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Hof

Alex-Züge häufen Verspätungen an

Die Express-Verbindungen von und nach München sind störungsanfällig. Viele Fahrgäste ärgern sich über das Umsteigen am Abend.



Hof/Marktredwitz - Nicht nur der Marktführer Deutsche Bahn hat mit der neuen Schnellfahrstrecke über Erfurt massive Probleme. Auch bei der privaten Länderbahn läuft es nach umfangreichen Umstellungen des Betriebskonzeptes durch den Freistaat Bayern als Auftraggeber des Regionalverkehrs nicht rund.

Seit zehn Jahren rollen die bei den Fahrgästen beliebten Alex-Züge als Express-Verbindungen auf der ehemaligen Interregio-Linie 25 zwischen München, Regensburg und München. Zum Fahrplanwechsel ist ein neuer Verkehrsvertrag zwischen der Länderbahn und der landeseigenen Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) in Kraft getreten. Demnach ersetzt die Länderbahn mit den Alex-Zügen die zwei bisherigen RE-Zugpaare von DB Regio. Somit rollen die Alex-Züge jetzt im Zweistundentakt von und nach München.

Seit Sonntag sind fast alle Alex-Züge auf dieser Linie mit Waggons aus Prag vereinigt, die in Schwandorf angekuppelt und in der Gegenrichtung abgehängt werden. Dieses Betriebskonzept hat die BEG bei der Länderbahn bestellt. Deshalb bleiben die Alex-Züge aus Hof jetzt planmäßig neun Minuten in Schwandorf stehen. In dieser Zeit hängen die Rangierer die Wagen aus Prag an - sofern der Zugteil aus Tschechien pünktlich angekommen ist. Nach Beobachtungen der Frankenpost war dies am vergangenen Sonntag meist nicht der Fall. Extrem betroffen war der Alex-Zug, der um 17.40 Uhr ab Hof gefahren war. Die Fahrgäste hatten in Schwandorf mehr als eine halbe Stunde Aufenthalt, weil der Alex aus Prag verspätet war. "Das lag an einer Baustelle zwischen Pilsen und Domažlice (Taus)", weiß Länderbahn-Sprecherin Christine Hecht. Bei zu großen Verspätungen sei künftig eine separate Fahrt des Prager Zugteils geplant. Eine Reserve-Lok der tschechischen Staatsbahn CD stehe dafür zur Verfügung.

Als weitere aktuelle Probleme nennt Hecht die Langsamfahrstellen der DB Netz AG zwischen Weiden und Wiesau sowie bei Cham. "Wir kämpfen mit vielen äußeren Einflüssen, die auch von der Eisenbahn-Infrastruktur herrühren", betont die Länderbahn-Sprecherin.

Eine weitere Herausforderung ist für die Eisenbahner der Länderbahn das seit Sonntag erforderliche Umrangieren der Alex-Züge in München. Und auch das liegt wiederum an den Prager Zugteilen. Diese wurden in Schwandorf hinten angekuppelt, müssen bei der Rückfahrt aber in Schwandorf wiederum hinten sein. Als Knackpunkt für das Rangiermanöver nennt Hecht eine verspätete Ankunft von maximal 30 Minuten in München. Probleme gebe es bei den Zügen, bei denen die BEG zusätzliche Waggons bestellt habe. "Bei diesen Verstärkerzügen kann das Umrangieren nicht am Bahnsteig, sondern nur in größerer Entfernung vom Münchner Hauptbahnhof stattfinden", erläutert Hecht.

Als Verschlechterung des Fahrplans bewerten viele Stammfahrgäste, dass der Alex-Zug um 18.43 Uhr ab München seit Sonntag nur bis Marktredwitz fährt und dort um 22.10 Uhr endet. Wer nach Hof möchte, muss in einen Neigetechnikzug von DB Regio umsteigen, der um 22.16 Uhr in Marktredwitz abfährt und Hof um 22.42 Uhr erreicht.

Die Frankenpost war am Sonntag dabei und hat einige Betroffene befragt. "Der Zugverkehr ist zurzeit eine Katastrophe", schimpfte Jasmin Hübler aus Schwarzenbach an der Saale, die beruflich nach Regensburg pendelt. Am Sonntagmorgen habe der Alex-Zug lange in Schwandorf gestanden, sie sei deshalb 20 Minuten zu spät zur Arbeit gekommen. Das nun abends nötige Umsteigen in Marktredwitz ärgert Hübler besonders. "Es ist umständlich und es dauert länger", lautete der Kommentar eines sichtlich genervten Studenten aus Oberbayern, der die Alex-Züge nach Hof seit Oktober nutzt. Nach Beobachtung der Frankenpost waren am Sonntag etwa 70 Fahrgäste betroffen. Dabei kann man in Marktredwitz nicht am selben Bahnsteig gegenüber umsteigen, sondern muss durch die Bahnsteig-Unterführung.

Dafür, dass dieser Alex-Zug jetzt in Marktredwitz endet, ist die BEG als Zugbesteller verantwortlich, erklärt Pressesprecherin Hecht. Von der BEG war nach Anfrage unserer Zeitung keine kurzfristige Stellungnahme erhältlich. Wie eine Rückfrage der Länderbahn bei der DB Netz AG ergeben hat, wurde die Gleisbelegung so gewählt, weil die Übergangszeit vom RE Nürnberg-Hof in Marktredwitz zur Oberpfalzbahn nach Eger kürzer ist. "Wir werden die Fahrgastzahlen im Blick behalten und gegebenenfalls bei der DB Netz einen Antrag auf eine Veränderung der Gleisbelegung stellen", kündigte Hecht an.

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Werner Rost
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Veröffentlicht am:
13. 12. 2017
18:39 Uhr

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Werner Rost

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13. 12. 2017
18:39 Uhr



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