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Hof

Eigenes Gemüse schmeckt besser

Ein Projekt des Bundes Naturschutz in Hof will Kindern den Wert der Lebensmittel vermitteln. Fünf Gruppen machen mit - eine setzt sich aus einer großen Familie zusammen.



Wo kommt mein Gemüse her? Das lernen die Kinder bei einem Projekt des Bund Naturschutz. Erlebnispädagogin Andrea Heller (links) leitet das Projekt, das BN-Geschäftsführer Wolfgang Degelmann (Zweiter von links) ins Leben gerufen hat. Die Familie Gesellensetter mit den Eltern Yvonne und Tino machen mit Begeisterung mit. Foto: Ertel
Wo kommt mein Gemüse her? Das lernen die Kinder bei einem Projekt des Bund Naturschutz. Erlebnispädagogin Andrea Heller (links) leitet das Projekt, das BN-Geschäftsführer Wolfgang Degelmann (Zweiter von links) ins Leben gerufen hat. Die Familie Gesellensetter mit den Eltern Yvonne und Tino machen mit Begeisterung mit. Foto: Ertel  

Hof - Kinder, die sich mit Begeisterung um Gemüse scharen - das gibt es in der Tat: "Den Salat habe ich gepflanzt", ruft Nico und deutet stolz auf einen grünen saftigen Kopf im Hochbeet. "Und diese Radieschen - das sind meine", wirft seine Schwester Michelle ein. Die Geschwister - insgesamt sind es acht - nehmen an einem Projekt des Bund Naturschutz Kreisgruppe Hof teil. Es hat den langen Titel "Welchen Wert hat Nahrung als Mittel zum Leben?" Im Kern geht es darum, dass Kinder lernen, wo Obst und Gemüse herkommen.

Gut zu wissen

Die Idee für das Projekt "Welchen Wert hat Nahrung als Mittel zum Leben?" hatte BN-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Degelmann. Es hat eine Laufzeit von einem Jahr, bei der Ausführung unterstützt ihn Erlebnispädagogin Andrea Heller. Es kostet 8000 Euro, 70 Prozent Förderung gibt es vom Bayerischen Umweltbildungsfonds, 30 Prozent übernimmt der Bund Naturschutz selbst. Für die Kinder und Jugendlichen ist die Teilnahme kostenlos.

Damit das Projekt auch im nächsten Jahr laufen kann, braucht es Partner, etwa lokale Lebensmittelhändler. Denn der Umweltbildungsfonds unterstützt derartige Maßnahmen nur ein Jahr lang, bietet sozusagen Starthilfe und gibt eine Anschubfinanzierung.


Auf einem 3000 Quadratmeter großen Grundstück im Hofer Stadtteil Krötenbruck, das der Bund Naturschutz vor zwei Jahren geschenkt bekommen hat, stehen mehrere Hochbeete. Salate, Spinat, Radieschen und Kohlrabi sprießen hier aus der Erde. Regelmäßig kommen die Kinder der Familie Gesellensetter mit ihren Eltern Yvonne und Tino hierher. Die Kinder gießen das Gemüse, toben herum oder bauen an ihrer Ritterburg aus Stöcken und Ästen, die sie unter den Bäumen finden.

Andrea Heller, Erlebnispädagogin und Projektleiterin, ist immer vor Ort und betreut die Großfamilie. Auch der Initiator des Projektes, Wolfgang Degelmann, der Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Hof, schaut ab und zu vorbei. Er hat auch zum Pressetermin eingeladen, um die Hintergründe des Projektes zu erläutern.

"Insgesamt nehmen fünf Gruppen an dem Projekt teil. Es läuft seit zwei Monaten - bis voraussichtlich Ende des Jahres", erklärt Degelmann. Eine Gruppe gibt es in der Jugendhilfeeinrichtung Haus Froschbachtal in Bobengrün, weitere vier Gruppen setzen sich aus Kindern und Jugendlichen zusammen, die in der ambulanten Jugendhilfe betreut werden. Sie treffen sich am Grundstück in Krötenbruck und eine Gruppe darf ein Stück Garten bei der EJSA bepflanzen.

"Zielgruppe sind also junge Menschen aus Gesellschaftsschichten, die mit dem Thema Lebensmittel und ihre Herkunft bisher nicht viel zu tun hatten", erklärt Degelmann. "In dem Fall wollten wir bewusst nicht an Schulen herantreten, weil da schon viel zu dem Thema gemacht wird."

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Frage: Wo kommt meine Nahrung her? Themen aus der Landwirtschaft und der Umweltbildung gehören dazu. Das Projekt setzt sich aus mehreren Modulen zusammen, die Andrea Heller erläutert: "Bei der Einführung haben wir geklärt, welche Lebensmittel es überhaupt gibt." Dann haben die Kinder das Hochbeet bepflanzt und begleiten seitdem das Wachstum der Setzlinge. Ein weiteres Modul waren die Besuche eines Supermarkts und eines Wochenmarktes gewesen, bei denen die Projektleiterin den Kindern nicht nur die Vielfalt der Lebensmittel, sondern auch die Herkunft, die Preise oder auch die Transportwege erklärt hat. "Die Kinder sollen so erfahren, wie viel Aufwand und Arbeit es bedeutet, bis ein Lebensmittel auf dem Teller landet." Dazu gehört auch das gemeinsame Kochen - "da wird das selbst gezüchtete Gemüse dann auf jeden Fall aufgegessen."

Nach der Ernte wollen die Kinder ihr Gemüse verkaufen - etwa auf dem Wochenmarkt oder am Weltkindertag. Dabei sollen sie auch erfahren, dass nicht jedes Gemüse zu jeder Jahreszeit verfügbar sein muss.

Aber es stehen nicht nur praktische Aufgaben auf dem Programm.

Die Erlebnispädagogin bringt den Kindern das Thema auch spielerisch nahe. Das finden die Kinder der Familie Gesellensetter besonders toll: "Wir mussten zum Beispiel das Gemüse mit verbundenen Augen am Geruch erkennen", sagt Simon. Am intensivsten habe ausgerechnet die Gurke gerochen.

Zu Hause sind die Inhalte des Projektes oft Thema, sagt Mutter Yvonne Gesellensetter: "Ich freue mich, dass meine Kinder so viel über Lebensmittel Bescheid wissen."

Autor
Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
20. 09. 2018
19:00 Uhr

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Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
20. 09. 2018
19:00 Uhr



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