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Alte Fassade des Kaufhofs ist bald passé

Das ist wohl nur in Zeiten wie diesen möglich: Die Hofer Stadträte beenden ohne Diskussion und ohne Gegenstimme eine bauhistorische Tradition.



Nichts bleibt wie es war: Das Innere des Kaufhof-Gebäudes in der Altstadt ist bereits entkernt - nun darf auch die historische Fassade für den Umbau zum Hotel fallen. Foto: Uwe von Dorn
Nichts bleibt wie es war: Das Innere des Kaufhof-Gebäudes in der Altstadt ist bereits entkernt - nun darf auch die historische Fassade für den Umbau zum Hotel fallen. Foto: Uwe von Dorn  

Hof - Was haben die Hofer über die Kaufhof-Fassade geschimpft. Was gab es an hochkochenden Diskussionen um den Denkmalschutz-Status der Außenwand. Was haben sich Generationen von Experten und Stadträten daran abgearbeitet. Nun kann die Fassade doch verschwinden. Das Verfahren dazu war sogar denkbar einfach.

Wie Stadtdirektor Franz Pischel - in der letzten Sitzung vor seinem Ruhestand - ausführte, hat der Bauausschuss bereits am 14. Januar über das Thema beraten. Nach übereinstimmender Expertenmeinung stehe fest, "dass ein dauerhafter Erhalt der Fassade nicht geleistet werden kann". Es bleibe nur der Abriss der Wand. "Die Fassade ist aus statischen Gründen nachweislich nicht mehr haltbar", sagte Pischel.

Nach seinen Worten war das Landesamt für Denkmalpflege mit dem Fassaden-Fall befasst; die Behörde stimmte dem Abriss zu. Dadurch falle logischerweise auch der Denkmalschutz für die Fassade weg.

Im Ferienausschuss kamen keine Diskussionen auf. Das Gremium traf die nahezu stadthistorische Entscheidung einstimmig.

Gut zu wissen

Einzigartig sei sie, ein Symbol der Architektur der Nachkriegsjahre. Und so solle es auch bleiben, hatte das Landesamt für Denkmalpflege immer wieder betont. So war auch die Auskunft im Januar 2019 kurz vor Schließung des Kaufhofs in der Altstadt.

Der Stand der Dinge zum Baubeginn: Der Eigentümer des Hauses dürfe kaum etwas an der Fassade ändern. Der Kaufhof sollte jenen Hofern, die dem Warenhaus nachtrauern, also immerhin optisch erhalten bleiben. Die "selten gewordenen Zeugnisse der Technikgeschichte", wie es vom Amt hieß, sollten den Umbau überdauern. Bekanntlich will Dormero in zentraler Lage ein Hotel betreiben.

Lediglich das sogenannte Vordach, das "flying-roof", zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss, dürfe angepasst werden - so lauteten die strengen Vorgaben des Denkmalschutzes vor Baubeginn. Der jetzige Überbau werde verschwinden. Auch für den Abbau der Rolltreppe gaben die Denkmalschützer grünes Licht.

Die Pläne vom Januar 2019 sahen vor: Die Fassade bildet über alle vier Ebenen eine Front, im Erdgeschoss entsteht laut Investor eine "ladentypische Glasfassade". Nun haben die Bauherrn Andresen mit dem Abriss der Fassade mehr architektonische Freiheit, aber auch statische Sicherheit gewonnen.

Dem Ferienausschuss des Stadtrats lag in der Montagssitzung eine Ergänzung zum Bauantrag für das künftige Altstadt-Hotel vor. Als Bauherrn treten bekanntlich Karl Heinz und Klaus Andresen auf. Die Tektur ist erforderlich "wegen Neuerstellung der Fassade".

 

Jahrzehntelang schien der Abriss der Fassade undenkbar. Ein ums andere Mal stellte sich das Landesamt für Denkmalpflege quer. Die Behörde verwies auf den hohen architektonischen Wert der "Curtainwall"-Fassade aus Aluminium und Glas. Hermann Wunderlich hatte das fünfgeschossige Kaufhaus geplant; der Bau zog sich von 1959 bis 1964 hin.

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Jan Fischer

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Veröffentlicht am:
21. 04. 2020
19:22 Uhr

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21. 04. 2020
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