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Hof

Autohändler muss erneut ins Gefängnis

Ein Mann aus dem Bayerischen Wald gesteht vor Gericht betrügerischen Handel im Internet. Das Urteil: drei Jahre und vier Monate Haft.



Hof - Vor dem Schöffengericht Hof hat sich ein 32-jährige Kfz-Händler aus dem Bayerischen Wald wegen Betrugs in mehr als einem Dutzend Fällen verantworten müssen. Der mehrfach einschlägig Vorbestrafte wurde aus dem Hofer Gefängnis in den Gerichtsaal gebracht, und ins Gefängnis kehrte er nahtlos wieder zurück: Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten.

Staatsanwalt Stefan Salzinger hielt ihm Betrug in 16 Fällen im Zeitraum von Juli 2017 bis Mai 2018 vor, mit einem Gewinn von mehr als 30 000 Euro. Über Online-Portale habe der Angeklagte Kraftfahrzeuge oder deren Teile, meistens Felgen, unter der Bedingung der Vorauszahlung zum Verkauf angeboten. Er lieferte die bestellte und bezahlte Ware jedoch nicht oder nur unvollständig. Die voraus gezahlten Beträge behielt er. In Einzelfällen gab es eine zumindest teilweise Rückzahlung, nachdem ihn die geprellten Käufer ultimativ aufgefordert hatten.

Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab, räumte alle Taten bis auf eine ein und verkürzte damit die Beweisaufnahme erheblich. Letztlich kamen 15 Fälle in die Urteilsfindung.

Der Kfz-Händler war in wirtschaftliche Schieflage geraten, nachdem ihn eine renommierte Firma entlassen hatte, weil sie erfahren hatte, dass er vorbestraft war und dies verschwiegen hatte. Sein Onkel, der ebenfalls mit Kfz-Handel zu tun hatte, fing ihn zwar zunächst auf. Sein Lebenswandel, so gestand der Angeklagte, sei allerdings zu aufwendig gewesen.

So sah es auch Verteidiger Jörg Meringer, der aber betonte: "Mein Mandant hat die Hosen heruntergelassen und damit das Verfahren erheblich verkürzt. Viele Geschädigte aus ganz Deutschland hätten ansonsten als Zeugen geladen werden müssen." Bei seinen Betrügereien hatte der Angeklagte auch auf ein Konto einer guten Bekannten aus dem Raum Hof zugegriffen, die mit seinen Taten aber nichts zu tun hatte.

Wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 15 Fällen wurde er schließlich zur Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt, unter Einbeziehung eines Urteils des Amtsgerichts Hof vom Juni 2018. Damit entsprach das Gericht unter Vorsitz von Florian Braun der Forderung des Anklägers. Der Verteidiger plädierte für zwei Jahre und zehn Monate.

An der Ableistung des "Wertersatzes" (Gewinn aus Straftaten) in Höhe von knapp über 25 000 Euro dürfte der hoch verschuldete Verurteilte lange Zeit zu knabbern haben. Die Verfahrenskosten kommen hinzu. Nach seiner Haft will er in Österreich eine neue Existenz aufbauen.

Autor

Lothar Weller
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
19:08 Uhr

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Lothar Weller

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Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
19:08 Uhr



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