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Hof

99 Lückenschlüsse

Die Förderoffensive Nordostbayern macht Furore. Leerstände verschwinden und machen Platz für Neues. Die Gemeinden nehmen das 90-Prozent-Geschenk gerne an.



Eine lange Projektliste gibt eine Übersicht darüber, wo und in welcher Weise der Landkreis Hof in den nächsten Jahren schöner werden soll. Die Aufstellung präsentieren hier (von links) Landtagsabgeordneter Klaus Adelt, Landrat Dr. Oliver Bär, die Bürgermeisterin der Gemeinde Berg Patricia Rubner, der Leerstandsmanager des Landkreises Hof Fabian Leipold, Landtagsabgeordneter Alexander König, die Leiterin des Fachbereiches Kreisentwicklung Izabella Graczyk, die Leitende Baudirektorin bei der Regierung von Oberfranken Petra Gräßel und der Wirtschaftsförderer des Landkreises Hof Klaus Gruber. Foto: Köhler
Eine lange Projektliste gibt eine Übersicht darüber, wo und in welcher Weise der Landkreis Hof in den nächsten Jahren schöner werden soll. Die Aufstellung präsentieren hier (von links) Landtagsabgeordneter Klaus Adelt, Landrat Dr. Oliver Bär, die Bürgermeisterin der Gemeinde Berg Patricia Rubner, der Leerstandsmanager des Landkreises Hof Fabian Leipold, Landtagsabgeordneter Alexander König, die Leiterin des Fachbereiches Kreisentwicklung Izabella Graczyk, die Leitende Baudirektorin bei der Regierung von Oberfranken Petra Gräßel und der Wirtschaftsförderer des Landkreises Hof Klaus Gruber. Foto: Köhler  

Landkreis - An mindestens 99 Stellen soll der Landkreis Hof in den nächsten Jahren schöner werden, indem marode Gebäude aus dem Ortsbild der Städte und Gemeinden verschwinden. Landrat Dr. Oliver Bär präsentierte bei einer Zwischenbilanz zur Förderoffensive Nordostbayern eine lange Liste mit Projekten, die in den Jahren 2017 bis 2020 geplant sind, 22 davon werden gegenwärtig bereits realisiert. Wohlgemerkt handele es sich dabei nicht nur um den Abriss maroder Bausubstanz: "Das ist kein reines Abrissprogramm. Es geht darum, Leerstände zu beseitigen", sagte Bär bei einem Pressetermin im Landratsamt.

Die Stadt Hof

Auch in der Stadt Hof standen für das vergangene Jahr acht Maßnahmen auf der Kauf- oder Abbruchliste.

Über den Stand der Dinge im Stadtgebiet berichten die Verantwortlichen in einer gesonderten Pressekonferenz Anfang Februar.

 

Dies bekräftigte auch die Leitende Baudirektorin bei der Regierung von Oberfranken, Petra Gräßel: "Ein Drittel der Maßnahmen sind Abbrüche mit Neubau, ein weiteres Drittel Revitalisierungen, und nur bei einem Drittel handelt es sich um Abrisse ohne Neubau. Dort entstehen dann zum Beispiel Parkplätze oder Grünanlagen." Dennoch sei es 2017 zunächst nur um Abbrüche gegangen, denn: "Man muss sich erst mal Gedanken um eine Nachfolgenutzung machen. Die Revitalisierung dauert dann länger."

 

Die Förderoffensive hatte wie schon berichtet Ende 2016 der Freistaat Bayern ins Leben gerufen und umfasst die Landkreise Hof, Kronach, Kulmbach und Wunsiedel wie auch die kreisfreie Stadt Hof. Vier Jahre lang gibt es dabei 90 statt zuvor 60 Prozent Förderung für Maßnahmen zur Revitalisierung von Stadt- und Ortskernen. Der Freistaat Bayern hat dafür rund 16,6 Millionen Euro pro Jahr an Finanzhilfen zur Aufstockung der Städtebauförderung in Oberfranken zur Verfügung gestellt. Im Bereich der Dorferneuerung gibt es acht Millionen Euro pro Jahr zusätzliche Mittel für Oberfranken.

"Gerade finanzschwächere Kommunen haben dadurch die Möglichkeit, oft langjährige und das Ortsbild störende Leerstände zu beseitigen", sagte Landrat Dr. Bär. Alle 27 Gemeinden im Landkreis Hof hätten vergangenes Jahr Maßnahmen im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern über die Städtebauförderung oder über die Dorferneuerung angemeldet. "Das zeigt, der Bedarf ist riesig", stellte der Landrat fest.

Wie segensreich die Förderoffensive bereits wirkt, davon berichteten zwei Gemeindeoberhäupter. "Wir sind einfach nur glücklich über das Programm", sagte der Schauensteiner Bürgermeister Peter Geiser. Jetzt könne man das berühmt-berüchtigte "Blaue Haus" in der Hochstraße 2 endlich abreißen und damit eine Engstelle beseitigen. Die Kostenschätzung von 100 000 Euro umfasse nicht nur den Abriss selbst, sondern auch anschließende Baumaßnahmen, zum Beispiel am Gehsteig.

In Berg hat man die Beseitigung zweier ortsbildprägender Leerstände bereits hinter sich. "Wir hören generationenübergreifend, wie toll unser generalsaniertes Rathaus jetzt zur Geltung kommt", erzählte Bürgermeisterin Patricia Rubner. "Aus eigener Kraft wären wir dazu nicht in der Lage gewesen." Der Abriss der beiden maroden Häuser sei ein Meilenstein.

Seinen Dank für diese bereits jetzt sichtbaren Erfolge richtete Landtagsabgeordneter Alexander König direkt an Ministerpräsident Horst Seehofer: "Er hat das ermöglicht, und er freut sich auch am allermeisten. Denn es handelt sich um das bestangenommene Förderprogramm, das es je gegeben hat." Hundertfach werde Zufriedenheit geschaffen, indem sichtbar und wesentlich etwas verändert werde. Der designierte Ministerpräsident Markus Söder denke bereits darüber nach, das Programm auf andere Teile Bayerns auszudehnen.

Als Programm, das punktgenau auf Nordostoberfranken passt, lobte Landtagsabgeordneter Klaus Adelt die Förderoffensive: "Und das ist auch gut so, denn bei uns brennt es am meisten." Das Beispiel Berg zeige, dass der beste Denkmalschutz nichts nutze, wenn ein Haus von der Bausubstanz her kaputt sei. Und: "Der bisherige Maßnahmenkatalog ist sicher noch nicht das Ende."

Dass auch private Hausbesitzer davon profitieren können, darauf wies Landrat Dr. Oliver Bär abschließend noch hin: "Das Programm richtet sich zwar an die Kommunen, aber Eigentümer können sich dort erkundigen, ob ihre Immobilie in einem ausgewiesenen Gebiet liegt." Insgesamt gelte: "Es sind jetzt kommunale Förderprogramme möglich, die es früher so nicht gab."

Autor

Manfred Köhler
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Veröffentlicht am:
23. 01. 2018
19:33 Uhr

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Manfred Köhler

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Veröffentlicht am:
23. 01. 2018
19:33 Uhr



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