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Rollstuhlfahrer darf jetzt doch zu "Stahlzeit"

Die Festspielleitung lenkt nach der Debatte um das "Stahlzeit"-Konzert ein. "Wir wollen niemanden ausschließen", betont Birgit Simmler im Ringen um eine Lösung.



Dominik Dörsch aus Röslau, der zu Weihnachten von seiner Patin Christina Rittmayr ein Ticket für "Stahlzeit" bekommt, kann aufatmen. Der Besuch des Konzerts im September nächsten Jahres wird möglich gemacht, wie die Festspielleitung betont. Foto: zys
Dominik Dörsch aus Röslau, der zu Weihnachten von seiner Patin Christina Rittmayr ein Ticket für "Stahlzeit" bekommt, kann aufatmen. Der Besuch des Konzerts im September nächsten Jahres wird möglich gemacht, wie die Festspielleitung betont. Foto: zys  

Wunsiedel - Dass Rollstuhlfahrer nicht beim Konzert von "Stahlzeit" auf der Luisenburg dabei sein dürfen, hat viele Menschen im Landkreis Wunsiedel auf die Palme gebracht (wir berichteten am Freitag). Wegen der Pyrotechnik-Show wollte man Rollstuhlfahrer in der ersten Reihe nicht in Gefahr bringen, argumentierte Verwaltungsleiter Harald Benz gegenüber der Frankenpost. Am gestrigen Sonntag dann lenkte die Festspielleitung ein: "Wir wollen und werden niemanden ausschließen", betont Birgit Simmler, die künstlerische Leiterin der Festspiele, in einer Pressemitteilung. "Deshalb versuchen wir natürlich, auch hier eine Lösung zu finden, mit der wir alternative Plätze für Rollstuhlbenutzer einrichten können."

"Die Festspiele sind immer für alle Besucher sicher" - so lautet die Überschrift der Pressemitteilung, mit der die Festspielleitung am Sonntag auf die Diskussionen im Internet reagiert. Eine ehemalige Luisenburg-Mitarbeiterin hatte im Netz betont, "dass ich als Reiseleiterin definitiv keine Werbung mehr für die Luisenburg machen werde". Mit dieser Aktion - sie nimmt Bezug auf die Berichterstattung über den Ausschluss von Rollstuhlfahrern -, "die ich Behinderten gegenüber so was von diskriminierend empfinde, habt ihr mich als Luisenburg-Besucher und -Liebhaber definitiv verloren. Das geht gar nicht!" Sie habe dort wundervolle drei Jahre gearbeitet und viele wunderbare Menschen kennengelernt, doch diese Zeiten seien vorbei. Solange die Zustände dort so sind, werde sie definitiv keinen Fuß mehr in Richtung Luisenburg bewegen.

Zahlreiche Menschen beteiligen sich an der Diskussion im Internet, lassen ihrer Wut zum Teil freien Lauf. Bis dann am Wochenende die Luisenburg ebenfalls im Internet reagiert: "Safety first - auch bei ,Stahlzeit’. Wir scheuen weder hohe Kosten noch Mühen, um für alle eine Lösung zu finden. Wir sind auf einem guten Weg und werden zeitnah für diejenigen Besucher, die bereits ein Ticket kaufen wollten und aufgrund eines Handicaps im bestehenden Sicherheitskonzept für das Stahlzeit-Konzert keines erhalten konnten, sehr wahrscheinlich noch vor Weihnachten eine Lösung anbieten können." An dieser Lösung, die Zeit, Geld und Koordination koste, werde noch intensiv mit den Beteiligten gearbeitet. Das unterstreicht in der Pressemitteilung die künstlerische Leiterin Birgit Simmler.

"Wir machen keinen Unterschied zwischen Besuchern mit und ohne Handicap", fügt Harald Benz, der Verwaltungsleiter der Festspiele, zu der aktuellen Debatte über die Sicherheitsmaßnahmen anlässlich des Stahlzeit-Konzerts hinzu. "Für alle, ob autonom oder auf Hilfe angewiesen, gelten die hohen Sicherheitsstandards, die wir mitten in einem sehr schwierigen Gelände aus guten Gründen strikt einhalten." Und er fährt fort: "Aus diesem Grund bitten wir die Zuschauer mit Einschränkungen, sich immer direkt an uns zu wenden, damit wir für sie eine optimale Lösung für ihren Besuch finden können."

Christina Rittmayr aus Marktredwitz hatte für ihr behindertes Patenkind Dominik Dörsch ein Ticket online bestellt, "weil am ersten Verkaufstag Hunderte von Menschen vor der Tourist-Info in Wunsiedel gestanden waren".

Benz verweist noch einmal auf das Prinzip des "Safety first", das konsequent auch bei dem spektakulären Konzert, bei dem eine Pyro-Show mit viel Feuer zu erleben sein werde, umgesetzt werde. Dass von den notwendigen Maßnahmen auch die Plätze für Rollstuhlfahrer betroffen sind, habe besagte Diskussion ausgelöst. Ziel sei es nun, für das bereits ausverkaufte "Stahlzeit"-Konzert doch noch einige behindertengerechte Plätze zu schaffen, damit diejenigen eingeschränkten Zuschauer berücksichtigt werden könnten, die trotz ihres Wunsches bislang keine Karten bekommen konnten.

"Wir machen das", versprechen Birgit Simmler und Harald Benz unisono - "so, wie wir immer Lösungen für unsere Zuschauer finden, auch wenn es viel komplizierter ist als manche glauben und wir dabei sehr viele Faktoren, Notwendigkeiten und auch besondere Kosten berücksichtigen müssen."

Die Festspiele hätten in jeder Spielzeit bewiesen, dass trotz der schwierigen Bedingungen ihrer Lage beeinträchtigte Zuschauer Hilfe und Unterstützung von allen Seiten bekommen. "Das wird auch so bleiben und stand nie infrage."

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
15. 12. 2019
13:10 Uhr

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Peggy Biczysko

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15. 12. 2019
13:10 Uhr



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