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Fichtelgebirge

Mehrere Überraschungen auf der Liste

Die Wunsiedler SPD nominiert Stefan Frank zum Bürgermeisterkandidaten. Zudem hofft die Partei auf eine starke Fraktion im künftigen Stadtrat.



"Die SPD hat geliefert", sagte Konrad (hinten, links) Scharnagl zur Nominierung der Stadtratskandidaten und des Bürgermeister-Kandidaten Stefan Frank (Mitte, neben ihm seine Frau Claudia). Mit auf dem Bild sind auch SPD-Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach (rechts) und Landratskandidat Holger Grießhammer (hinten, zweiter von links). Ganz vorne steht "Parteihund" Lilly.
"Die SPD hat geliefert", sagte Konrad (hinten, links) Scharnagl zur Nominierung der Stadtratskandidaten und des Bürgermeister-Kandidaten Stefan Frank (Mitte, neben ihm seine Frau Claudia). Mit auf dem Bild sind auch SPD-Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach (rechts) und Landratskandidat Holger Grießhammer (hinten, zweiter von links). Ganz vorne steht "Parteihund" Lilly.  

Wunsiedel - Die Wunsiedler SPD lebt noch. Schon mehrfach haben Stammtische oder politische Beobachter auf die älteste Partei im Stadtgebiet den Abgesang angestimmt und hätten viel Geld darauf verwettet, dass die Sozialdemokraten ihre Kandidatenliste für den Stadtrat nicht füllen können. Dem ist nicht so. Nicht nur die 20 Kandidaten stehen darauf, sondern auch noch ein Ersatzkandidat, "für den unwahrscheinlichen Fall, dass wirklich viel passiert", wie es Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach trocken formulierte.

Die Kandidaten

Die Wunsiedler SPD hat folgende Kandidaten für die Stadtratswahl nominiert:

1. Stefan Frank (44 Jahre, Filmemacher)

2. Christine Lauterbach (38, Regionalmanagerin

3. Matthias Dollinger (39, IT-Customer Care Manager)

4. Theresa Simon (40, Erzieherin)

5. Manfred Söllner (63, Beamter)

6. Svenja Faßbinder (25, Sozialpädagogin)

7. Sebastian Hofmann, 31, Entwicklungsingenieur)

8. Irene Unglaub, 56, Fotografin)

9. Detlef Heubach (62, Schwimmmeister)

10. Jasmin Thoma (39, Sachbearbeiterin)

11. Manfred Gabriel (69. Realschuldirektor im Ruhestand)

12. Heike Bock (49, Einzelhandelskauffrau),

13. Uwe Behrendt (51, Forstwirtschaftsmeister)

14. Claudia Frank (43, Milchwirtschaftliche Laborantin/Technische Teamassistentin)

15. Udo Dreher (Bahnbeamter in Ruhestand)

16. Christine Söllner-Höpfel (59, Integrationsberaterin)

17. Berthold Eisenbeißer (59, Postbeamter in Ruhestand)

18. Daniel Bock (39, Physiker)

19. Uwe Schneider (63, Rentner)

20. Konrad Scharnagl (72, Geschäftsführer in Ruhestand)

Ersatzkandidat ist Torsten Ernstberger (39, Redakteur).


Konrad Scharnagl, seit 1993 in unzähligen Stadtratssitzungen gestählt, und wohl der Haudegen der Partei hat sich noch einmal zur Kandidatur breitschlagen lassen, aber auf dem letzten Listenplatz bestanden. Er ist derzeit Fraktionssprecher und sieht trotz der finanziellen Misere der Stadt durchaus positiv in die Zukunft. "Man kann auch mit kleinen Ausgaben viel erreichen." Außerdem sei sicherlich nicht alles falsch gewesen, was in der zurückliegenden Wahlperiode geschehen sei. Und obwohl er nicht unbedingt davon ausgehe, wieder in das Gremium gewählt zu werden, hatte er dann doch schon einige Ziele parat. "Die Stadt muss aufgehübscht werden, vor allem während der Festspielzeit. Früher waren in den Sommermonaten die Häuser sogar mit Girlanden geschmückt."

Teils wortreich, teils kurz und prägnant stellten sich auch die übrigen Kandidaten samt ihrer Vorstellungen vor. Mit Matthias Dollinger und Jasmin Thoma stehen auch zwei Neu-SPD-Mitglieder auf der Liste, die ihre roten Parteibücher am Nominierungsabend erhalten haben.

Am meisten gespannt waren die SPD-Mitglieder und Sympathisanten aber auf Bürgermeister-Kandidat Stefan Frank, der bewusst nicht in die Partei eingetreten ist. Emotional, ja sogar mit Tränen in den Augen, bewarb er sich um die Kandidatur, die dann mit 17 Ja-Stimmen und einer Enthaltung nur noch Formsache war. Die Tränen galten nicht dem Zustand der Bundes-SPD. Es waren Tränen der Rührung, mit denen er seiner Frau Claudia dankte, dass sie ihm wie so oft in den Jahren ihrer Ehe auch für die Kandidatur den Rücken stärke. Viele Freunde hätten ihm gesagt, ob er sich das Bürgermeisteramt wirklich antun wolle. "Und ich antworte darauf: Ja, ich will. Ich glaube, ich kann einen Prozess anstoßen und moderieren." Immer wieder betont der derzeitige Leiter des Jugendkunst-Mobils und Filmemacher, dass er keiner sei, der alles wisse und Patentrezepte habe. "Dafür habe ich Ideen, vielfältige Erfahrungen und kann vor allem zuhören." Dies sei ihm wichtig: Menschen ernst zu nehmen, egal welcher Partei sie angehörten, sie einzubinden und so Lösungen zu finden, auf die einer alleine nicht gekommen wäre. "Angesichts der Situation unserer Stadt ist genau dies wichtig. Wenn ich mir ansehe, was alles als ,freiwillige Leistung’ zählt, für die die Stadt kein Geld ausgeben darf, müssen wir eben kreativ sein."

Als wichtigste Herausforderung für die kommenden Jahre nannte Frank die Leerstände in der Innenstadt, die Verkehrssituation und natürlich die Verschuldung. Ein "wahnsinniges Potenzial" sieht er im Tourismus. Auch der SPD-Kandidat hält Wunsiedel für grundsätzlich gut aufgestellt. Die Stadt sei deutschlandweit eine vorbildliche Energiestadt, eine Festspielstadt und eine Stadt, die das beste aus urbanem Leben und dörflicher Kultur vereine. Auch präsentiere sie sich bei potenziellen Zuzüglern hervorragend mit einer sehr guten Kinderbetreuung in Kindertagesstätten und Schulen. "All das müssen wir natürlich weiterentwickeln." Zudem sieht er den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen als wesentliches Kriterium für die Zukunft der Stadt.

Genau dieses Thema liegt auch SPD-Landratskandidat Holger Grießhammer am Herzen. Der selbstständige Handwerksmeister mit 17 Mitarbeitern hält die wirtschaftliche Entwicklung als entscheidend für die Zukunft der Region. "Dass der Staat Wirtschaft nicht kann, hat er schon häufig bewiesen. Der Staat kann und muss aber gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen."

Grippe-bedingt haben am Freitagabend einige der Listenmitglieder gefehlt, alle hatten aber zuvor ihre Bereitschaft zur Kandidatur bestätigt.

Unter anderem haben Viren den zweiten Bürgermeister und stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden Manfred Söllner ins Bett gezwungen. Er ließ den Genossen schriftlich ausrichten, dass er sich über die "hervorragende Mannschaft" freue. "Eigentlich müssten alle Kandidaten vorne auf der Liste stehen." Über Stefan Frank schrieb er, dass er einer sei, der anpacke.

Fraktionssprecher Konrad Scharnagl fasste den Abend zusammen: "Die Wunsiedler SPD hat geliefert. Da kann nichts schiefgehen."

—————

Auch Ehrenbürger, Altlandrat und Jurist Peter Seißer meldete sich zu Wort. "Es ist gut, dass wir als Kandidaten für den Landrat und Bürgermeister keinen Juristen an der Spitze haben. Grießhammer und Frank sind Menschen mit Berufs- und Lebenserfahrung." Seißer ist 1972 in den Stadtrat gewählt worden. Wegen des Einwohnerzuwachses musste damals der Stadtrat von 16 auf 20 Mitglieder erweitert werden.

Autor

Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
01. 12. 2019
17:02 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
01. 12. 2019
17:02 Uhr



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