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Hof

Alles für die Familie

Bereits 22 Betriebe aus Stadt und Landkreis Hof gehören dem Familienpakt Bayern an. Sie helfen ihren Mitarbeitern mit individuellen Lösungen. Das bringt Vorteile.



Familienpakt Bayern
  Foto: Hendrik Ertel » zu den Bildern

Hof - Betriebskindergärten, Jobsharing, Homeoffice, Arbeitszeitkonten - es gibt viele Möglichkeiten, Beschäftigten das Zusammenspiel von Beruf und Familie leichter zu machen. In Zeiten des Facharbeitermangels erkennen immer mehr Betriebe, dass eine familienbewusste Personalpolitik für sie von Nutzen ist. Im Landkreis Hof sind bereits 22 Unternehmen Mitglied im Familienpakt Bayern, dem bayernweiten Netzwerk für eine familienfreundliche Arbeitswelt. Die bayerische Staatsregierung hat es 2015 gemeinsam mit der bayerischen Wirtschaft ins Leben gerufen.

Jetzt lud Landrat Dr. Oliver Bär zur Information ins Landratsamt ein. Michael Höhenberger, Amtschef im Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, brachte für die Betriebe Urkunden und Plaketten mit. Julia Ochsenmeier von der Servicestelle erläuterte die Vorteile einer Mitgliedschaft im Familienpakt.

Die Region hat nach Worten Bärs viel zu bieten. Stolz präsentierte er die neuen Zahlen: Mit einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent bei 37 268 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern sei der Landkreis "besser als Bayern". Das heiße aber auch, dass dringend Arbeitnehmer von außerhalb gebraucht werden - daher müssten die Betriebe noch familienfreundlicher werden. "Umfragen zeigen, dass dies für 90 Prozent der Arbeitnehmer genauso wichtig ist wie ein gutes Gehalt." Bei jungen Leuten liege Familie hoch im Kurs - auch junge Väter wollten mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. In einer Region, in der viele ältere Menschen leben, gehe es aber auch um die Pflege zu Hause. Nicht umsonst habe der Landkreis Hof ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept entwickelt, aus dem sich bereits vielfältige Aktivitäten ergeben hätten. Der Landrat dankte den Betrieben, die bereits am Familienpakt teilnehmen - vom Handwerksbetrieb bis zum Konzern. Sie hätten es in der Hand, diese Mitgliedschaft zu gestalten und zu ihrem Vorteil zu nutzen. "Ich glaube an die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums", betonte Michael Höhenberger angesichts überlasteter Metropolen. Zwar sei eine Geburtenrate von 1,6 in Deutschland noch immer zu wenig, doch gebe es seit einigen Jahren wieder mehr Kinder. Die bayerische Staatsregierung habe die Weichen gestellt und helfe zum Beispiel mit der Einrichtung weiterer Kitas und mit dem neuen Familiengeld. Die Firmen hätten nun das Ihrige zu tun, damit junge Beschäftigte Familie und Beruf besser vereinbaren können. "Es hat sich gezeigt: Fachkräfte gehen dahin, wo die ganze Familie gut aufgehoben ist." Sie blieben ihren Betrieben auch länger treu.

Julia Ochsenmeier zählte anhand von Statistiken die Vorteile einer familienfreundlichen Personalpolitik auf. Auch wenn nicht jeder Betrieb aufgrund seiner Struktur die gleichen Angebote bieten könne, so gebe es doch viele Möglichkeiten, Arbeitnehmern entgegenzukommen. Deren Motivation steige, ebenso die Qualität der Arbeit. Frauen hätten mehr Möglichkeiten, sich im Beruf zu engagieren. Firmen mit Familienpakt-Siegel erhielten bis zu 30 Prozent mehr Post auf Stellenangebote.

Der Familienpakt fördert die Vernetzung. Wo zum Beispiel keine betriebseigene Kita eingerichtet werden kann oder Hilfe bei der Pflege vonnöten ist, hilft er dabei, bestmögliche individuelle Lösungen zu finden. Als Ansprechpartner in der Region stellten sich Annett Schlegel und Ingrid Wagner vor, Mitarbeiterinnen der Mehrgenerationenhäuser Kronach und Mainleus. Sie coachen fünf Netzwerke in Bayern, hinter denen Firmen, Organisationen und Kommunen stehen. Bei Anfrage suchen sie nach den besten Lösungen.

Bevor der Landrat gemeinsam mit Michael Höhenberger den Firmenvertretern Urkunden und Plaketten überreichte, begrüßte er die Sandler AG aus Schwarzenbach an der Saale als 500. Mitglied im bayerischen Familienpakt. Die Firmenvertreter hatten Gelegenheit, kurz über ihre Angebote zu berichten. Neben finanziellen Boni für Familien, Teilzeitangeboten, flexibler Arbeitszeit, Homeoffice und Kinderbetreuung gibt es auch ganz individuelle Angebote wie die Vermittlung von Wohnungen für ausländische Arbeitnehmer, freie Abende für Lkw-Fahrer oder Notfallbetreuung der Angehörigen, wenn der Arbeitnehmer im Ausland im Einsatz ist. Mit freier Arbeitszeitgestaltung für die Ärzte ist es dem MVZ Stutz & Voit gelungen, auf 32 Angestellte aufzustocken. "In ländlichen Regionen sterben die Hausärzte aus", sagt Ulrich Voit. Seit dem Umdenken 2011 habe man wieder Perspektiven. Eine Mitarbeiterin lasse sich derzeit zur Hausärztin ausbilden. Kinder seien kein Problem, sie spielten in der Kinderecke mit den Jungen und Mädchen der Patienten.

 
Autor

Lisbeth Kaupenjohann
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Veröffentlicht am:
19. 09. 2018
19:30 Uhr

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Lisbeth Kaupenjohann

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19. 09. 2018
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