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Hof

Ausgebüxte Boa ist wieder zu Hause

Ein Hofer Rentner findet auf seinem Grundstück eine Würgeschlange. Wie kam das Reptil in seinen Garten? Mittlerweile ist der Fall geklärt.



Diese Schlange fand der 71-jährige Hofer auf seinem Grundstück.   Foto: Polizei

Hof - Die Boa Constrictor, die ein 71-jähriger Hofer Anfang des Monats auf seinem Grundstück an der Schollenteichstraße fand (wir berichteten), liegt mittlerweile wieder in ihrem heimischen Terrarium. „Gleich am nächsten Tag hat sich der Besitzer bei uns gemeldet“, berichtet Tanja Bujak vom Tierheim Hof, wo die rund ein Meter lange Würgeschlange übergangsweise untergebracht war. Wie die stellvertretende Vorsitzende des Hofer Tierschutzvereins erzählt, hatte der Schlangenbesitzer aus Hof seine exotische Freundin auf die Terrasse gelegt, damit sie dort ein Sonnenbad nehmen kann. Dort war es der Schlange aber offenbar zu langweilig: Als ihr Besitzer sie für kurze Zeit unbeaufsichtigt ließ, schlängelte sie von dannen.

25.06.2019 - Heimische Schlangenarten - Foto: dpa

Kreuzotter
Ringelnatter
Barren-Ringelnatter
Schlingnatter
Aspisviper
Äskulapnatter
Würfelnatter
Blindschleiche

Hofer Polizisten sammelten die Boa schließlich – wie berichtet - wieder ein und brachten sie in einem Transportbehältnis ins Hofer Tierheim. Dort zählt die Aufnahme einer Schlange durchaus zu den Ausnahmen. „In den vergangenen Jahren haben Leute zwar schon die ein oder andere Natter vorbeigebracht, aber doch eher selten“, sagt Tanja Bujak. Dabei handle es sich – wie in dem jüngsten Fall - meistens um die Tiere von Privatpersonen, die ihrem Besitzer ausgebüxt sind oder wegen nicht artgerechter Haltung abgenommen wurden. Früher sei es öfters vorgekommen, dass Spaziergänger Schlangen beispielsweise vom Feld eingesammelt hätten, weil sie sich unsicher waren, ob es sich um ein heimisches oder exotisches Exemplar handelt. „In Zeiten von Google kommt das aber nahezu nicht mehr vor, da man die Schlangenart mithilfe des Internets selbst bestimmen kann“, sagt Bujak. 

Bleibt ein exotisches Tier dann doch mal länger, arbeitet das Hofer Tierheim mit der Reptilienauffangstation in München zusammen. „Hätte sich der Besitzer nicht so schnell gemeldet, wäre auch die Hofer Boa dorthin gekommen“, erklärt Bujak. „Dort arbeiten Fachleute, die bessere Möglichkeiten haben, sich um das Tier zu kümmern.“ Auch wenn es um die Weitervermittlung geht, hätten die Spezialisten in München Ansprechpartner an der Hand. Boas an Privatpersonen zu vermitteln sei nämlich schwer.

Obwohl die Boa Constrictor nach Auskunft des Stadt Hof nicht unter die Meldepflicht fällt. Diese bestehe nur, wenn Tiere als gefährlich eingestuft sind oder aus Gründen des Artenschutzes registriert werden müssen. Als gefährlich gelten in Bayern derzeit Riesenschlangen und deren Kreuzungen, wozu alle Anakondas und einige Python-Arten zählen. Auch für Giftschlangen und einige Nattern bedarf es einer Erlaubnis nach dem Landesstraf- und Verordnungsgesetz. „In der Stadt Hof ist keine einzige Erlaubnis erteilt worden“, berichtet Susanne Groh von der Medienstelle der Stadt Hof auf Anfrage. „Es ist aber davon auszugehen, dass es zumindest bei den Riesenschlangen eine hohe Dunkelziffer gibt.“ Dagegen werde es aber kaum jemanden geben, der das Risiko eingeht, eine Giftschlange zu halten. In Zeiten des Internets ist es gar kein Problem, an eine meldepflichtige Schlange zu kommen. Aktuell gibt es zum Beispiel Angebote aus dem Raum Bayreuth: eine Python zu 30 Euro.

Besonders geschützte Arten sind in Hof in den vergangenen Jahren fünf gemeldet worden. „Wie viele es tatsächlich sind, ist schwer zu sagen“, meint Groh. Dies sei damit zu begründen, dass neben der Anmeldung eigentlich auch eine Meldung im Todesfall erfolgen müsste. „Das wird aber meist eher nicht gemacht.“ Die meisten Schlangen sind aufgrund ihres Schutzstatus bei der unteren Naturschutzbehörde nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) anzeigepflichtig, wie Groh weiter erklärt. Zum Beispiel der Helle Tigerpython und die Madagaskar-Boa - beide streng geschützt. Von der Anzeigepflicht ausgenommen seien hingegen die Königspython und die Kaiserboa.

Dem Besitzer der in Hof entwischten Boa drohen daher nach Angaben der Polizei keine Konsequenzen. „Das bloße Ausbüxen der Schlange ist nicht strafbar“, erklärt Heiko Mettke, Sprecher des Präsidiums Oberfranken. Eine Anzeige hätte der Besitzer nur zu erwarten gehabt, wenn die Schlange beispielsweise jemanden verletzt hätte. „Dann hätte sich der Besitzer der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht – so wie das auch jeder Hundehalter tut, wenn sein Tier einen Menschen angreift.“

Auch Tanja Bujak vom Hofer Tierheim stuft die Hofer Boa als nicht besonders gefährlich ein: Es sei zwar eine Würgeschlange, die auch beißen kann, aber Menschen gehörten definitiv nicht zu den Lieblingsspeisen der Boa Constrictor. „Dennoch sollte man eine Schlange nicht reizen. Für einen Erwachsenen stellt eine ein Meter lange Würgeschlange zwar keine Gefahr da, für ein Kleinkind kann das aber durchaus bedrohlich werden.“

Autor
Ann-Kristin Schmittgall

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Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
11:16 Uhr

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Ann-Kristin Schmittgall

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26. 06. 2019
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