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Hof

Fichtner sieht Eltern in der Pflicht

Dass Kinder frühzeitig Schwimmen lernen, ist heute nicht mehr selbstverständlich. In Hof gibt es schon jetzt viele Angebote. Doch wie könnte ein Masterplan aussehen?



Überall in der Region das gleiche Phänomen: Schwimmkurse für Kinder sind im Nu ausgebucht.	Symbolfoto: Microgen/Adobe Stock
Überall in der Region das gleiche Phänomen: Schwimmkurse für Kinder sind im Nu ausgebucht. Symbolfoto: Microgen/Adobe Stock  

Hof - Die Nachfrage ist riesig: Kaum wird ein Schwimmkurs für Kinder angeboten, ist er im Nu ausgebucht. Dennoch können viele - und laut Studien immer mehr - Mädchen und Buben nicht schwimmen. Der Hofer Stadtrat Thomas Etzel (Die Linke) hat daher die Stadt aufgefordert, ein Konzept zu erarbeiten. Ziel müsse es sein, dass sich möglichst alle Hofer Kinder bis zu ihrem zehnten Geburtstag sicher im Wasser bewegen können. Dass dies eine städtische Aufgabe sein soll, können die Verantwortlichen jedoch nur ansatzweise nachvollziehen.

Wie Sport-Bürgermeister Florian Strößner ging es wohl vielen Stadträten in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses: Er dachte an seine eigene Kindheit zurück. "Bisher hat sich das Elternhaus darum gekümmert, dass Kinder bis zur Einschulung schwimmen können." Doch heutzutage könnten oder wollten manche Eltern dies nicht mehr selbst in die Hand nehmen, und so werde diese Aufgabe - "wie vieles andere auch" - an die Schulen und Kommunen abgegeben. Die Grundschulen tun sich laut Strößner aber schwer, Schwimmunterricht anzubieten. "Sie sind in der Regel personell nicht dazu in der Lage." Ein Programm für die Zusatzausbildung von Lehrern läuft gerade an; die Gesundheitsregion für den Raum Hof hat es ins Leben gerufen.

Hinzu kommt: Die meisten Lehrer nehmen nicht das Risiko auf sich, mit einer Gruppe von 25 Schwimmanfängern ins Hallenbad zu gehen. Deshalb fordert der Bayerische Städtetag, Schwimmkurse nur in deutlich kleineren Gruppen zu geben. Die Metropolregion Nürnberg hat zudem das "Projekt Seepferdchen" ins Leben gerufen. "Das ist gut und schön", sagte Strößner. "Aber mehr Personal bekommen wir dadurch nicht." Um als Kommune intensiver tätig werden zu können, würde auch der Fachbereich Sport zusätzliche Mitarbeiter benötigen. Fördermittel dafür seien nicht in Aussicht.

Der Bürgermeister verwies auf zahlreiche Angebote zur Schwimmförderung im Stadtgebiet. Eines davon stellte er besonders heraus: Dritt- und Viertklässler der Sophienschule können kostenlos an Kursen im Hof-Bad teilnehmen. Das Geld dafür fließt aus dem "Quartierfonds Bahnhofsviertel". Die Stadtwerke organisieren sogar die Fahrt der Kinder zum Hof-Bad und zurück.

Strößner musste einräumen: "Einen Masterplan gibt es dafür nicht." Man könne nur immer wieder an die Eigeninitiative der Eltern appellieren. Mütter und Väter von Grundschülern bekämen ein Infoblatt zum Thema Schwimmen an die Hand.

Noch deutlicher wurde Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner: "Es ist letztlich Aufgabe des Elternhauses." Die Stadt könne unterstützen; das Angebot für die Sophienschüler - darunter viele Migranten - sei einzigartig. "Mehr kann man den Eltern nicht zur Seite stehen." Die Stadt stelle die Bäder zur Verfügung - zum einen das Schulhallenbad am Rosenbühl, zum anderen über die Stadtwerke Hof-Bad und Freibad. Diese Einrichtungen gelte es zu erhalten.

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Jan Fischer

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
18:52 Uhr

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