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Fichtelgebirge

Endlich wieder Biergarten: Wirte freuen sich auf Gäste

Die Wirte freuen sich auf die Rückkehr ihrer Gäste. Die können es trotz aller Beschränkungen kaum mehr erwarten, bis am kommenden Montag die Pforten wieder öffnen.



Die Vorfreude ist trotz aller Einschränkungen für die Gäste und Auflagen für die Wirte riesig: Nach der wochenlangen Corona-Zwangspause in der Gastronomie soll es am Montag für Biergärten wieder losgehen.	Archivbild: Andreas Pöhner
Die Vorfreude ist trotz aller Einschränkungen für die Gäste und Auflagen für die Wirte riesig: Nach der wochenlangen Corona-Zwangspause in der Gastronomie soll es am Montag für Biergärten wieder losgehen. Archivbild: Andreas Pöhner   » zu den Bildern

Marktleuthen/Schönwald/Selb/Weißenstadt - Ein Sommer ohne Biergarten? In Bayern schier undenkbar. Der 18. Mai dürfte deshalb nicht nur bei den Wirten ganz fett angestrichen sein im Kalender nach der wochenlangen Corona-Zwangspause in der Gastronomie. Auch die Freunde eines gepflegten Bieres unter freiem Himmel und mit Freunden atmeten vor einer Woche kräftig auf, als Ministerpräsident Markus Söder die Nachricht verkündete: Ab kommenden Montag, 18. Mai, dürfen Gaststätten ihre Biergärten - zunächst bis 20 Uhr - wieder öffnen. Dass die Gäste mit Einschränkungen und die Wirte mit vielen Auflagen zu leben haben: ziemlich egal.

Was ist zu beachten?

Zwar dürfen die Wirte ab kommenden Montag, 18. Mai, ihre Biergärten (bis 20 Uhr) wieder öffnen, doch gibt es strenge Auflagen für die Gastronomen. So müssen die Kontaktdaten der Gäste registriert werden, um im Ernstfall neue Corona-Infektionsketten nachverfolgen zu können. Zwischen den Tischen muss ein Mindestabstand von 1,50 Metern bestehen, an einem Tisch dürfen maximal vier Personen aus zwei Haushalten Platz nehmen (bei Biertischgarnituren sechs Personen).

Mund-Nasen-Bedeckungen müssen von den Gästen und vom Personal getragen werden. Am Tisch allerdings dürfen Gäste die Masken abnehmen. Viele Gastwirte sehen die Auflagen kritisch, manche lassen unter diesen Umständen ihre Biergärten zunächst vielleicht sogar noch geschlossen. ap

 

"Ich kann es kaum erwarten", sagt Johannes Hammermüller aus Marktleuthen. "Ich freue mich tierisch darauf, endlich wieder Freunde und Bekannte zu treffen." Der 22 Jahre alte Student hat sich längst einen Zeitplan zurechtgelegt für den großen Tag. Vormittags steht erst noch eine Online-Vorlesung auf dem Programm, danach wird der Weg zur Stammkneipe angetreten. "Am Nachmittag beginne ich mit Kaffee und Kuchen. Später werde ich natürlich auch das ein oder andere Bierchen trinken", sagt Hammermüller. "Besonders freue ich mich auch auf das Arschgewaafe meiner Kumpels." Und wenn die Beschränkungen irgendwann weiter gelockert werden, steht eine gepflegte Runde Schafkopf ganz oben auf dem Wunschzettel des jungen Mannes aus der Egerstadt. "Bis dahin sollten sich die Leute diszipliniert verhalten. Man kann sich ja auch über zwei Tische unterhalten. Das sollte doch kein Problem sein", meint Hammermüller.

 

Eher skeptisch, was die Einhaltung der Regeln betrifft, ist Kai Fuchs aus Schönwald. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Abstand nicht eingehalten wird. Am Anfang vielleicht schon noch, nach einer gewissen Zeit aber nicht mehr", sagt der 39-Jährige. Für ihn selbst stellen die Beschränkungen kein großes Problem dar. "Es ist zwar nicht schön, aber damit müssen wir eben erstmal leben." Auf jeden Fall wolle er bereits am Montag am Start sein, um die Kumpels und Wirtsleute der Stammkneipe wieder zu treffen. "Darauf freue ich mich tierisch", sagt auch Fuchs.

Noch ein paar Tage länger mit dem ersten Besuch im Biergarten wird sich Felix Lenk gedulden müssen. "Am Montag muss ich arbeiten. Aber spätestens am Vatertag geht’s los mit dem Biergarten, da wir ohnehin nicht in einer großen Gruppe wandern können wegen der Kontaktbeschränkungen", sagt der 24-jährige Weißenstädter. "Es wird auch wieder Zeit für die Wirtsleute mit Biergärten am See und in der Stadt."

Den Mindestabstand findet Lenk "zwar etwas blöd, aber der Anfang ist auf jeden Fall mal gemacht". Der Torjäger der SpVgg Weißenstadt hofft nur, dass die Gäste keine Maske tragen müssen in den Biergärten. "Das wäre der Super-Gau." Zumindest auf dem Weg zum Tisch wird es aber wohl so sein.

Glücklich über die Öffnung der Biergärten ist auch Klaus Fischer aus Selb. "Es ist schön, wenn man wieder einmal jemanden treffen und ihm in die Augen schauen kann. Das bringt schon was für das Gemüt. Man verlernt ja fast das Sprechen, wenn man nur vor der Glotze hockt", schmunzelt Fischer. In den vergangenen Wochen habe er sich zwar auch oft auf das Fahrrad gesetzt. "Aber auch das wird auf Dauer langweilig, wenn man kein Ziel hat, wo man mal ein Bier schlürfen kann. Ein Biergarten und eine kühle Fassbrause sind da doch ganz was anderes." Auch Fischer hofft, dass sich möglichst viele Leute an die Regeln halten. "Auch die Verschwörungstheoretiker!"

Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. Die Prognosen sind jedenfalls nicht schlecht für die nächste Woche.

Autor
Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2020
16:50 Uhr

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Andreas Pöhner

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13. 05. 2020
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