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Blick in die Geschichte verbindet

Der Verein Historia Köditz feiert sein zehnjähriges Bestehen. Zum großen Fest gibt es eine neue, kleine Ausstellung.



Mit Bagger und Muskelkraft: Zum Museumsfest in der Alten Wagnerei in Köditz gibt es eine neue kleine Ausstellung, die an den Bahnhof erinnert. Dafür wurde das Stellwerk in die Scheune gehievt. Foto: Gebhardt
Mit Bagger und Muskelkraft: Zum Museumsfest in der Alten Wagnerei in Köditz gibt es eine neue kleine Ausstellung, die an den Bahnhof erinnert. Dafür wurde das Stellwerk in die Scheune gehievt. Foto: Gebhardt   » zu den Bildern

Köditz - Dieser Verein hat nicht nur ein Vereinsheim: Er betreibt seit 2015 sogar ein eigenes Museum, das an die Geschichte von Köditz erinnert: die Alte Wagnerei. Der Verein hat das große Anwesen in Erbpacht übernommen; saniert und ausgestattet haben es die Mitglieder in Eigenleistung. Bei seiner Gründung im Jahr 2009 hat der Verein Historia Köditz bewusst darauf verzichtet, die Gemeinnützigkeit zu beantragen. Dazu erklärt die Vorsitzende Kerstin Mohr: "Um Fördermittel zu bekommen, muss man gemeinnützig sein, und dann gibt es Auflagen zur Verwendung des Geldes. Wir sind extra nicht gemeinnützig, um in den Entscheidungen frei bleiben zu können." Ein Umstand, den Landrat Dr. Oliver Bär bei der Eröffnung des Museums als "Köditzer Modell" bezeichnet hatte: Jeder, der etwas anfängt, stelle erst mal einen Förderantrag - Köditz nicht.

Jubiläums-Museumsfest in der Alten Wagnerei

Samstag, 13. Juli: ab 16 Uhr Jubiläumsfeier, anschließend Festbetrieb; ab 19.30 Uhr Live-Musik mit der Franken-Banda mit fränkischer Stimmungsmusik in Mundart.

Sonntag, 14. Juli: 9.30 Uhr Festgottesdienst im großen Zelt im Garten der Alten Wagnerei, anschließend Weißwurstfrühstück;

ab 14 Uhr Festbetrieb und Museumsführungen für Kinder.

Das Festbier der Meinel-Bräu gibt es mit eigens kreiertem Etikett: das "Wongersch-Seidla".

Neu zum Museumsfest ist eine kleine Ausstellung, die an den Köditzer Bahnhof erinnert.

Zum Fest ist das neue Backbüchlein das Vereins mit dem Titel "Die Weiber kenna fei backen" erhältlich.

Alte Wagnerei in Köditz, Uferstraße 9: Das Wohnhaus ist eingerichtet wie vor 100 Jahren; in der Wagner-Werkstatt sind die alten Maschinen und Werkzeuge zu besichtigen sowie viele weitere Exponate. Eine Dauerausstellung in der Scheune erinnert an die Köditzer Schuster.

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www.historia-koeditz.de

 

Die Gründung des Vereins geht zurück auf die 650-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2009. Dafür organisierten Kerstin Mohr und weitere historisch interessierte Köditzer eine Ausstellung zur Geschichte von Köditz. Dabei entstand die Idee, auch einen Verein zu gründen, und die Gründung wurde gleich parallel zur Ausstellung vorbereitet. Vor zehn Jahren war es noch schwierig, von den Köditzern Material für diese Ausstellung zu bekommen, erzählt die Vorsitzende: "Man musste die Leute überreden." Durch die aktive Arbeit des Vereins hat sich diese etwas misstrauische Einstellung inzwischen komplett geändert: "Jeder, der einen Dachboden ausräumt, ruft mich an. Das wäre vor zehn Jahren undenkbar gewesen", erzählt die Vorsitzende. Sie erlebt, dass die Köditzer erkannt haben, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Vergangenheit zu erhalten für die Zukunft. Und mit den Exponaten oder auch ihrem Wissen, das sie beisteuern, können sich die Köditzer mit dem Museum und den Ausstellungen identifizieren.

 

Der Verein, dem 88 Köditzer angehören, kann auf einen großen Helferkreis von etwa 50 Mitgliedern zählen, die sich auf unterschiedlichste Arte einbringen: bei den Bauarbeiten, bei der Pflege des Gartens, bei den Ausstellungen, bei den Publikationen des Vereins, bei den Festen. "An erster Stelle sind es die Mitglieder, die das Wesen dieses Vereins ausmachen", weiß die Vorsitzende und spricht von einem "kunterbunt gemischten Haufen", was das Alter und die Berufe angeht. Zu Köditzern aus den alteingesessenen Familien kommen auch Neubürger, die im Ort keine Wurzeln haben, die aber gerne an der Gemeinschaft teilhaben wollen. "Jeder macht, wozu er Lust und Zeit hat und was er am besten kann. Jeder bringt sein Können und seine Ideen ein", berichtet die Vorsitzende. Diese große Bereitschaft, mitzuhelfen, liege auch daran, dass niemand etwas Spezielles können muss, um aktiv zu sein - alle Handgriffe werden gebraucht. "Der Verein profitiert von den speziellen Fähigkeiten der Mitglieder. Auch die über 80-Jährigen sind hilfreich, sie erzählen von früher", sagt Kerstin Mohr. Das Interesse an der Geschichte verbindet die Mitglieder und die Besucher, die gerne in die Alte Wagnerei kommen. "Das Historische erinnert an Zeiten, von denen die Menschen sagen, das waren bessere Zeiten", ist sich Kerstin Mohr sicher, und sie weiß: "Man erinnert sich gerne an die schönen Sachen von früher. Dieser Rückblick gibt ein Gefühl von Beständigkeit und Verbundenheit."

Bevor der Verein das eigene Museum hatte, zeigte er seine Ausstellungen im Rathaus Köditz. Die Themen waren Bauernarbeit und Brauchtum, 50 Jahre neues Schulhaus, Spielzeug von anno dazumal, 100 Jahre TSV Köditz. Im Museum wurden dann, zusätzlich zum Wohnhaus und der Wagnerwerkstatt, die Ausstellung "Flucht und Vertreibung" und die Dauerausstellung zu den Köditzer Schustern präsentiert. Zum Jubiläumsfest gibt es eine neue, kleine Ausstellung, mit einem schwergewichtigen Exponat: Die kleine Schau erinnert an den vor Kurzem abgerissenen Bahnhof in Köditz. Er hatte mehrere Gleise und daher ein Stellwerk - das sich nun im Museum befindet. Mit der Kraft eines Baggers und mehrerer Männer wurde das etwa eineinhalb Tonnen schwere Teil an seinen Platz gehievt. In Planung ist eine weitere Dauerausstellung zur Schule in Köditz; sie soll nächstes Jahr fertig sein.

Tradition im jungen Verein haben die großen Feste. Zum "Ärpflfest" 2012 wurden eigens Kartoffeln angebaut; es gab eine Ausstellung in einer Scheune, einen Vortrag - und gutes Essen. Seit der Eröffnung der Alten Wagnerei lädt der Verein im Sommer zum Museumsfest ein. Heuer findet das Jubiläums-Museumsfest am 13. und 14. Juli statt. Mit der Bewirtung zu den Festen, an den Öffnungstagen und beim Besuch von Gruppen erwirtschaftet der Verein das Geld, um das Museum weiter auszubauen. Die Besucher wissen: Hier gibt es immer eine reiche Auswahl an Kuchen und Torten sowie leckere Brotzeiten.

Autor

Sabine Gebhardt
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
19:08 Uhr

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Sabine Gebhardt

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
19:08 Uhr



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