren Kandidaten - "ein echter Knaller", wie der Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Konrad Scharnagl, sagte. Normalerweise ist Scharnagl nicht für euphorische Ausbrüche bekannt. "Doch als ich gehört habe, dass sich Stefan Frank zum Kandidieren entschieden hat, war ich wirklich euphorisch." Auch Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach ist sichtlich zufrieden mit dem Angebot, das die SPD den Wunsiedlern unterbreitet.

Und Stefan Frank? Er gibt bei dem Pressegespräch in der "Vitalscheune" zu, dass er "schon etwas überrascht ist, von der Dynamik, die sich jetzt entwickelt". Das Bürgermeisteramt sei ihm sicherlich nicht in die Wiege gelegt worden, "aber ich traue es mir zu. Ich habe eine riesige Leidenschaft für meine Heimatstadt. Daher will ich Wunsiedel weiter voranbringen."

Frank ist im Landkreis als Leiter des Juko-Mobils bekannt, das Jugendlichen in allen Städten und Gemeinden Kunst und Kultur nahe bringt. Der gebürtige Marktredwitzer und in Ebnath aufgewachsene Kandidat bezeichnet sich als einen, der sein Herz an Wunsiedel verloren hat. "Ich bin nach dem Abitur nach München gezogen und habe dort als Filmemacher gearbeitet. Doch nach einiger Zeit hat meine aus Kemnath stammende Frau Claudia und mich die Sehnsucht nach dem Fichtelgebirge gepackt." Auf der Suche nach einem neuen Zuhause sei schnell klar geworden, dass es Wunsiedel sein werde. "Als ich durch die Altstadtgassen geschlendert bin, haben wir uns in die Stadt verliebt."

Frank ist kein SPD-Mitglied und will auch keines werden. Dennoch habe der gesamte Vorstand des Ortsvereins für Frank gestimmt, als es um die Kandidatenfrage gegangen sei, sagt Konrad Scharnagl. "Vielleicht ist es sogar gut, wenn wir einen Kandidaten ohne Stallgeruch präsentieren. Er ist daher uneingeschränkt für alle Bürger wählbar."

Noch ist Frank allerdings nicht nominiert. Die SPD-Mitglieder werden am 29. November über den Kandidaten ebenso abstimmen wie über die Stadtratsliste, die an dem Abend der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Dass das Bürgermeisteramt in Wunsiedel nicht gerade einfach werden wird, ist Frank bewusst. "Wollte ich es mir leicht machen, würde ich nicht kandidieren. Mir liegt diese Stadt mit ihren vielen Potenzialen aber am Herzen, daher will ich mich nun als Bürgermeister engagieren." Fragen, ob die Stadt nun 20, 30 oder gar 300 Millionen Euro Schulden haben, stehen für den Wahl-Wunsiedler zunächst nicht im Mittelpunkt. "Ich kenne den Schuldenstand schlicht nicht. Daher beginnt die neue Amtsperiode mit eine ehrlichen Bestandsaufnahme auf allen Feldern." Doch selbst wenn der Schuldenstand immens sei, könne in der Stadt viel bewegt werden. "Wir sind Energie- und Festspielstadt, haben eine enorm aktive Zivilgesellschaft und ein reges Vereinswesen." All diese Kräfte wolle er mobilisieren und für Wunsiedel begeistern.

Als seine wichtigen Eigenschaften bezeichnet der 43-Jährige das analytische Denken, die als Filmemacher ebenso wie als Bürgermeister wichtige Begabung, sich schnell in unterschiedliche Materien einarbeiten zu können, und das Zuhören. "Ich halte es für unseriös, jetzt großartige Versprechen abzugeben. Eines ist aber sicher: Wenn wir wieder gute Kontakte zum Landratsamt, zur Regierung in Oberfranken und nach München aufbauen, dann müsste es schon verhext sein, sollten wir es im Verein mit unseren guten Unternehmen in der Stadt nicht schaffen, wieder in ein positives Fahrwasser zu kommen."

Das sehen Christine Lauterbach und Konrad Scharnagl ebenso. "Ich erlebe Stefan Frank als einen Macher, der etwas bewegt", sagt Scharnagl. Ob er wirklich schon etwas bewegt habe, müssten andere beurteilen, entgegnet Frank. Als Vorsitzender des Bürgerforums wisse er aber, was möglich sei." "Was dessen Mitglieder in den vergangenen beiden Jahrzehnten bewegt haben, ist beispielhaft." Kultur sei zwar seine Leidenschaft, aber sicherlich nicht der Schwerpunkt, falls er zum Bürgermeister gewählt werde. "Es gibt in der Stadt leider viel brachliegendes Potenzial und ebenso viele Aufgaben." Er sehe aber auch sehr viel Positives in Wunsiedel. Zum Beispiel die Energiezukunft "made in Wunsiedel". "SWW-Geschäftsführer Marco Krasser macht es vor. Er entwickelt eine Strategie und geht Schritt für Schritt voran."

Dass der Leerstand, der Haushalt, die Verkehrsführung angegangen werden müssen, steht für den SPD-Kandidaten außer Frage. "Ich bin jetzt aber sicherlich nicht der Politiker, der einen Masterplan aufschlägt und nichts anderes gelten lässt. Mir ist wichtig, den Menschen zuzuhören, denn das kann ich." Er könne aber auch in der Sache streiten, wenn es sein müsse, sogar richtig hart. "Aber eines darf man nie verlieren: den Respekt vor seinem Gegenüber."

Frank verliert an dem Abend kein schlechtes Wort über einen seiner Konkurrenten. Im Gegenteil, er traut jedem das Amt zu. "Es ist für die Demokratie wichtig, dass der Wähler auch eine Auswahl hat. Jeder von uns drei Kandidaten hat unterschiedliche Qualitäten und über die kann jetzt der Bürger abstimmen."

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
19:38 Uhr

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Autor

Matthias Bäumler

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
19:38 Uhr



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