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Baum angesägt: Polizei sucht blonden Mann

Entsetzen in der Hofer Altstadt: In der Nacht zum Samstag wurde einer der aufgestellten Weihnachtsbäume angesägt. Der sieben Meter hohe Baum kippte am Vormittag um. Die Polizei sucht nun einen blonden Mann.



Erst wurde er angesägt, dann knickte er um: der Weihnachtsbaum in der Hofer Altstadt   Foto: Stadt Hof

Hof - Einer der vier prächtigen Christbäume, die die Hofer Innenstadt während des Weihnachtsmarktes schmücken, ist am vergangenen Wochenende Opfer eines Anschlags geworden. In der Nacht von Freitag auf Samstag sägte ein Unbekannter den Baum im unteren Bereich zu drei Vierteln an. Einige Stunden später, etwa gegen 10 Uhr am Samstagmorgen, fiel der Baum um. Der etwa sieben Meter hohe Baum traf keine Passanten. Der Vorfall hinterlässt aber - neben dem Schaden von etwa 500 Euro - unangenehme Spuren.

Info

Insgesamt stellt der Bauhof zwölf Bäume im Stadtgebiet auf. Sie sind zwischen sieben und zehn Metern hoch. Die Bäume kommen in diesem Jahr aus einer Zuchtanlage bei Kronach.

 

Denn wie es in Fällen von Vandalismus üblich ist, startete die Stadt Hof einen Zeugenaufruf in den sozialen Medien. Dieser hatte zwei Konsequenzen: Im realen Leben meldeten sich Zeugen bei der Polizei. Im Netz löste die Meldung aber einen Shitstorm ungeahnten Ausmaßes aus.

Die Zeugen sagten aus, einen blonden Mann gesehen haben, der sich zwischen ein und zwei Uhr am Samstagmorgen mit einer Handsäge am Baum zu schaffen machte. Sie schätzten den Mann, der eine dunkle Daunenjacke trug, auf etwa Mitte 40. Das erklärte Polizei-Sprecher Mirko Mutterer auf Anfrage. "Das ist sinnloser Vandalismus mit hohem Gefahrenpotential", sagt Mutterer. Denn der Baum hätte auch einen Menschen treffen können, als er rund neun Stunden später - offensichtlich von einer Windböe erfasst - umfiel. Mitarbeiter des Bauhofs hätten daraufhin auch die anderen Bäume überprüft und keine Beschädigungen festgestellt.

In den sozialen Medien schlug die Meldung der Stadt über den angesägten Baum - als Zeugenaufruf formuliert - hohe Wellen: Innerhalb weniger Stunden wurde sie fast 200 000-mal angesehen, 1300-mal geteilt und 800-mal kommentiert. "Allerdings wurde die Tat von vielen - ohne jedes Indiz - Flüchtlingen angelastet", berichtet Pressesprecher Rainer Krauß. "Das hat vor allem in rechten Gruppen im Netz zu einer höchst politischen und rassistischen Diskussion geführt. Diesem unreflektierten Verhalten wollten wir als Stadt keine Plattform bieten." Deshalb habe Krauß das Posting 24 Stunden nach der Veröffentlichung wieder entfernt. "Das hat eine Dimension erreicht, die ich noch nie erlebt habe."

Die Weihnachtsmarkt-Besucher indes werden auf den Baum nicht verzichten müssen: Die Stadt wird demnächst einen neuen aufstellen.

Autor
Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
11. 11. 2017
13:36 Uhr

Aktualisiert am:
13. 11. 2017
14:10 Uhr

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Julia Ertel

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11. 11. 2017
13:36 Uhr

Aktualisiert am:
13. 11. 2017
14:10 Uhr



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