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Fichtelgebirge

"Yulia" verursacht zahlreiche Einsätze

Blockierte Gleise, ein fliegendes Trampolin und umgestürzte Bäume: Am Faschingssonntag fegt das Sturmtief über die Region - und hält Feuerwehr und Polizei auf Trab.



Einsatzort Forststraße in Marktleuthen: Wie vielerorts im Fichtelgebirge beseitigte die ortsansässige Wehr einen umgestürzten Baum, der die komplette Straße blockiert hatte. Foto: Feuerwehr Marktleuthen/Facebook
Einsatzort Forststraße in Marktleuthen: Wie vielerorts im Fichtelgebirge beseitigte die ortsansässige Wehr einen umgestürzten Baum, der die komplette Straße blockiert hatte. Foto: Feuerwehr Marktleuthen/Facebook  

Wunsiedel - Kräftige Sturmböen und starke Regenschauer: 19-mal sind die Einsatzkräfte der Feuerwehren im Landkreis Wunsiedel am Faschingssonntag ausgerückt, um sich um die Hinterlassenschaften der stürmischen "Yulia" zu kümmern. "Die Einsatzzahl fällt nicht aus der Reihe", berichtet Kreisbrandrat Wieland Schletz. "Es handelte sich in allen Fällen um Kleineinsätze. Am häufigsten blockierten entwurzelte Bäume die Fahrbahn, einmal ein Bahngleis und ein Gegenstand musste gesichert werden." Die Alarmierungen - darunter keine größeren Schäden - seien im Einsatzgebiet gut verteilt gewesen.

Speziell vorbereitet auf "Yulia" hätten sich die Einsatzkräfte nicht. "Die Feuerwehr muss jederzeit handlungsfähig sein, auch bei einem Sturmtief ohne lange Vorlaufzeit", stellt Schletz klar. Kettensägen und Schnittschutzkleidung hätten die Wehren deshalb stets griffbereit.

Ist das Einsatzaufkommen bei der Integrierten Leitstelle (ILS) bei einem Unwettereinsatz übrigens zu hoch, gibt es separate Abschnittsführungsstellen. "Der Landkreis wird dann dreigeteilt. Für jede Inspektion, also Marktredwitz, Wunsiedel und Selb, gibt es eine eigene Führungsstelle, die für die Koordination verantwortlich ist."

Kündigt sich ein Sturm wie "Yulia" an, empfiehlt der Kreisbrandrat, das Haus nicht zu verlassen. "Neben dem Aufenthalt im Freien sollten auch Autofahrten auf das Minimum reduziert werden", warnt Schletz. Besonders gefährlich sei wegen des Seitenwindes die Überfahrt über Brücken. "Zudem sollte bedacht werden, dass hohe Windgeschwindigkeiten auch schwere Gegenstände fliegen lassen können, wenn diese nicht gesichert sind."

Einen arbeitsintensiven Nachmittag hat "Sabine"-Nachfolgerin "Yulia" auch der Polizei Marktredwitz beschert. Da eine der beiden Streifen, die im Einsatz waren, in Würzburg gebraucht wurde, hatten die Beamten alle Hände voll zu tun. 15 bis 20 Mal rückten sie am Sonntag aus. "In der Coubertinstraße in Marktredwitz hat der Sturm ein Trampolin mitgerissen und es auf die Straße geschleudert", berichtet Hauptkommissar Hannes Hörath. Außerdem haben die heftigen Böen in der Region einige Ziegel von den Dächern gefegt. Vor Verletzungen seien die Menschen im Fichtelgebirge aber verschont geblieben: "Soweit uns bekannt ist, hat es nur Sachschäden gegeben."

Viele Bürger hätten die Beamten am Nachmittag, als der Sturm seinen Höhepunkt erreichte, über umgefallene Bauzäune und Wahlplakate informiert. "Jedoch waren manche schon nicht mehr da, als wir vor Ort waren."

Lose Gegenstände im Garten sowie Mülltonnen zu sichern, ist laut Hörath unumgänglich, wenn sich ein Sturm anbahnt. Autos sollten zudem nicht in der Nähe von Bauzäunen, morschen Bäumen oder mobilen Verkehrszeichen geparkt werden. Letztere gebe es gerade zum Faschingsumzug einige. Grundstücksbesitzer sollten zudem regelmäßig ihre Bäume ausschneiden. "Denn bei einem Sturz auf das Nachbargrundstück oder auf ein Fahrzeug muss der Baumeigentümer die Kosten für die Sturmschäden tragen", sagt Hörath.

Zwar habe "Yulia" nicht die Windgeschwindigkeiten des Sturmtiefs "Sabine" erreicht, jedoch habe es in Oberfranken im Laufe des Sonntages erhebliche Verkehrsbehinderungen gegeben. Durch den starken Wind seien nicht nur zahlreiche Bäume entwurzelt, sondern auch Bauzäune umgeworfen und Verkehrstafeln umgeknickt worden, bestätigt das Polizeipräsidium Oberfranken in einer Meldung. Von Sonntagnachmittag bis am Abend gegen 23 Uhr habe es in Oberfranken etwa 90 witterungsbedingte Einsätze gegeben. Ab Mitternacht habe sich die Wetterlage schließlich beruhigt.

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Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
24. 02. 2020
19:14 Uhr

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Katharina Melzner

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24. 02. 2020
19:14 Uhr



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