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Hof

Galerie-Ansage löst Krach im Stadtrat aus

Der Investor will weitermachen, braucht aber noch: Ist das nun eine gute oder eine schlechte Nachricht? Darüber gerieten die Räte in Clinch. Aber ohne Konsequenzen zu fordern.



Blick auf die Brache: Anfang 2020 werden erste Erdarbeiten auf dem Gelände stattfinden - die Investoren kommen nicht mehr umhin, den Verbau hin zur Schillerstraße, oben im Bild, abzusichern. Er war immer wieder als unzureichend und möglicherweise gefahrenträchtig kritisiert worden.
Blick auf die Brache: Anfang 2020 werden erste Erdarbeiten auf dem Gelände stattfinden - die Investoren kommen nicht mehr umhin, den Verbau hin zur Schillerstraße, oben im Bild, abzusichern. Er war immer wieder als unzureichend und möglicherweise gefahrenträchtig kritisiert worden.  

Hof - Wie unbedeutend der Hofer Stadtrat in dieser Sache ist, zeigt allein der Kommunikationsweg: Am Donnerstagabend um 19 Uhr hat die Hofer Stadtverwaltung eine Pressemitteilung verschickt, die sie am Nachmittag gemeinsam mit den Investoren der Hof-Galerie aufgesetzt hatte - in der irrigen Annahme, der Stadtrat, der seit 17.30 Uhr tagte, habe das Thema um jene Uhrzeit schon vorgetragen bekommen. Hatte er aber nicht: Die letzte Sitzung des Jahres dauerte am Ende geschlagene drei Stunden, und zu dem Zeitpunkt, als die städtische Meldung die Runde machte, war das wichtigste Gremium der Stadt noch lange nicht angelangt bei jenem Thema. So bekamen die Räte 45 Minuten, nachdem die Info schon in alle Welt gesendet war, einen Ausdruck mit der Nachricht des Tages nachgereicht. Die Info: Es gibt nichts Neues. Und zwar in keine Richtung. Und während Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner das als positives Zeichen wertete, das er in einer emotionalen Rede verteidigte, war aus mehreren politischen Richtungen deutliches Grollen zu hören. Ohne, dass spontan jemand den Ruf nach Konsequenzen erhoben hätte.

Drei Nachrichten in Sachen Hof-Galerie sind es, die Investoren und Verwaltung gemeinsam verkündet haben:

1. Das Interesse der Activ Group am Standort Hof ist ungebrochen. "Wir konnten viele Unternehmen, die bereits für das erste Konzept zugesagt hatten, in die neuen Planungen überführen", erklärt Geschäftsführer Hans-Jürgen Birk. Man könne mit Gewissheit sagen, dass das aktuelle Vorhaben den Anforderungen des stark veränderten Markts gerecht werde.

2. Man befindet sich noch immer in Verhandlungen mit einem Ankermieter - hier ist also keine Neuerung zu verzeichnen. Jene Verhandlungen mit einem Lebensmittelhändler hatten wie berichtet die ursprünglichen Planungen über den Haufen geworfen, seit April 2019 befasst sich nun die Activ Group damit. Bislang noch ohne feste Zusage.

3. Abhängig von der Witterung wird möglicherweise schon im Januar damit begonnen, die Baustellen-Absicherung hin zur Schillerstraße abzusichern. An jenem Verbau hatte sich in der Vergangenheit viel Kritik entzündet - er wäre eigentlich nur als kurzfristige Absicherung einzusetzen, hat aber bislang bereits seit über zwei Jahren Bestand.

 

Jene Ausführungen stießen auf ein sehr geteiltes Echo im Stadtrat - die Beteiligten lasen sie ganz unterschiedlich.

OB Fichtner betonte: "Jegliches Totengeläut fürs Projekt ist hier Fehl am Platze! Ich kann Ihnen hier kein Datum nennen, das wäre mir auch lieber. Aber es ist eine gute Nachricht, dass der Investor weiter am Standort festhält." Gudrun Bruns (FAB) sah das vollkommen anders, sie bezeichnete die Mitteilung als "Beruhigungsdrops". "Das ist doch wieder nur eine Absichtserklärung!" Ihre Sorge gelte gar nicht so sehr der Galerie, sondern vielmehr dem unhaltbaren Zustand des Busbahnhofs: "Da gibt es Fragen, die in den nächsten Monaten geklärt werden müssen." Bruns und ihr Fraktionskollege Joachim Dumann fragten zum wiederholten Male an, ob denn eigentlich die Activ Group mittlerweile vertraglich ins Projekt eingestiegen sei - auf dem Papier ist bekanntlich immer noch die Luxemburger LIG der Investor. Das verneinte Fichtner später in der Diskussion: "Sie würden auch kein Haus kaufen, wenn Sie kein Baurecht hätten", sagte er in Richtung Bruns.

Eva Döhla (SPD) begann ihre Ausführungen diplomatischer: "Eine richtige Nachricht ist das ja nicht", sagte sie. Um zu ergänzen: "Die Nachricht ist: Die Galerie ist nicht tot." Sie forderte eine bessere Informationspolitik des Investors, gerade "in schlechten Zeiten".

CSU-Fraktionschef Wolfgang Fleischer dagegen bescheinigte sein Verständnis für den Stand der Dinge: "Im April, als die Activ Group eingestiegen ist, wurden die Uhren weit zurückgedreht." Und so schnell gehe es eben nicht. Fleischer: "Wenn ich mich mitten in Verhandlungen befände, ich würde auch nix sagen."

Ob des allgemeinen Grollens im Gremium und aufgrund der Beiträge von FAB und SPD sah sich Harald Fichtner zu einer Mahnung an den Stadtrat verpflichtet: "Wir alle tun alles für die Innenstadt, die Revitalisierung dieses Gebiets ist unser Ziel. Und hier haben wir noch wen, der in der Stadt was tun will!" Ja, ihm wäre es auch lieber gewesen, hätte es konkrete Aussagen gegeben. Doch jenes "diffuses Murren" und "schlaumeierisches Dahergerede", wie er es von manchen Stadträten vernehme, helfe hier niemandem weiter. Da erinnerte er das Gremium an die Sachlage: "Ich weiß, dass da viel auf mir lastet. Aber alle Beschlüsse sind einstimmig gefasst worden." Wenn es jemand besser wisse als er und die ganzen Beteiligten in der Verwaltung, wenn jemand einen konkreten Tipp habe, dann bitte er ihn, das auch mitzuteilen. "Sagen Sie mir, was wir falsch gemacht haben!", rief er am Ende eines sehr emotionalen Redebeitrags ins Gremium. Er fühle sich verpflichtet, zu jemandem zu stehen, der in diesem Maße an der Stadt Hof Interesse habe. Um ganz nüchtern hinterherzuschieben: "Ich habe keinen Antrag von keinem Stadtrat, hier irgendetwas zu beenden."

Autor
Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
12. 12. 2019
19:07 Uhr

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
12. 12. 2019
19:07 Uhr



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