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Digitalen Nachlass früh regeln

Jeder User sollte Vorsorge treffen, wer seine Daten einmal erbt. Vielen ist die Dringlichkeit dieser Vorkehrung jedoch noch nicht bewusst.



Hassbotschaften im Netz - etwa auf dem sozialen Netzwerk Facebook - bleiben nicht straffrei. Die Justiz greift immer härter durch. Das musste jetzt ein Rehauer erfahren.
Hassbotschaften im Netz - etwa auf dem sozialen Netzwerk Facebook - bleiben nicht straffrei. Die Justiz greift immer härter durch. Das musste jetzt ein Rehauer erfahren.  

Hof - Facebook sorgt immer wieder für Gänsehautmomente. Oft versendet es munter weiter Erinnerungen, die verstorbene Personen zu Events einzuladen oder ihnen Glückwünsche zum Geburtstag zu überbringen. Woher soll die Internetplattform auch wissen, ob ein Nutzer verstorben oder möglicherweise nur für sehr lange Zeit inaktiv ist.

Eine Person, die auf Seiten wie diesen aktiv war, lebt im World Wide Web weiter, auch wenn sie längst gestorben ist. Es sei denn, der "digitale Nachlass" wurde, wie von der Verbraucherzentrale Bayern empfohlen, rechtzeitig geregelt.

In Berlin hatte eine Mutter gegen Facebook geklagt: Nach dem tragischen tödlichen Unfall ihrer Tochter wollte man ihr keinen Zugriff auf deren Benutzerkonto gewähren. Am 31. Mai entschied das Kammergericht Berlin, dass Facebook den Eltern keinen Einblick in den Account genehmigen müsse. Weder die Eltern noch das Mädchen hatten sich vorher um eine digitale Nachlassregelung gekümmert.

Besonders nach Fällen wie diesem, rät die Verbraucherzentrale Bayern immer häufiger dazu, rechtzeitig den digitalen Nachlass zu regeln. "Vor allem wegen unbefriedigender gesetzlicher Regelungen ist es mittlerweile genauso wichtig, neben dem materiellen auch über den digitalen Nachlass zu verfügen", betont der Notar Dr. Michael Bernauer aus Hof.

"Stirbt ein Angehöriger, können die Erben meist unter Vorlage des Erbscheins die Löschung der Konten erreichen", sagt Tatjana Halm, Juristin der Verbraucherzentrale. "Dafür muss den Erben jedoch bekannt sein, welche Konten der Verstorbene überhaupt unterhalten hat."

Der Zugriff auf private Kontakte und Bilder ist allerdings noch lange nicht das Wichtigste. Neben vergleichsweise harmlosen persönlichen Informationen enthalten Benutzerkonten häufig auch wichtige Daten zu Versicherungen und Geldanlagen. Ohne digitale Nachlassregelung können auch diese, nach Ableben des Betroffenen nicht mehr eingefordert werden.

Eva Döhla, zuständig für Kommunikation und Marketing der Diakonie Hochfranken, bestätigt: "Natürlich hängt es immer davon ab, wie aktiv der Betroffene im Internet ist. Es ist ein großer Unterschied, ob man nur ein privates, kostenfreies E-Mail-Konto unterhält, oder Erben mit Online-Aktivitäten belastet, die mit Kosten verbunden sind und eventuell gekündigt werden müssen."

Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, zu Lebzeiten eine genaue Aufstellung aller Konten und digitaler Inhalte mit Zugangsdaten zu erstellen, diese sicher zu verwahren und regelmäßig zu aktualisieren. Im Falle des plötzlichen Ablebens, sollte eine bevollmächtigte Vertrauensperson im Besitz dieser Listen sein oder zumindest wissen, wo sie sich befinden.

Doch was passiert eigentlich mit Konten, über die keine digitalen Nachlassregelungen verfügt wurden? Notar Dr. Michael Bernauer erklärt: "Die Regelungen dazu sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Es empfiehlt sich also, die gerne vernachlässigten Nutzungsbedingungen trotzdem zu lesen!" Die Tendenz derer, die tatsächlich auch ihren digitalen Nachlass regeln, steige. Trotzdem befürchtet er, dass diese Zahl auch zukünftig auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau bleiben wird.

Autor

Franziska Hofmann
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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
18:24 Uhr

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Franziska Hofmann

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
18:24 Uhr



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