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Hof

Die Region für eine glückliche Kindheit

Wie auch in Hof soll es in Schwarzenbach an der Saale demnächst einen Waldkindergarten geben. Es stehen aber noch Hürden im Weg.



Wollen unter dem Dach des Altruismus-Vereines einen Waldkindergarten gründen: die Sozialarbeiter Andreas Richter und Grit Dreßler sowie Vorsitzender Amir Nasser. Maureen Heimann aus Schwarzenbach an der Saale würde gerne ihren Sohn Hansen in den geplanten Kindergarten schicken. Foto: Ertel
Wollen unter dem Dach des Altruismus-Vereines einen Waldkindergarten gründen: die Sozialarbeiter Andreas Richter und Grit Dreßler sowie Vorsitzender Amir Nasser. Maureen Heimann aus Schwarzenbach an der Saale würde gerne ihren Sohn Hansen in den geplanten Kindergarten schicken. Foto: Ertel  

Schwarzenbach an der Saale - Eine Lichtung im Wald bei Schwarzenbach an der Saale soll demnächst der Mittelpunkt einer neuen Waldkindergartengruppe werden. Hier sollen - wenn es nach den Machern geht - schon ab Januar auf einem insgesamt etwa 2000 Quadratmeter großen Areal etwa 20 bis 25 Kinder betreut werden. Die Lichtung liegt in der Nähe des rund 100 Jahre alten Guts Holzfeld, dem Sitz des Altruismus-Vereines. Seit gut einem Jahr ist der Verein dabei, die Gründung voranzutreiben. Nun rückt sie in greifbare Nähe, wie der Vorsitzende Amir Nasser sowie die Sozialpädagogen Grit Dreßler und Andreas Richter erzählen. Einige behördliche Hürden seien aber noch zu nehmen.

Als Elterninitiative ist der Waldkindergarten schon gestartet : Eine Gruppe von bis zu zwölf Kindern und Eltern treffe sich einmal in der Woche. "Wir gehen in den Wald und fühlen schon mal vor, wie sich so ein Kindergartentag im Freien anfühlt", sagt Grit Dreßler.

Von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr sollen die Kinder in der Natur verbringen, bei sehr schlechtem Wetter geht es in Schutzräume wie etwa einen Bauwagen oder einen der vielen Räume auf dem Gut. Die Finanzierung des Waldkindergartens planen die Macher über Crowdfunding, lokale Partner, Sponsoren und Stiftungen. "Wir haben nur wenig Betriebskosten und brauchen kein Spielzeug", sagt Dreßler. Neben den zwei Sozialpädagogen soll sich eine Erzieherin um die Kinder kümmern. Ein Waldkindergarten unterliegt - ebenso wie andere Kindergärten - dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan.

Das Interesse an einem Waldkindergarten sei groß: "Die Region hat Potenzial für zehn solcher Einrichtungen", sagt Nasser. Derzeit sammele der Verein Interessenbekundungen der Eltern. Nicht nur Einheimische würden gerne ihre Kinder in den Waldkindergarten schicken, es gebe sogar Nachfragen aus Regensburg oder Leipzig. "Manche würden von weiter her nach Schwarzenbach ziehen", sagt Nasser. "Die Menschen wollen Entschleunigung." Die Kinder bräuchten Natur und Gemeinschaft für eine glückliche Kindheit. Das sei hier alles gegeben, nur die Infrastruktur müsse stehen.

Immer mehr Menschen seien auf der Suche nach alternativen Konzepten zum Leben. Auf dem Gut Holzfeld könnten sie sich verwirklichen. "Anfangs wurden wir als Exoten gesehen. Jetzt strömen die Menschen zu uns", sagt Nasser. So wie die beiden Sozialpädagogen, die wegen des Waldkindergartens nach Schwarzenbach gezogen sind: Grit Dreßler kam im Mai aus Leipzig und Andreas Richter verließ vor wenigen Wochen die Hauptstadt Berlin. "Hier geht es mir viel besser", sagt er.

Beide schwärmen von den Vorzügen der Region - der Natur, den Leuten, den kurzen Wegen. Sie haben die Großstadt verlassen und sich dem Altruismus-Verein angeschlossen. Vorerst arbeiten sie ehrenamtlich. "Der Waldkindergarten ist unser Herzensprojekt", sagt Richter.

Bevor das Projekt aber starten kann, gibt es noch viel zu tun. Der Verein ist dem Paritätischen Wohlfahrtsverband beigetreten und hält Kontakt zur Stadt. Der Bürgermeister Hans-Peter Baumann hat den Stadtrat in der jüngsten Sitzung über das Vorhaben informiert. Auch Gespräche mit der Kindergartenaufsicht und dem Landkreis-Bauamt hätten bereits stattgefunden, sagt Baumann auf Nachfrage. Der Verein klärt derzeit offene Fragen wie bau- und versicherungsrechtliche Vorgaben. Außerdem läuft das Verfahren zur Genehmigung des Betriebes, dafür ist das Landratsamt als Aufsichtsbehörde für die Kindertagesstätten verantwortlich. "Es geht hier um Kinder, da muss alles passen", sagt Baumann. Die Anforderungen seien hoch.

Hat der Verein alle Voraussetzungen erf üllt, kommt die Stadt ins Spiel - wenn es etwa um Fördermittel geht. Der Stadtrat müsste sich zudem mit der Feststellung des Bedarfs beschäftigen. "Es muss die Frage geklärt werden, ob wir diesen zusätzlichen Bedarf haben und ob es genug Nachfrage gibt." Derzeit gibt es 175 Kindergarten-Plätze in Schwarzenbach.

Die Gründung eines weiteren Kindergartens ist nicht so einfach, denn hier spielen mehrere Akteure eine Rolle: zum einen die Eltern und zum anderen die beiden Kirchen, die Träger der vorhandenen Kindergärten sind. "Wir haben hier vertragliche Bindungen."

Zwar gibt es laut dem Verein genügend Interessenbekundungen. Die Stadt müsste aber ermitteln, ob diese Kinder, deren Eltern Interesse am Waldkindergarten angemeldet haben, nicht schon in einem der vorhandenen Kindergärten untergebracht sind. "Wenn das der Fall ist, dann wäre es nur eine Verlagerung." Es könne also sein, dass rein rechnerisch gar kein Bedarf besteht.

Grundsätzlich sieht der Bürgermeister den geplanten Waldkindergarten aber als eine gute Alternative: "Wenn es so weit ist, würden wir ihn positiv begleiten."

Die Waldkindergartengruppe in Schwarzenbach wäre die zweite in der Region - eine Gruppe des Trägervereines "Christliches Kinderhaus" hat im September am Hofer Theresienstein eröffnet.

 
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Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
18:40 Uhr

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Julia Ertel

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15. 10. 2019
18:40 Uhr



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