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Hof

Die Region ist weiterhin strukturschwach

Von gleichwertigen Lebensverhältnissen in ganz Bayern kann keine Rede sein - das zeigen zwei aktuelle Studien. Drei Wissenschaftler erklären die Situation.



Hof - "Der Staat fördert und sichert gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern, in Stadt und Land." Seit 2013 steht dies in der bayerischen Verfassung. Und in der Realität? Mit dieser Frage haben sich drei Wissenschaftler in Hof im Postsportheim beschäftigt; eingeladen hatte die Bundestagsabgeordnete Simone Barrientos, Die Linken.

Zunächst präsentierten der Wirtschaftsgeograf Simon Dudek und der Sozialwissenschaftler Andreas Kallert die aktuelle Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Thema. Auf ihren Karten zeigte sich der Landkreis Hof als Teil eines rot eingefärbten Gebietes, das sich vor allem an den Randgebieten Oberfrankens entlangzieht. Die Farbe steht für eine strukturschwache Region, mit starker Abwanderung, hohe Abhängigkeit von Zuschüssen sowie infrastrukturelle und ökonomische Abkopplung.

Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass nahezu jeder zweite Einwohner von Hof älter als 65 Jahre ist und nicht mehr im Erwerbsleben steht. So fehlten junge, gebildete und qualifizierte Akteure, um ökonomische und politische Neuerungen einzuführen. Durch die finanzielle Abhängigkeit von anderen Regionen werde es für den Landkreis Hof zudem schwer, eigene Ideen umzusetzen. Dass durchschnittlich immer weniger Allgemeinärzte in der Region (Hof-Stadt minus 11,1 Prozent) praktizieren, ist eine weitere Nebenerscheinung.

Zustimmung kam von Manfred Miosga. Der Professor für Stadt- und Regionalentwicklung der Universität Bayreuth ist Mitglied der Enquete-Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern" und Vizepräsident der Akademie Ländlicher Raum in Bayern.

In seiner 2015 erschienenen Studie "Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern - nicht nur Aufgabe der Kommunen" kam auch er zu dem Ergebnis, dass es nach wie vor hartnäckige regionale Disparitäten in Bayern gibt. Miosga berichtete von den Empfehlungen der Enquete-Kommission: "Die strukturschwachen Regionen müssten in den Fokus der politischen Infrastruktur-, Wirtschafts- und Regionalförderung rücken." Vorgeschlagen werden ein Entlastungsfonds, der über derzeitigen Stabilisierungshilfen hinausgeht und eine bessere Vernetzung in ganz Bayern in Bezug auf ÖPNV wie auch digital. Nur so könne es gelingen, sich dem Verfassungsziel schrittweise anzunähern.

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Die Studien im Internet: www.rosalux.de

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Veröffentlicht am:
02. 04. 2018
17:38 Uhr

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02. 04. 2018
17:38 Uhr



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