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Hof

Fachsimpeln über Bienen und Honig

Beim Imkertag in Hof gab es viele Fachvorträge und Diskussionen. Dabei wurde klar: Die Zahl der Imker wächst. Deshalb gelte es, vor allem Jung-Imker zu unterstützen.



Fachsimpeln über Bienen und Honig
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Hof - Über 550 Gäste aus Bayern, Sachsen und Thüringen haben am Sonntag den Bayerischen Imkertag des Landesverbandes der Bayerischen Imker (LVBI) in der Hofer Freiheitshalle besucht. Auf dem Programm standen sechs Fachvorträge, zum Beispiel über die Ökologie der Honigbiene und Strategien zur Bienengesundheit, eine gemeinsame Aussprache aller Referenten mit Diskussion und parallel zum Vortragsprogramm eine Messe mit 16 Ausstellern.

Dabei präsentierten sich unter anderem das Allgäuer Honigdorf Seeg mit seinen 55 Imkern und rund 600 Bienenvölkern, das Institut für Bienenkunde und Imkerei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim und die verschiedenen Fachleute zu Themen wie Imkereibedarf und Schädlingsbekämpfung.

Bereits am Samstag hatte die Vertreterversammlung des LVBI in Hof getagt und mit Stefan Spiegl einen neuen Präsidenten gewählt. Sein Vorgänger Eckard Radke war nach sechs Jahren im Amt aus persönlichen Gründen nicht mehr angetreten. Auf Nachfrage sagte er: "Ich habe neue Ziele und Interessen und werde mich nach 40 Jahren als Imker schrittweise aus allen Ämtern zurückziehen, so auch als Vizepräsident des Deutschen Imkerbundes."

Der neue LVBI-Präsident Stefan Spiegl sagte zur Eröffnung des Imkertages, er wolle den Verband für neue Ideen öffnen und Kritiker einbinden. Die bisherige Ausrichtung habe gepasst, denn: "Bei den Wachstumszahlen der letzten Jahre kann unsere Arbeit so schlecht nicht gewesen sein."

So sei der Verband in den letzten sechs Jahren von 24 000 auf aktuell rund 30 000 Mitglieder gewachsen. Um den Zulauf weiter hoch zu halten, gelte es nun, die Fördertöpfe für die Imkerei möglichst auszubauen und das Startkapital für Jungimker zu erhöhen. Der Erfolg der letzten Jahre, sagte der 44-jährige Ellingener, sei vor allem ein Verdienst der Ortsvereine.

Dort wiederum schätzt man, dass der Landesverband den engagierten Mitgliedern relativ freie Hand lässt - so zum Beispiel bei der Ausrichtung des Imkertages in der Freiheitshalle, den die Hofer Imker unter Leitung ihres Vorsitzenden Helmut Schmelz gestemmt hatten. Fast zwei Jahre habe die Organisation gedauert. "Es war gut, dass wir so früh angefangen haben, denn für den Termin galt es, die Halle schon eineinhalb Jahre im Voraus zu reservieren", sagte Helmut Schmelz.

Hof sei nicht zum ersten Mal Ausrichter gewesen: "Der Imkertag wandert jährlich von Regierungsbezirk zu Regierungsbezirk." Besonders freue ihn, dass der Gottesdienst in der Lorenzkirche im Vorfeld des Programms so gut angenommen worden sei. Er selbst habe dabei ein Imkerschulungsprojekt im Libanon vorgestellt, das er vor Ort durchgeführt habe, und über ein bevorstehendes Projekt in den Kurdengebieten im Nordirak gesprochen.

Neben interessierten Laien und dem Fachpublikum besuchten Experten und Ehrengäste den Imkertag, darunter auch Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes. Und so nutzte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner die Gelegenheit, die Stadt Hof im besten Licht darzustellen und die ehrenamtliche Arbeit der Hofer Imker bei der Organisation der Veranstaltung zu würdigen.

Landrat Dr. Oliver Bär sagte, aufgrund der hervorragenden Arbeit der Imker in der Region habe man im Landratsamt auch immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen und versuche, ihnen das Handwerk zu erleichtern.

Warum nicht nur die Imker, sondern auch die Bienen selbst Hilfe brauchen, war bei Dr. Andreas Schierling vom Tiergesundheitsdienst zu erfahren. Er informierte im Foyer über die Bienengesundheit und beantwortete Fragen zu Gefahren wie dem Insektensterben. "Man muss das Thema differenziert betrachten", sagte er auf Nachfrage. Die Honigbiene selbst sei nicht so sehr betroffen, die Zahl der Völker steige sogar. Aber Wildbienen und Hummeln litten unter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Lebensraumverlust: "Der Schwund ist teils dramatisch und kann durch die Bestäubungsleistung der Honigbienen nicht ausgeglichen werden."

Bei allem Ernst, der in fachlichen Themen anklang, setzten die Bayerische Honigkönigin Katharina Eder und die Bayerische Honigprinzessin Doris Grünbauer einen ebenso glanzvollen wie menschlichen Kontrapunkt. Genau ein Jahr zuvor hatten sie ihre Kronen bekommen und zogen nun in Hof eine kleine Bilanz: "Wir sind ja viel herumgekommen zwischen Südtirol und Berlin", sagte Katharina Eder, "und dabei haben wir vor allem eine Besonderheit festgestellt: Der Honig schmeckt in jeder Region ein kleines bisschen anders."

Autor

Manfred Köhler
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Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
20:50 Uhr

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Manfred Köhler

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09. 09. 2018
20:50 Uhr



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