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Hof

AOK attackiert Spahn wegen Öffnung der Kassen

Der Gesundheitsminister will den Krankenkassen-Markt bundesweit öffnen. Bei der AOK fürchtet man negative Auswirkungen für die Versicherten in der Region.



Hof - Wer an der Nordseeküste wohnt, soll sich künftig auch bei der AOK Bayern versichern können. Umgekehrt gilt: Wer in Hof wohnt, könnte sich bei der AOK in Niedersachsen versichern. Dies sehen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor, der die regionalen Kassen bundesweit öffnen will. "Das klingt zunächst gut, birgt jedoch einige Fallstricke", sagt Volker Seidel, versichertenseitiger Beiratsvorsitzender der AOK in Hof. Denn die regionalen Kassen würden in einen unsinnigen Preiswettbewerb gezwungen. Vor allem junge und gesunde Versicherte würden unterschiedliche Beitragssätze nutzen, um zu wechseln. Die Folge: "Der Krankenkasse fehlt in ihrem Kerngebiet das Geld für die Gestaltung einer guten und passgenauen Versorgung", erläutert der AOK-Beirat. Die Kranken haben das Nachsehen. Und auch der wirtschaftliche Druck für Fusionen erhöht sich. Am Ende wird es weniger Kassen und weniger Wettbewerb geben. Für Volker Seidel ist klar: "Die AOK ist eine regionale Kasse und das muss sie auch bleiben."

Offensichtlich steht die AOK nicht allein. "Wir sind mit unserer Sorge in guter Gesellschaft, denn auch die bayerische Staatsregierung lehnt die Pläne von Spahn vehement ab", ergänzt Sven Rosenberger, Vorsitzender der Arbeitgeberseite im Beirat der AOK Hof. Statt eines unsolidarischen Preiswettbewerbs sei ein Wettbewerb um die beste Gesundheitsversorgung gefragt. Die Verhandlungen für den Bereich Heilmittel - darunter fällt zum Beispiel Krankengymnastik - habe Spahn bereits völlig zentralisiert. Die Musik spiele jetzt in Berlin. "Die bayerischen Gestaltungsmöglichkeiten sind auf ein Minimum reduziert", ärgert sich Rosenberger.

Die Vertreter der Beitragszahler in den Verwaltungsräten der Krankenkassen seien offensichtlich vom Gesundheitsminister nicht gefragt worden. Für Rosenberger und Seidel zeigt dies, dass Spahn die gesetzlich verankerte Selbstverwaltung der Krankenversicherung nicht ernst nimmt. Dabei sei im Koalitionsvertrag verabredet worden, die Sozialpartnerschaft und ihre Institutionen zu stärken. Volker Seidel: "Spahns Bekenntnisse zur Sozialpartnerschaft sind offensichtlich nur Lippenbekenntnisse."

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2019
19:44 Uhr

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2019
19:44 Uhr



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