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Bernhardiner verletzt Postboten schwer

Leupoldsgrüner klagen, dass das Tier nicht das erste Mal auf einen Menschen losgegangen ist. Nun sind Polizei und Kommune am Zug.



Bernhardiner verletzt Postboten schwer
Bernhardiner verletzt Postboten schwer  

Leupoldsgrün - Ein Hund hat am Samstag einen Briefträger schwer verletzt. Angaben der Polizei zufolge attackierte das Tier den Zusteller, biss ihn mehrmals in die Beine, zerriss sein Hemd und verletzte ihn mit den Krallen am Oberkörper. Der Mann musste im Hofer Klinikum aufgenommen werden.

Hund beißt Briefträger - "Das ist leider kein Klischee, das ist die bittere Wahrheit." Laut Erwin Nier, Sprecher der Deutschen Post, erwischt es allenthalben einen der Mitarbeiter. Zwischen 1500 und 2000 Zusteller werden in Deutschland Jahr für Jahr gebissen. "Bei 110 000 Mitarbeitern macht das auf Werktage verteilt fünf bis acht Fälle täglich", sagt Nier. Und der Leupoldsgrüner Fall sei einer von zwei "ganz krassen Fällen", die er in seinen 23 Jahren bei der Post mitbekommen habe.

Drei Hunde waren es in Leupoldsgrün, die sich auf einem Grundstück aufhielten, teilt die Polizei mit. Einer von ihnen, nach unseren Informationen ein Bernhardiner, ging auf den Postboten los, biss ihn und sprang ihn an. Der Grundstücksbesitzer kam schließlich dazu und zog den Hund auf die Seite, während Nachbarn zu Hilfe eilten, die die Hilferufe des Postboten gehört hatten. Der Grundstücksbesitzer ist jedoch nicht der Halter des Tieres, sondern er passt auf den Hund auf, während der Besitzer im Urlaub ist. Rechtlich gibt es trotzdem Konsequenzen für ihn: Es läuft eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Auch bei der Gemeinde ist man über den Fall informiert. "Wir müssen noch mit dem Halter sprechen", sagte Bürgermeisterin Annika Popp auf Anfrage. Was sich dabei ergebe, müsse man abwarten. Die Kommune kann in solchen Fällen ermahnen, ein Ordnungsgeld verhängen, anordnen, den Zaun zu erhöhen oder einen Maulkorb zu verwenden. Popp: "Wir prüfen, welche Maßnahme juristisch haltbar ist." Eventuell könnte die Reaktion der Gemeinde schärfer ausfallen. "Nach dem Vorfall vom Samstag haben sich noch weitere Anwohner gemeldet, die von weiteren, wenn auch weniger schweren Attacken berichten", sagt Popp. Es sei also nicht das erste Mal, dass das Tier einen Menschen angegangen ist.

Für Post-Sprecher Nier ist das erneut ein Fall, bei dem alle Vorsicht nichts genutzt hat. Denn vorbereitet seien die Zusteller in der Regel durchaus, schließlich seien Hundebisse bei der Post leider Alltag. "Wir schulen unsere Mitarbeiter, wie sie auf aggressive Tiere am besten reagieren. Das gehört schon oft zur Ausbildung", sagt Nier. In Nordbayern engagiere die Post regelmäßig einen ehemaligen Polizei-Hundeführer, der die Briefträger instruiert. Außerdem bekommt jeder Zusteller einen Merkzettel, der ihn individuell vor als aggressiv bekannten Hunden samt Angabe der Adresse warnt.

Dass das nicht immer reicht, müssen die Briefträger allzu oft erfahren. Daher bittet Erwin Nier auch alle Hundehalter, Briefkästen außen am Zaun anzubringen, wenn auf dem Grundstück ein Hund aufpasst. Der Pressesprecher der Post kann in diesem Zusammenhang Hundebesitzer nicht immer verstehen: "Wenn jemand das Schild ,Vorsicht vor dem Hund!’ an seinem Zaun befestigt, dann will er, dass niemand das Grundstück betritt. Aber der Briefträger oder die Müllabfuhr sollen dann trotzdem aufs Grundstück kommen."

Für Hundetrainer Gerhard Wagner kommt es zu Fällen wie dem in Leupoldsgrün häufig dann, wenn ein Hundehalter nicht seiner Verantwortung nachgekommen ist. "Eine Luftpistole kann jeder kaufen, aber wenn man damit auf einen Menschen anlegt, ist das strafbar. So ist das auch mit einem Hund - der kann eine Waffe sein." Allzu nachlässig, auch rechtlich, gehe man mit Fällen um, in denen ein Hund einen Menschen verletzt - nur weil der Halter sein Tier nicht richtig erzogen hat.

Dass Briefträger häufig Opfer von bissigen Hunden werden, ist für Wagner, der im Raum Hof-Plauen arbeitet, nichts Neues. "Für Trainingszwecke haben wir sogar eine DHL-Uniform", sagt er. Ziel sei es, dass das Tier mit der gelben Jacke eine positive Verknüpfung entwickelt. Ansonsten sei es für das Tier jedesmal ein Erfolg, wenn er den Zusteller verbellt und das Grundstück postbotenfrei hält. Springt für ihn aber etwas heraus, reagiere er auf die Uniform ganz anders. Wagner: "Viele Zusteller haben eine ganze Tüte Leckerlis dabei." Im Grunde aber sei es die Pflicht jedes Hundehalters,, sein Tier entsprechend zu lenken. Geschieht das nicht, bleibe das Verhalten des Hundes oft unberechenbar. Und ist es einmal soweit und man steht einem knurrenden und bellenden Hund gegenüber, dann gibt es, erklärt Trainer Wagner, nur eins: "Erstarren. Stehenbleiben, keinen Mucks machen und um Himmels willen dem Hund nicht in die Augen starren."

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Harald Werder

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Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
17:54 Uhr

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17. 06. 2019
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