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Experte kassiert Argumente der E-Auto-Gegner

Die Zahl der zugelassenen E-Autos hat sich verfünffacht. Für die Organisatoren eines Leader-Projektes ist das dennoch zu wenig. Die Infrastruktur werde schließlich immer besser.



Experte kassiert Argumente der E-Auto-Gegner
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Landkreis - "Fridays for Future" oder Klimakonferenzen sind derzeit populäre Themen. In der Region Hochfranken ist der Verein Energievision Frankenwald seit mehr als zehn Jahren Vordenker in Sachen regenerativer Energieproduktion.

E-Lenker sind Zukunftsdenker

Leader-Projekt zur verstärkten Markteinführung der E-Mobilität

Sensibilisierung und Information der Öffentlichkeit

Individuelle Beratung an den Landratsämtern

Zusammenarbeit mit regionalen Fahrzeughändlern (Verkauf, Wartung, Service)


Vor drei Jahren startete der Verein das Leader Projekt "E-Lenker sind Zukunftsdenker", bei dem sich die Initiatoren der Energievision Frankenwald um ihren Vorsitzenden Wolfgang Degelmann zusammen mit den Landkreisen Hof, Bayreuth und Wunsiedel sowie Vertretern der Regierung von Oberfranken um innovative Ansätze zur verstärkten Markteinführung der Elektromobilität gekümmert haben.

Nun haben die Landkreise zusammen mit der Energievision Frankenwald Bilanz gezogen und die Ergebnisse der Arbeit der vergangenen drei Jahre vorgestellt. Im Landratsamt Hof trafen sich dazu Bürgermeister mit den Klima-Managern der drei Landkreise.

Die Zahl der Elektro-Autos in den drei Landkreisen hat sich seit Juli 2016 von 317 auf 1640 in diesem Jahr stark erhöht. Dennoch ist der Anteil am Gesamtfahrzeugbestand verschwindend gering. Im laufenden Jahr sind gerade mal 0,24 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge elektrobetrieben.

Kein Wunder also, dass Wolfgang Degelmann mit dem Ergebnis des Drei-Jahres-Projektes nur bedingt zufrieden ist. Die Elektromobilität habe nach seiner Erfahrung noch nicht den Stellenwert bei den Bürgern eingenommen, der notwendig wäre. "Inzwischen haben wir auf der Welt etwa 1,3 Milliarden Autos. In den nächsten zehn Jahren soll die Zahl bis auf 1,6 Milliarden steigen. Die Frage ist, welche Antriebsart die Fahrzeuge dann hauptsächlich haben." Bereits vor 120 Jahren wurden laut Degelmann in den USA fast 40 Prozent der Autos elektrisch angetrieben. Seit einigen Jahren befassten sich Umweltschützer und Fahrzeugingenieure gleichermaßen mit der Frage, ob Elektroantriebe die Lösung für die Zukunft seien.

Martin Kastner von der Energievision Frankenwald, der das Projekt zusammen mit Wolfgang Degelmann und Frank Berlips initiiert und betreut hat, machte deutlich, "dass es noch viel zu tun gibt, um E-Mobilität noch stärker im Markt zu verfestigen". Er bezeichnete die Projektarbeit als wichtige "Aufbauarbeit an der Basis, die wir weiter fortsetzen müssen".

Mit Blick auf die Erzeugung von alternativem Strom liegen die Landkreise Hof, Wunsiedel und Bayreuth Kastner zufolge auf einem hohen Niveau. "Diese drei Regionen können ihren Strombedarf fast zu 100 Prozent selbst erzeugen", verwies der Kastner auf einen Spitzenwert im bundesweiten Vergleich. In den Bereichen Wärme wie auch im Verkehrssektor sei jedoch noch viel Luft nach oben. Er betonte, dass E-Mobilität entgegen einer weitverbreiteten Meinung auch in ländlichen Gegenden sinnvoll genutzt werden könne. Der Treibstoff für E-Autos wachse schließlich auf dem Land. Gleichzeitig bestehe die Möglichkeit die Ladestationen zu Hause über PV-Anlagen auf den Wohnhäusern zu laden. "Wir sind also den Nutzern in Ballungszentren in vielen Bereichen überlegen, da wir die Energie vor Ort haben", meint Kastner.

Er relativierte die Argumente der E-Auto-Gegner. Reichweite, Lade-Infrastruktur, Anschaffungskosten: "Von den laufenden Kosten reden die Gegner nicht." In allen Bereichen habe sich die Situation verbessert, zurzeit reduzierten die ersten Hersteller die Preise.

Das Projekt "E-Lenker sind Zukunftsdenker" habe laut Kastner auch durch verschiedene Aktivitäten vieles zum Positiven verändert. Viele Bürger hätten die angebotenen Beratertage genutzt und sich von der Leistungsfähigkeit von E-Autos überzeugt.

Alexander Wagner, Energiekoordinator der Regierung von Oberfranken, befasste sich mit dem Stand des Ladesäulennetzes, für dessen Ausbau er in erster Linie mit den Kommunen in Oberfranken in Kontakt stehe. Die Zahl liegt Wagner zufolge zurzeit bei 237, wobei die Landkreise Bamberg (46) und Forchheim (42) Spitzenplätze einnehmen.

In der Stadt Hof gibt es fünf Säulen, im Landkreis dreizehn. Die Stadt Bayreuth bietet vierzehn Elektro-Tankstellen, im Landkreis stehen neun. Der Landkreis Kronach bietet sechs Ladeplätze, der Landkreis Wunsiedel sogar fünfzehn.

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
19:06 Uhr

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Lothar Faltenbacher

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24. 09. 2019
19:06 Uhr



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