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Laura Scharnagl lebt ohne Angst in Hongkong

Das Konnersreuther Model nimmt die schweren Unruhen gelassen hin. Sie wohnt abseits der großen Brennpunkte.



Laura Scharnagl vor der Skyline von Hongkong. Die Unruhen dort machen der gebürtigen Konnersreutherin keine Angst. Foto: Benjamin Diedering
Laura Scharnagl vor der Skyline von Hongkong. Die Unruhen dort machen der gebürtigen Konnersreutherin keine Angst. Foto: Benjamin Diedering  

Konnersreuth/Hongkong - Die Proteste der Demokratiebewegung in Hongkong sind für Zuschauer in Deutschland weit weg. "Für mich eigentlich auch", sagt Laura Scharnagl: Die gebürtige Konnersreutherin lebt seit einiger Zeit in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Die 24-Jährige, die es 2012 bei der Serie "Germany’s Next Topmodel" unter die Top 10 schaffte, arbeitet in Hongkong an ihrem Fernstudium und finanziert dieses mit diversen Model-Jobs in der Metropole.

Die aktuelle Situation in Hongkong ist für Laura Scharnagl kein Anlass zur Sorge - bei allem Verständnis, dass Eltern und Angehörige daheim dies nicht immer nachvollziehen können. "Ich hatte bis jetzt noch keine Sekunde Angst", sagt die Studentin bei einem Telefonat am Freitag.

Laura Scharnagl lebt auf Hongkong-Island, einer Insel südlich des Zentrums. Die Proteste dagegen spielten sich im Osten ab. Kleinere Unruhen habe es seit August immer wieder gegeben. Auch in der unmittelbaren Umgebung, zwei Mal vor ihrer Haustür, wie sie berichtet. Ein Anlass zur Panik sei dies aber nicht. "Für mich ist Hongkong noch immer die sicherste Stadt."

"Ich bin nicht bei den Protestierenden", sagt die Studentin. Als Ausländerin habe sie ohnehin kaum Probleme. "Ich bin noch nie kontrolliert worden." Sie hält sich allerdings auch fern von Orten, wo es Unruhen gibt. Denn gefährlich sei es nur, wenn man zwischen die Fronten gerate. "Ich verstehe die ganzen Schaulustigen nicht, die dort stehen und filmen", wundert sich Scharnagl, die sich vor allem als Gast in Hongkong sieht. "Da stelle ich mich nicht mitten rein." Der Konflikt sei begrenzt auf die Demokratiebewegung und Polizei. Die Bilder von den Straßenkämpfen in den Medien seien schlimm. "Aber man kann dem Ganzen definitiv aus dem Weg gehen." Inzwischen gebe es weniger und lokal begrenzte Unruhen. Aber dafür seien diese intensiver. Nach Einschätzung von Laura Scharnagl schaden die Unruhen vor allem der Wirtschaft in Hongkong, in vielen Bereichen. Denn die Demonstranten würden die U-Bahn angreifen und legten öffentliche Verkehrsmittel lahm. "Wichtige Kunden kommen nicht mehr hierher, weil sie Angst haben."

Wegen der Entwicklung seien die enorm hohen Mietpreise in Hongkong gefallen, auch Übernachtungen in Hotels seien inzwischen weit günstiger als noch vor einigen Monaten. Im Moment ist es nach Schilderungen von Laura Scharnagl ruhig. Allerdings wolle sie angesichts der Kommunalwahl, bei der es wieder unruhiger werden könnte, für einige Tage nach Taiwan fliegt, "um Urlaub zu machen und dem ganzen hier etwas aus dem Weg zu gehen".

Der nächste Heimaturlaub steht in wenigen Wochen an. Zusammen mit ihrem Bruder, der sie zuvor in Asien besuchen wird, kehrt Laura Scharnagl kurz vor Weihnachten zurück. In nächster Zeit will sie ihr Studium erfolgreich zu Ende bringen. "Das geht daheim in Konnersreuth besser als hier." Danach will Scharnagl für einige Zeit in die USA, sofern das mit der Arbeitsgenehmigung klappt: In New York warten Model-Jobs auf die Konnersreutherin.

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Paul Zrenner
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Veröffentlicht am:
24. 11. 2019
16:36 Uhr

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Autor

Paul Zrenner

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Veröffentlicht am:
24. 11. 2019
16:36 Uhr



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