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Die Protestwelle schwappt nach Hof

Sie sind jung und wollen gehört werden: Hofer Gymnasiasten gehen am Freitag für den Klimaschutz auf die Straße. Dafür lassen sie den Unterricht sausen.



An jedem Freitag streiken weltweit Schüler für mehr Klimaschutz, wie hier in Düsseldorf. Weil sie während der Schulzeit demonstrieren, hoffen die Jugendlichen darauf, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Foto: dpa/ Roland Weihrauch
An jedem Freitag streiken weltweit Schüler für mehr Klimaschutz, wie hier in Düsseldorf. Weil sie während der Schulzeit demonstrieren, hoffen die Jugendlichen darauf, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Foto: dpa/ Roland Weihrauch  

Hof - Die internationale Schulstreik-Bewegung ist in Hof angekommen: Schüler der drei Hofer Gymnasien wollen an diesem Freitag für mehr Klimaschutz demonstrieren. Wie Rainer Schmidt, Schulleiter des Schiller-Gymnasiums, bestätigt, soll die Demonstration um 11.15 Uhr beginnen. "Es dürfen nur Schüler von der neunten bis zur zwölften Klasse am Protest teilnehmen", sagt der Schulleiter.

Die Jugendlichen haben die Demonstration am Montag bei der Stadt Hof angemeldet. Sie werden sich am Freitag in der Schillerstraße vor dem Schillergymnasium treffen. "Von dort aus laufen die Teilnehmer entlang der Marienstraße, Klostertor, Bürgerstraße und Klosterstraße", berichtet Susanne Groh von der Pressestelle der Stadt Hof. Anschließend wollen die Schüler um das Rathaus laufen, dann über die Ludwigstraße in die Altstadt kommen. "Vor der Marienkirche wird anschließend eine Kundgebung stattfinden", erläutert Susanne Groh. Die Demonstration soll ausschließlich auf den Gehwegen stattfinden und sich spätestens um 15.30 Uhr auflösen.

Dass die Hofer Gymnasiasten während der Schulzeit demonstrieren möchten, hat einen besonderen Hintergrund. Schon seit mehreren Wochen steht der Freitag bei Jugendlichen auf der ganzen Welt im Zeichen des Klimaschutzes. Nach dem Vorbild der 16-jährigen schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg, die seit August jeden Freitag vor dem Parlament in Stockholm demonstriert, nimmt die "Fridays for Future"-Bewegung immer größere Dimensionen an. Mittlerweile protestieren Schüler nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, in Australien und in Kanada.

"So groß diese Bewegung auch geworden ist, trotzdem dürfen Schüler in Deutschland den Unterricht nicht einfach so schwänzen", sagt Rainer Schmidt. Um so ein Vergehen zu ahnden, könnten die Schulleiter vom Nachsitzen bis zum Schulausschluss auf alle pädagogischen Maßnahmen zurückgreifen. "Da wir jedoch verstehen, warum es den Schülern so wichtig ist, sich für den Klimaschutz einzusetzen, gibt es in diesem Fall ein Entgegenkommen", erläutert der Schulleiter. Und das sieht so aus: Für die Teilnahme an der Demonstration ist ein von den Eltern der Schüler unterschriebener und begründeter "Antrag auf Unterrichtsbefreiung" notwendig. Dieser Antrag sollte den Schulen spätestens am Tag vor der Protestaktion vorliegen.

Rainer Schmidt weist zudem darauf hin, dass die Jugendlichen nicht über die Schule versichert sind, wenn sie an der Demonstration teilnehmen. "Auch den versäumten Unterrichtsinhalt müssen die Schüler selbstständig nachholen", sagt der Schulleiter. Alle drei Gymnasien-Rektoren sind sich jedoch einig, dass die Schüler bei einer weiteren Demonstration nicht mit so viel Kulanz rechnen dürften. "Diese Aktion soll einmalig bleiben", betont Schmidt.

Das ist auch von den Schülern, die die Demo am Freitag organisieren, so vorgesehen. "Wir halten es nämlich nicht für richtig, jeden Freitag die Schule zu schwänzen, um auf ‚die da oben’ zu schimpfen", sagt Thomas Schaefer aus der zwölften Klasse des Schillergymnasiums. Die Demonstration würden die Hofer Schüler viel mehr als Mittel zum Zweck sehen, um möglichst viele andere junge Leute zu motivieren, etwas gegen die Klimakrise zu tun und "dabei auch bei sich selbst anzufangen", sagt der Zwölftklässler. An der geplanten Demo habe er und seine Mitstreiter drei Wochen lang gearbeitet.

Dass sich so viele Schüler für die Umwelt einsetzen, findet auch Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner gut: "Ich sehe es durchaus positiv, wenn sich Jugendliche für ihre Belange einsetzen und friedlich politisches Engagement zeigen."

Autor
Alina Juravel

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Veröffentlicht am:
19. 02. 2019
18:14 Uhr

Aktualisiert am:
19. 02. 2019
20:26 Uhr

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Alina Juravel

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19. 02. 2019
18:14 Uhr

Aktualisiert am:
19. 02. 2019
20:26 Uhr



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