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Hof

Ganz jolle Sache

Der Segelclub Förmitzspeicher sucht Nachwuchs - und findet ihn auch. Bei ihm lernen Kinder und Jugendliche nicht nur, wie man ein Boot bewegt. Denn ohne technisches Können und Taktik kommt man nicht weit.



Die jungen Segler lassen am Förmitzspeicher ihre Boote selbst zu Wasser.
Die jungen Segler lassen am Förmitzspeicher ihre Boote selbst zu Wasser.   » zu den Bildern

Schwarzenbach an der Saale - Schon nach ein paar Stunden Training ist das Kentern reine Routine: Fabian hängt sich an den Segelmast seiner kleinen Optimisten-Jolle, bringt das Boot zum Kippen und lässt es kieloben treiben. Fast genauso rasch ist das Segel dann auch wieder aus dem Wasser gehebelt, das Boot einsatzbereit und der Segler zurück an Bord.

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Wer sich fürs Segeln interessiert, sollte neun Jahre alt sein und schwimmen können. Das sind zunächst die Voraussetzungen, denn Boote und Ausrüstung stellt der Segelclub. Bis Mitte Oktober wird noch jeden Samstagvormittag auf dem Förmitzspeicher trainiert. Wer will, kann einfach vorbeikommen oder sich vorab informieren unter www.sf-hof.de.

 

Beim Segelclub Förmitzspeicher Hof, kurz SF, ist das Kentern ein beliebter Höhepunkt des Trainings. "Vor allem an heißen Tagen betteln die Kinder darum", sagt Jugendleiter Bernd Wessels schmunzelnd. Jeden Samstag von 9.30 bis 13 Uhr schwärmen die Kinder- und Jugendboote der Klassen "Optimist", "Cadet" oder "420er" auf dem Förmitzspeicher aus, und der Nachwuchs hat beim Segeln-Lernen jede Menge Spaß. 20 von 30 jungen Aktiven kommen regelmäßig - auch das jährliche Zeltlager in Kooperation mit dem Sommerferienprogramm der Stadt Hof ist jedesmal ein Erfolg: "Heuer haben insgesamt 14 Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren teilgenommen", erzählt Bernd Wessels.

 

Fünf dieser Kinder waren Anfänger und haben in vier Tagen die Grundlagen des Segelns so weit erlernt, dass sie nun allein auf dem Wasser zurechtkommen. "Noch ein paar Übungssstunden, und sie können die Prüfung zum Jüngstensegelschein ablegen", verspricht SF-Jugendtrainer Frank Brinkers. Noch sei natürlich nicht klar, ob auch alle bleiben: "Kinder in diesem Alter probieren gern mehrere Sportarten aus. Was sie dauerhaft machen, kristallisiert sich erst nach einiger Zeit heraus." Ein bis zwei neue Mitglieder habe das Zeltlager bisher aber immer eingebracht.

Manche davon lassen es mit dem Segeln nicht bewenden. Die 19-jährige Annika Grottenmüller aus Schauenstein kam vor acht Jahren über das Sommerferienprogramm der Stadt Hof zur Marinejugend an den Untreusee. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt begeisterten sie von Anfang an. "Am Segeln gefällt mir, dass wir mit dem Wind ein Stück Natur nutzen, um uns fortzubewegen", sagt sie. Vor zwei Jahren fand Annika zum Segelclub Förmitzspeicher und ist nun in beiden Vereinen aktiv. Derzeit büffelt sie für ihre Prüfung zur nationalen Schiedsrichterlizenz für Segelregatten. Ihr Eigennutz dabei: "Wer die Regeln genau kennt, wird nicht mehr so leicht untergebuttert."

Taktisches Fahrkönnen sei eine wesentliche Qualität hervorragender Segler, weiß Erich Winkler, Vorsitzender des Segelclubs Förmitzspeicher: "Segeln ist ein bisschen wie Schach auf dem Wasser." Eine Nordlandfahrt hat den Oberkotzauer vor mehr als 50 Jahren für den Sport begeistert. 1969 war er Gründungsmitglied des Segelclubs - anfangs noch ohne eigenes Gewässer. "Erste Segelerfahrungen haben wir auf dem See einer Kiesgrube bei Staffelstein gesammelt", erinnert sich Winkler. Als man Wind vom Bau des Förmitzspeichers bekam, galt es erst mal, die Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen: "Wir hatten gehört, dass ein Verein aus Bayreuth ein Grundstück am neuen See kaufen wollte. Das konnten wir uns als Hofer natürlich nicht bieten lassen!" Die Bayreuther gaben schließlich auf. Und kaum war der Segelclub am Förmitzspeicher und später auch am Untreusee heimisch geworden, begann der Aufbau der Jugendgruppe: "Anfangs hatten wir nur einen losen Haufen von Kindern, die in der Optimistenklasse segelte. Daraus formten wir dann Ende der 1970er-Jahre eine eigene Abteilung."

Bis heute kommen die jungen Leute vor allem über Eltern oder Freunde zum Verein. Da sie mit dem Sport aufwachsen, sind die Startbedingungen bestens. Auch Bernd Wessels Söhne Tim und Lukas fingen früh an brachten es nach jahrelangem Training jüngst zum vierten Platz bei den Europameisterschaften. Der Segelclub, eine Art Familienbetrieb.

Manchmal läuft es aber auch umgekehrt: "Vereinsfremde Kinder, die zum Beispiel über das Sommerferienprogramm zu uns finden, bringen anschließend ihre Freunde mit", hat Frank Brinkers festgestellt. "Oft entschließen sich dann auch gleich die Eltern zu einer Mitgliedschaft."

Zusammenhelfen und Selbermachen war schon immer die Parole des Segelclubs - bis hin zum Eigenbau kompletter Jugendboote. Deshalb lernen die Kinder nicht nur Segeln, sondern von Anfang an, wie man sich um Ausrüstung und Material kümmert. Die Bastelei ist den Seglern so wichtig, dass sie auch schon mal alles andere in den Hintergrund drängen kann: "Unsere Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Bestehen ließen wir sausen und werkelten lieber an unserem Clubheim", sagt Erich Winkler. Nun, da alles bestens in Schuss ist, soll das Vereinsleben dominieren: "Das 50. Jubiläum im nächsten Jahr wollen wir ganz groß feiern."

Autor

Manfred Köhler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
22. 08. 2018
21:20 Uhr

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Manfred Köhler

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22. 08. 2018
21:20 Uhr



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