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Der Anbau kommt - nur jetzt noch nicht

Die Erweiterung des Hofer Rathauses beginnt ein Dreivierteljahr später als geplant. Die Verwaltung betont die vielen Vorteile, die daraus entstehen - und entschuldigt sich.



In diesem Jahr bleibt die Grünfläche hinter dem historischen Rathaus noch unangetastet - nächstes Frühjahr soll es verspätet losgehen mit dem Anbau.	Foto: cp
In diesem Jahr bleibt die Grünfläche hinter dem historischen Rathaus noch unangetastet - nächstes Frühjahr soll es verspätet losgehen mit dem Anbau. Foto: cp  

Hof - Der Hofer Rathaus-Anbau soll doch nicht mehr in diesem, sondern wie berichtet erst im kommenden Jahr begonnen werden. Das kam vergangene Woche heraus, darüber berichteten nun Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und seine Mitarbeiter genauer. Das Vorhaben, die Verschiebung und die Vorteile, die sich daraus möglicherweise ergeben könnten, nahmen die Stadträte allesamt wohlwollend auf - auch, weil es vorher das erwartete Eingeständnis des Rathaus-Chefs gegeben hatte.

Zum neuen Zeitplan zuerst: "Diese Termine haben wir uns selbst gesetzt - das Bauamt hat ja selbst am meisten Interesse daran, dass das Projekt gut läuft", leitete Stadtdirektor Franz Pischel seine Ausführungen ein. Bis zum September möchten die Verantwortlichen die Ausschreibungen für das Vorhaben versenden. Im November könnten dann die Aufträge vergeben werden. "Notfalls gibt es da ja sogar noch eine Sitzung im Dezember", ließ Franz Pischel wissen. Das neue Zeitfenster für den Baubeginn: erstes Quartal 2018. Drei Gründe nannte der Stadtdirektor für die Verschiebung (ursprünglich hätte der Bau bereits im Frühjahr 2017, dann im Sommer 2017 beginnen sollen).

Das wohl gewichtigste Argument für die Verlegung des Spatenstichs ist die Personalsituation im Bauamt. "Wir hatten Schwierigkeiten, die Stellen komplett zu besetzen. Das ist erst zum Mai 2017 erfolgt. Wir sind jetzt wieder komplett", erläuterte Pischel. Jenes "komplett" bedeute: Alle Stellen sind besetzt - einige davon aber eben mit Neueinsteigern, die naturgemäß erst eingearbeitet werden müssen. Zum Zweiten herrsche Hochkonjunktur im Baugewerbe, was Ausschreibungen nicht einfacher mache. Und zum Dritten müsse - das habe man jüngst bei einer Prüfung festgestellt - die Trafo-Station, die sich am Rathaus befindet, erneuert werden, da sie völlig veraltet sei. Der alte Trafo wird durch zwei neue ersetzt, zudem wird eine neue Leitung gelegt - während der Bauarbeiten soll eine Verbindung zum Trafo an der Marienkirche die Stromversorgung gewährleisten. Vor dem Beginn der Arbeiten für den Anbau lasse sich das unkomplizierter machen.

Stefan Conrad, einer der Mitarbeiter, die im Bauamt für den Rathaus-Anbau verantwortlich sind, ergänzte die Ausführungen seines Chefs: "Zum Thema Hochkonjunktur lässt sich sagen, dass wir auf manche Ausschreibungen gar keine Antwort erhalten - und dass die Angebote, die wir bekommen, teilweise um 50 Prozent auseinander liegen." Bei einem Baustart im Frühjahr 2018 müsse man nicht mit einer winterbedingten Unterbrechung rechnen, zudem gewährleiste eine längere Vorlauf-Phase generell mehr Planungssicherheit. Und: "Wir haben ja auch noch die Generalsanierungen der FOS und der Berufsschule", spielte Conrad auf die personelle Auslastung an. Den Argumenten hörten die Stadträte aufgeschlossen zu und zeigten Verständnis für die Verlegung. Angesprochen hatten sie das Thema ja aus einem anderen Grund.

"Dass wir die Verschiebung aus der Zeitung erfahren müssen, wo wir doch Stunden zuvor noch in großer Runde zusammensaßen ...", begann Grünen-Stadträtin Christine Schoerner ihre Anfrage. Sie bezog sich auf die vergangene Woche: Am Dienstag hatte die Frankenpost, nach einer Auskunft der Verwaltung, über die Verschiebung des Baubeginns berichtet - dem Stadtrat selbst hatte das Rathaus davon gar nichts mitgeteilt, obwohl am Montagabend das Gremium Vollsitzung hatte.

"Ich bitte um Entschuldigung - das ist nicht optimal gelaufen", sagte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. Namens der Verwaltung bitte er um Verzeihung: "Man hätte es sagen können." Fichtner und seine Mitarbeiter hatten nach Bekanntwerden der Verlegung viel Kritik aus dem Stadtrat einstecken müssen: Die CSU-Fraktion wandte sich in einer einseitigen Beschwerde-E-Mail an ihn, die SPD hatte sich in der Frankenpost öffentlich über die mangelnde Kommunikation geäußert, die Grünen fragten nun in öffentlicher Ausschusssitzung an. Fichtner gestand das Versäumnis unumwunden ein, und betonte, wie sehr man um Transparenz bemüht sei; als Untermauerung zog er eine der aufwendig zusammengestellten städtischen Broschüren zum Bauvorhaben hervor. Er versprach: "Es wird in diesem Jahr noch erkennbare Fortschritte geben" und bezog sich damit auf die erwähnten planerischen Vorarbeiten. Damit war das Thema Kommunikation für die Stadträte erledigt.

"Die Situation der ungenügenden Kommunikation ist aufgeklärt und entschuldigt, damit ist das in Ordnung", sagte SPD-Rat Rainer Kellner. Aufklärung sei gerade hier sehr wichtig: "Ich hatte nämlich das Gefühl, dass dadurch jetzt diejenigen wieder groß geworden sind, die öffentlich oder nichtöffentlich wieder diskutieren, ob wir den Anbau überhaupt brauchen." Doch es stehe fest: "Der Grundsatzbeschluss bleibt." Wolfgang Fleischer, CSU, wiederholte die Vorzüge der Verschiebung: "Je länger man plant, desto weniger Überraschungen gibt es." Und Christine Schoerner, Grüne, fragte nur zur Sicherheit noch einmal, ob sich an der ursprünglichen Bauzeit von zwei Jahren etwas ändere. Dies sei nicht der Fall, bekam sie zur Antwort: Fertigstellung ist für Ende 2019 geplant.

Autor
Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2017
18:48 Uhr

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2017
18:48 Uhr



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