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Hof

Franzobel-Stück für Theater Hof

Das Theater Hof stellt den Spielplan für die Saison 2021/22 vor. Das Motto: "Künstler, Killer, Könige". Beteiligt sind bekannte Namen - auf der Bühne und mit Auftragsarbeiten.



Ivo Hentschel
Ivo Hentschel  

Hof - Nein, was er für die Spielzeit 2021/22 auf die Beine gestellt hat, sei einmal mehr kein "Spar- oder Kompromissprogramm", betont Reinhardt Friese, Intendant des Theaters Hof, am Freitagmorgen bei der Vorstellung des Spielplans im Theater-Foyer. Natürlich wisse er nicht, inwieweit sich die Pandemie-Lage bis zum September 2021 entspannt habe. Dennoch hat er ohne Schere im Kopf geplant: "Wir hoffen, dass wir uns bis dahin nicht mehr so strikt an Auflagen halten müssen." Er wolle auch den Chor und das Ballett-Ensemble wieder in gewohnter Form auf die Bühne bringen.

Neuer Musikdirektor

Ivo Hentschel ist ab der Spielzeit 2021/22 als neuer Musikdirektor und Chefdirigent des Theaters Hof tätig. Bereits in der Spielzeit 2013/14 war er hier als stellvertretender Musikdirektor tätig. Wie Intendant Reinhardt Friese betont, qualifiziere ihn für den Posten besonders, dass er keine Scheu vor der Arbeit mit verschiedenen Genres habe.


Eröffnen soll die Spielzeit - dann im frisch sanierten Großen Haus - am 24. September mit der Rache-Geschichte um "Medea", in Opern-Form von Luigi Cherubini. Die renommierte Sopranistin Susanne Serfling gibt dabei die Titelrolle.

Das Motto der Spielzeit lautet "Künstler, Killer, Könige". Es setze da an, wo die Corona-Pandemie die Gesellschaft an einem ohnehin wunden Punkt treffe: beim Rückzug ins Private, bei Selbstbezogenheit und Individualisierung. Auch das Internet lasse eine Echokammer entstehen, die vor allem dazu diene, sich in der eigenen Meinungen zu bestärken - nicht, um Denkprozesse in Gang zu bringen. "Ich befürchte: Das physische Abstand-halten führt zu noch mehr emotionaler Distanz", schreibt Friese im Vorwort zum Spielplan. Er macht deshalb (Lebens-)künstler zum Thema, die sich mitunter in kruden Theorien verlieren, auch Killer, die nicht davor zurückschrecken, Existenzen zu zerstören, und Könige, die bewundert werden wollen.

Dabei ist es Friese gelungen, bekannte Namen zu verpflichten. Am 9. Oktober 2021 etwa steht die Uraufführung eines Auftragswerks des mit hochrangigen Preisen dekorierten österreichischen Autors Franzobel auf dem Programm, der zuletzt am Wiener Burgtheater aufgeführt wurde. Als zentrale Figur dient dem Stück die 1665 in Hof hingerichtete Anna Viehmann - ihr wurde Hexerei vorgeworfen und unter Folter "gestand" sie Brandstiftung und Unzucht mit dem Teufel. Dabei dient die historische Handlung als Parabel für die "Hexenverfolgung" unserer Zeit: Shitstorms und Fake News.

Auch Musical-Star Uwe Kröger setzt seine Zusammenarbeit mit dem Theater Hof fort. Er wird die Regie für den Musical-Klassiker "Cabaret" (Premiere: 8. April 2022) übernehmen und obendrein selbst in der Rolle des Conferenciers auf der Bühne stehen. Kröger hatte in der Spielzeit 2019/20 mit "Spamelot" am Theater Hof sein viel beachtetes Regie-Debüt gegeben.

Ein "besonderer Coup" ist laut Intendant Friese auch die deutschsprachige Erstaufführung der Oper "Helena Citrónová" (Premiere: 19. März 2022) des thailändischen Komponisten und Autoren S. P. Somtow, die eine brisante, im Vernichtungslager Auschwitz angesiedelte Liebesgeschichte erzählt. "Wir sind sehr stolz, die Oper 80 Jahre nach Beginn der Massendeportation zeigen zu können. Die Produktion beweist, dass Oper keine elitäre Kunstform ist, sondern sich gesellschaftspolitisch einmischt", betont der Intendant.

Eine Auftragsarbeit präsentiert auch wieder der Hofer Autor Roland Spranger. Er setzt sich mit der Rolle von Frauen in der rechtsextremistischen Szene auseinander . Premiere im Studio ist am 13. Februar 2022. Intendant Friese möchte mit seinem erfolgreichen Schlagerabend "Hossa! - Die Hitparade" am 31. Dezember 2021 in die dritte Runde gehen, sofern die Corona-Bedingungen dann einen Mitsing-Abend zulassen. Als Familienstück steht im Großen Haus "Der Räuber Hotzenplotz" von Otfried Preußler auf dem Programm (Premiere: 25. November 2021).

Weitere Produktionen:

Musiktheater: "The Producers" (Musical), "Die Fledermaus" (Operette), "Jack The Ripper" (Musical), "Lucia Di Lammermoor" (Oper), "Alles Liebe, Linda - Das Leben der Mrs. Cole Porter" (Musical), "Die schöne Galathée" (Operette)

Ballett: "María De Buenos Aires" (Tango-Operita), Ballett im Studio

Schauspiel: "Prinz Friedrich von Homburg" (Drama), "Richard der Dritte (Tragödie), "Die Nacht des Leguan" (Drama), "Caligula" (Drama), "Die Hamletmaschine" (Sprechtheater) nisch

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2020
17:56 Uhr

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16. 10. 2020
17:56 Uhr



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