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Die Brauer wollen mehr für ihre Arbeit

191 000 Liter Bier trinkt die Bevölkerung von Stadt und Landkreis jährlich. Das Braugewerbe hat ein gutes Jahr hinter sich. Nun fordern die Brauer höhere Löhne.



Die Brauer wollen mehr für ihre Arbeit
Die Brauer wollen mehr für ihre Arbeit  

Hof/Landkreis - Die Bürger von Stadt und Landkreis Hof haben im vergangenen Jahr wohl etwa 191 000 Liter Bier getrunken. Errechnet hat das die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). 129 000 Hektoliter entfallen dabei auf den Landkreis, 62 000 auf die Stadt. Den Zahlen liegt die Annahme zugrunde, dass der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch im Freistaat bei 135 Litern liegt. Auf diese Menge beziffert der Bayerische Brauerbund den Bierkonsum. "Die Umsätze in der Branche steigen. Davon sollen auch die Beschäftigten etwas haben", sagt Gewerkschafter Michael Grundl. Für die Mitarbeiter in den 174 oberfränkischen Brauereien fordert die NGG ein Lohn-Plus von 6,5 Prozent. Am 2. Mai steht die nächste Tarifrunde an. Mitarbeiter der Kulmbacher Brauerei haben am Dienstag gestreikt.

"Von Branchengrößen wie Kulmbacher über Mittelständler wie Leikeim bis hin zur Hausbrauerei vor Ort - die Betriebe machen gute Geschäfte", betont der Geschäftsführer der NGG Oberfranken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes setzten die bayerischen Brauer im vergangenen Jahr knapp 24 Millionen Hektoliter ab - ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Die Zahlen zeigen, dass die Geschäfte der Brauer auch jenseits von Rekordsommer und Fußball-WM gut laufen. Doch wo die Kassen klingeln, muss für die Mitarbeiter mehr drin sein", sagt Grundl. "Sonst wird es zunehmend schwerer, Azubis und Fachkräfte zu gewinnen."

Nach Tarif bezahlen kleinere Brauereien oft nicht. Zu ihnen gehört das Frankenwälder Brauhaus in Naila. Prokurist Tobias Bündig erklärt auf Anfrage der Frankenpost: "Wir kämpfen um positive Ergebnisse." Das habe zum einen mit steigenden Kosten für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten zu tun, andererseits aber auch mit dem Sterben der kleinen Gastwirtschaften.

Bündig bekennt: "Nach Tarif bezahlen können die großen Brauereien, die Unmengen an Hektolitern ausstoßen. Für uns wäre eine Lohnsteigerung um 6,5 Prozent nicht realisierbar." Eine leichte Absatzsteigerung hatten jedoch auch die Nailaer im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Zirka 20 000 Hektoliter Bier produziert das Frankenwälder Brauhaus im Jahr. Etwa 70 Prozent davon gehen in der Region über die Theke, wie Bündig schätzt - Thüringen und Sachsen eingerechnet. Doch auch auf dem norddeutschen Markt habe das Unternehmen Fuß gefasst. Mit neuen hippen Sorten tritt das Brauhaus den durch das Wirtshaussterben sinkenden Absätzen entgegen. "Wir fokussieren uns auf den Handel", erklärt Bündig.

Dass Vielfältigkeit der neue Trend auf dem Bier-Markt sei, betont auch Gisela Meinel-Hansen, Chefin der Hofer Familienbrauerei Meinel. Sie muss Bescheid wissen über die Trinkgewohnheiten der Menschen in der Region: "98 Prozent unseres Bieres verkaufen wir in einem Umkreis von etwa 50 Kilometern um Hof", erklärt die Bier-Expertin. Obwohl das klassische Pilsner noch immer der Verkaufsschlager sei, wisse der Genießer doch eine gewisse "Vielfalt im Glas" zu schätzen, berichtet sie. Damit möchten die Hofer punkten.

Für Bezahlung nach Tarif reicht es jedoch auch bei Meinel nicht. "Wenn wir heute als Kleinbrauerei mit 20 Angestellten den Tarif zahlen müssten, dann würde ein Kasten, der jetzt 13 Euro kostet, plötzlich 17 Euro kosten", erklärt Meinel-Hansen, deren Unternehmen die Gehälter an das Tarifgehalt nur anlehnt. "Nach Tarif müssten wir unseren Brauern genauso viel zahlen wie eine Münchener Brauerei. Aber wir können nicht denselben Preis für einen Kasten nehmen. Der Endkonsument würde das nicht verstehen." Eine Lohnerhöhung um 6,5 Prozent findet sie unverhältnismäßig.

Auszubildende zu finden, sei kein Problem, berichtet die Hoferin. Allein am Beruflichen Schulzentrum in Kulmbach seien 60 Brauer in Ausbildung. Foto: by-studio/Adobe Stock

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Nico Schwappacher

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Veröffentlicht am:
30. 04. 2019
18:30 Uhr

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