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Aus für Ölheizungen

Der Beschluss des Klimakabinetts verbietet Ölaggregate ab 2026. Ronald Kemnitzer, Unternehmer aus Gattendorf findet das nicht gut.



Aus für Ölheizungen
Aus für Ölheizungen  

Landkreis - Die Klimakrise und ihre Folgen ziehen weiter Kreise. Ronald Kemnitzer von der Innung Flaschner-Sanitär-Heizung- und Klimatechnik Hof und Landkreis Hof, findet, dass neben der Industrie und Landwirtschaft auch seine Branche zu Wort kommen muss. Denn beim Hausbau fange der Klimaschutz an. Der Gebäudesektor gilt neben dem Energiesektor, der Industrie und dem Verkehr als viertgrößter Treibhausgassünder in Deutschland.

Hintergrund

Die Regierungsparteien haben aufgrund des Drucks der "Friday-for-Future"-Bewegung und der drängenden Klimakrise ein Maßnahmenpaket zum Klimaschutz verabschiedet.

Dieses sieht auch einen Emissionshandel beim CO2-Ausstoß vor. Dieser wird gestaffelt eingeführt. Kritiker bemägeln die viel zu geringe Bepreisung: Pro Tonne CO2 wird zu Beginn im Jahr 2021 ein Preis von 10 Euro angesetzt. Experten fordern einen Einstiegspreis von 50 Euro, um eine Senkung der Emissionen sowie die Einhaltung des Paris Klimaschutzabkommens zu erreichen.


Kemnitzer ist seit 53 Jahren im Geschäft. Und kritisiert die Politik und das Verbot der Ölheizungen scharf. "Vor 30 Jahren hätten die schon mit dem Klimaschutz anfangen sollen", findet Kemnitzer. Es sei nicht zu spät, aber das, was jetzt passiere, findet er nicht gut. "Da hängen Leute und Jobs dran", sagt der Innungs-Obermeister und meint das Verbot der Erdöl-Heizung. Wenn diese tatsächlich nicht mehr eingebaut werden dürfen - wonach alles aussieht - hat der Geschäftsmann ein Problem. Etwa 60 bis 70 Prozent seiner installierten Heizungen seien Ölheizungen. Er beschäftige 30 Mitarbeiter, davon alleine vier Kundendienstler, die ständig im Einsatz sind und Ölheizungen warteten. "Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Ölheizungen verboten werden", sagt Kemnitzer. Die Wartungsverträge umfassen bei seiner Firma etwa 2000 Haushalte. Diese sind aber erstmal nicht in Gefahr. Bestehende Anlagen müssen zunächst nicht abgebaut werden. Erst wenn das Haus verkauft oder vererbt wird, muss innerhalb einer Übergangsfrist auf eine klimafreundliche Alternative umgerüstet werden. Zu einem wirtschaflichem Problem wird es dennoch in absehbarer Zeit.

"Kein Mensch kann sich bei der Renovierung eine nachhaltig betriebene Heizung leisten", sagt Kemnitzer. Die Bundesregierung fördere zwar solche Maßnahmen, aber viel zu gering. "Bei Kosten von 20 000 bis 30 000 Euro und einem Zuschuss der Förderstellen von 1500 Euro, sei der Anreiz bei vielen Hausbesitzern nicht da", erzählt der Unternehmer.

Das soll sich aber laut den neuesten Plänen des Klimakabinetts ändern: Umrüstungen sollen ab 2020 mit bis zu 40 Prozent der Kosten gefördert werden, je nach Höhe des erreichten energetischen Standards. Auch bei der Sanierung von Fenstern und anderen energetischen Aufwertungen gibt es Geld vom Staat. "Wer alte Fenster durch moderne Wärmeschutzfenster ersetzt, kann seine Steuerschuld - verteilt über 3 Jahre - um 20 Prozent der Kosten mindern", verspricht das Bundesministerium des Innern in einer Pressemitteilung.

Die Verbreitung von nachhaltigen Heizsystemen sehe bei Neubauten besser aus, sagt Kemnitzer. Dort kauften schon jetzt viele die umweltschonendere Varianten, die etwa mit Holz betrieben werden. Auch Wärmetauschpumpen, die dank ihrer Arbeitsweise sehr umweltfreundlich heizen, sind in der Region beliebt. Diese nachhaltigen Heizformen haben aber nur dann eine hohe Effizienz, wenn auch der Rest des Gebäudes stimmt. "Da spielt die richtige Dämmung eine entscheidende Rolle", erklärt Kemnitzer.

Die derzeit bekannten, sowie technisch und wirtschaftlich erschließbaren Ölfelder, werden bei gleichbleibendem Verbrauch noch etwa 50 Jahre ausreichen. Im Gegensatz zu Holz ist Öl kein nachwachsender Rohstoff. Erdöl bildet sich über mehrere hundert Millionen Jahre. Größter Produzent 2019 sind, dank Fracking, die USA.

Fest steht, es müssen nachhaltige Lösungen und Alternativen zum schwarzen Gold, sei es im Verkehr oder auch im Haushalt, eingesetzt werden. Die Förderungen durch den Bund könnten dabei ein erster Schritt sein.

Autor

Daniel Hinz
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
21:12 Uhr

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Daniel Hinz

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
21:12 Uhr



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