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Hof

Frauenhilfe hilft seit 100 Jahren

Die Evangelische Frauenhilfe verkauft Produkte aus Handarbeit und hilft damit Bedürftigen. Die Gruppe hat eine lange Geschichte.



Jeden Montagnachmittag sind die Damen der Evangelischen Frauenhilfe Hof in ihren Räumen in der Luitpoldstraße fleißig am Handarbeiten. Hier präsentieren sie Decken, die hoch begehrt sind. Mit im Bild befindet sich Dekan Günter Saalfrank.	Foto: Kaupenjohann
Jeden Montagnachmittag sind die Damen der Evangelischen Frauenhilfe Hof in ihren Räumen in der Luitpoldstraße fleißig am Handarbeiten. Hier präsentieren sie Decken, die hoch begehrt sind. Mit im Bild befindet sich Dekan Günter Saalfrank. Foto: Kaupenjohann  

Hof - Jeden Montag treffen sich engagierte Handarbeiterinnen in den Räumen der Evangelischen Frauenhilfe. Dann rattern die Nähmaschinen, die Stricknadeln laufen heiß. Es geht auf die Adventszeit zu, da gibt es jede Menge zu tun. Die Produkte, die an diesen Nachmittagen entstehen, sind hochbegehrt. Auf den besonderen Märkten der Region - am 30. November etwa auf dem Weihnachtsmarkt am Campus der Diakonie Hochfranken - suchen potenzielle Käufer schon danach. 94 Wolldecken, zehn Ponchos, 30 Paar Socken, dazu Kissenhüllen, Handtaschen, Puppenkleider, Engel, Sterne, Baumschmuck und nicht zu vergessen 380 Blumenkränze, Sträuße und Gestecke fanden 2018 neue Besitzer. Derzeit begehrt sind auch Säckchen aus Gardinenstoff, die beim Einkaufen zum Verpacken des Gemüses dienen.

Gut zu wissen

Die Evangelische Frauenhilfe Hof, Luitpoldstraße 18 (Eingang Wilhelmstraße), hat jeden Montag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Vorsitzende Ilse Innmann ist telefonisch erreichbar unter 09281/41955.


Mit dem Erlös unterstützen die Frauen Bedürftige aus den Hofer Kirchengemeinden. Zum Beispiel zu Weihnachten: 275 Weihnachtstüten - selbstverständlich selbstgenäht - haben die Frauen voriges Jahr gepackt und weitergegeben. Sie werden es heuer wieder tun. Darin finden die Beschenkten nicht nur Handarbeiten, sondern auch Lebensmittel, Gutscheine für Schuhe und Kleidung und mehr. "Wir haben gute Kontakte zu einheimischen Betrieben", betont Vorsitzende Ilse Innmann. Firmen aus der Region stellen auch die Materialien kostenlos zur Verfügung, aus denen die Frauen etwa Decken und Handtaschen nähen.

Die Evangelische Frauenhilfe ist ein rühriger Verein, auch wenn er jahrzehntelang eher im Stillen wirkte. Es gibt ihn bereits seit 100 Jahren - und das wird am Sonntag um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Hofer Sankt-Michaelis-Kirche gefeiert. Dazu wird auch Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner aus Bayreuth erwartet. "Seit 1919 ist die Evangelische Frauenhilfe für Menschen da, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen", sagt Dekan Günter Saalfrank anerkennend. "Der Verein ist ein wichtiger Mosaikstein der sozialen Hilfe in Hof." Auf seine tatkräftigen Frauen kann er sich verlassen, wie sich vor ihm schon sieben andere Dekane auf sie verlassen konnten. 45 Mitglieder zählt der Verein, davon 25 Aktive. Einige Frauen und Männer werkeln zu Hause und arbeiten dem Verein zu.

Die Vorsitzende hat in alten Unterlagen gekramt und der Geschichte des Vereins nachgespürt. In der Michaeliskirche sind einzelne Stationen an einer Stellwand dargestellt. Entstanden ist die Evangelische Frauenhilfe 1919 nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, als auch in Hof bittere Not herrschte. Dekan Philipp Nürnberger hatte damals nach Mitteln und Wegen gesucht, zusammen mit anderen den Bedürftigen zu helfen. Pastor Thieme aus Berlin, der seinerzeit in der Region Missionsvorträge hielt, unterstützte ihn dabei. Anfangs waren es vor allem Unternehmer- und Pfarrersfrauen, die Gutes tun wollten. Neben dem Dienst an Kranken und Betagten, dem Schmücken der Altäre zu Festtagen und der Schriftenmission gehörte schon damals das Verteilen von Lebensmitteln zu den Aufgaben.

Gehörte es damals zum guten Ton, im Stillen zu helfen, braucht es jetzt schon etwas mehr Werbung, wie Ilse Innmann anmerkt. "Wir haben sehr rührige Mitglieder, aber es fehlen die jungen Frauen", bedauert sie. Da die meisten berufstätig seien, fehle es ihnen oft an der Zeit. Deshalb freut sie sich über jede, die sich mit ihren Stärken und Kenntnissen einbringt. "Wir würden auch Männer aufnehmen", versichert die Vorsitzende lächelnd. Im Hintergrund hülfen heute schon einige mit, wenn es um handwerkliche Arbeiten geht. Übrigens arbeitet der Verein heute ökumenisch. Unterstützt werden Menschen wegen Bedürftigkeit, ohne Ansehen der Kirchenzugehörigkeit.

Bedürftige gibt es auch heutzutage genügend. "Wir haben in Hof eine hohe Zahl an Kinder- und Altersarmut, dazu eine hohe Schuldnerquote", erinnert Dekan Saalfrank. Sicher: Der Staat federt die Not mit Hartz IV ab. "Aber die Menschen kommen oft nur mit Mühe über die Runden", weiß auch Ilse Innmann aus Erfahrung. "Und wer wollte da nach den Gründen suchen und richten?"

Autor

Lisbeth Kaupenjohann
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
19:16 Uhr

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Autor

Lisbeth Kaupenjohann

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Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
19:16 Uhr



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